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19.08.2011

10:07 Uhr

Zügellose Hausse

Und täglich grüßt der Gold-Rekord

VonIngo Narat

Die Marke von 1.800 Dollar ließ der Goldpreis spielerisch hinter sich, ein Anstieg auf 1.900 Dollar scheint eine Frage von Tagen. Skeptiker sehen zwar auch für Gold Gefahren aufziehen. Doch sie sind in der Minderheit.

Teure Barren: Der Goldpreis strebt in Richtung 2.000-Dollar-Marke. Quelle: dpa

Teure Barren: Der Goldpreis strebt in Richtung 2.000-Dollar-Marke.

FrankfurtDer Goldpreis steigt und steigt. Gestern stieg der Goldpreis erstmals über 1.825 Dollar je Unze, heute ist dieses Rekordhoch schon wieder Makulatur. Am Morgen stieg der Preis bis auf 1.867 Dollar, in Euro kostete die Feinunze 1.309 – auch das ist selbstredend ein Allzeithoch.

Skeptiker warnen: Mit den aufkommenden Konjunktursorgen wird der Goldpreis wieder fallen. Denn eine nachlassende Weltwirtschaft würde die Inflationserwartungen dämpfen. Und das wäre Gift für das Gold, dass als sicherer Hafen in Inflationszeiten gilt.

Doch die Skeptiker sind in der Minderheit. "Das entscheidende Plus für Gold sind die negativen Realzinsen", formuliert Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Ersten Bank in Wien, die Mehrheitsmeinung. Negative Realzinsen bedeutet: Der Nominalzins abzüglich Inflation ist im Minus. Mit Bankeinlagen oder Anleihen verliert der Anleger demnach real an Vermögen. Gold wirft zwar auch keine Zinsen ab. Aber heute können Festzinsanlagen das zinslose Gold eben nicht mehr ausstechen.

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Stöferle sieht sich auch durch einen historischen Rückblick bestätigt: In den 70er-Jahren gab es ebenso wie heute Phasen negativer Realzinsen. Und die waren Hausse-Zeiten für Gold. Der US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat Gold vor wenigen Tagen noch gestärkt. Er erklärte, an der Niedrigzinspolitik noch bis Mitte 2013 festhalten zu wollen.

Dabei treibt die eskalierende Schuldenkrise Investoren ohnehin in das Gold. "Immer mehr Menschen erkennen, dass mehr Schulden auch mehr Geldentwertung bedeuten werden - Konjunkturüberlegungen sind da zweitrangig", sagt James Turk, Gründer der Goldhandelsplattform Goldmoney.com.

Die Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA vor zwei Wochen war für den Mann aus London ein Schlüsselereignis: "Die Politiker wollen das Problem gar nicht lösen." Der EU-Krisenherd findet ebenfalls keine Ruhe. In den Ergebnissen des jüngsten Treffens von Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy sehen die Anleger ebenfalls keinen Ansatz zur Lösung der Euro-Schuldenkrise.

Von den Notenbanken ist Gegenwehr nicht zu erwarten. Die US-Notenbank hat bereits Staatsanleihen in großem Umfang aufgekauft. Auch die Europäische Zentralbank stützte Krisenländer wie Griechenland auf diesem Wege - und hat in diesem Monat sogar Papiere aus Spanien und Italien gekauft.

Kommentare (14)

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Schlaumeier

19.08.2011, 10:32 Uhr

Gold ist nicht teuer, hat ungefähr die gleiche Kaufkraft wie vor 100 Jahren. Die Papierwährungen (Euro + Dollar) werden täglich, ohne Unterlegung vermehrt. Woher kommt eigentlich das Geld für den zukünftigen Rettungsschirm der Eurozone? Alles aus dem Nichts kreiert. Also richtig wäre die Schlagzeile "Bürger räumt eure Konten ab, investiert in Sachwerte". Aber, bloß keine Aktien. Die sind noch in jeder Krise "den Bach runtergegangen". Nur die Profis reden Aktien immer hoch, weil sie am besten an diesen verdienen können. Mit einem "Pinselstrich" sind Aktien einmal wertlos.

Account gelöscht!

19.08.2011, 10:34 Uhr

"in Euro kostete die Feinunze 1.309 Dollar"

ist das eigentlich niemendem peinlich?

Wenn man jeden Artikel und alle genannten Fakten im Handelsblatt erst mal auf logische Fehler durchsehen muß, dann ist das nicht nur kein Qualitätsjournalismus mehr, sondern es macht gar keinen Sinn mehr so ein Organ zu lesen. Die nicht so offensichtlichen Fehler sind ja vermutlich auch noch da.

Account gelöscht!

19.08.2011, 11:02 Uhr

was heisst hier "Zügellose Hausse" ??

Tatsache ist doch, daß einige jetzt wach werden und ihr Klopapier gegen Gold tauschen.

Und wo steht geschrieben, daß eine nachlassende Wirtschaft diee Inflation eindämmt ?

Wenn wirklich die Wirtschaft in eine starke Rezession oder gar Depression läuft, kommt erst eine DEFLATION der Sachwerte einschließlich der Aktien, die Treasuries und Bonds werden geschreddert,aber das, was wir zum täglichen Leben benötigen, wie Essen und Energie unterliegt einer riesigen Inflation, oder glaubt irgendjemand, das Öl, Gas, Benzin, Obst, Gemüse, Fleisch etc. dann billiger wird ?

Nur mit Gold und Silber, das man zwar nicht essen kann, das aber überall als Zahlungsmittel akzeptiert wird, kann man seine Kaufkraft erhalten.

Der Weg in die Aktien ist meiner Ansicht nach erst wieder attraktiv, wenn die DOW/Gold Ratio bei 1 ist, d.h. wenn ich für eine Unze Gold den DOW kaufen kann.

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