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31.05.2017

20:11 Uhr

Zustimmung für May sinkt

Anleger verabschieden sich vom Pfund

VonJürgen Röder

Widersprüchliche Prognosen zum Ausgang der britischen Parlamentswahl halten Devisenanleger auf Trab. Welche Szenarien für die Märkte nach dem Votum in einer Woche wahrscheinlich sind.

Ein Zurückfallen hinter die bisherigen Mehrheitsverhältnisse würde May auch bei den Brexit-Verhandlungen mit den anderen EU-Staaten schwächen. dpa

Theresa May

Ein Zurückfallen hinter die bisherigen Mehrheitsverhältnisse würde May auch bei den Brexit-Verhandlungen mit den anderen EU-Staaten schwächen.

FrankfurtGut eine Woche vor den britischen Unterhauswahlen haben die Anleger am Devisenmarkt am Mittwoch das Pfund Sterling in hohem Bogen aus den Depots geworfen. Auslöser war eine neue Umfrage, der zufolge die Konservativen von Premierministerin Theresa May ihre absolute Mehrheit verfehlen könnten. Das Pfund Sterling fiel zunächst auf ein Sechs-Wochen-Tief von 1,2770 Dollar, kletterte bis zum Abend aber wieder auf 1,2902 Dollar. Der Euro setzte seinen Erholungskurs fort und verteuerte sich um einen halben US-Cent auf 1,1235 Dollar.

Nach einer am Dienstagabend veröffentlichten Erhebung des Instituts YouGov für die „Times“ könnten die Konservativen nur noch auf 310 Mandate von bisher 330 kommen. Damit würden sie die bei 326 Sitzen liegende absolute Mehrheit um 16 Mandate verfehlen. Eine andere Wahlumfrage beruhigte die Nerven der Investoren allerdings etwas. Sie prognostizierte einen Wahlsieg der Tories mit einem Vorsprung von 15 Prozentpunkten.

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„Wenn uns das Brexit-Votum eins gelehrt hat, dann, dass bei Wahlen alles möglich ist“, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Die Unsicherheit über den Wahlausgang und die möglichen Folgen für die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt dürften noch eine Weile auf dem Pfund lasten, stimmte ein Händler zu.

Die Zustimmung für die Konservativen sinkt seit Mitte Mai. Insgesamt sieben Umfragen innerhalb der vergangenen Woche ermittelten, dass sich der Abstand zu Labour verringert. Einen Verlust der absoluten Mehrheit hat bislang aber kein Institut prognostiziert.

May hatte die vorgezogene Wahl im April völlig überraschend für den 8. Juni angesetzt, um ihre Mehrheit auszubauen und so ihre Position bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU zu stärken. Ein Zurückfallen hinter die bisherigen Mehrheitsverhältnisse im Unterhaus würde May auch bei den Brexit-Verhandlungen mit den anderen EU-Staaten schwächen.

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Für die Analysten der Commerzbank habe die Labour-Partei aber tatsächlich keine realistische Chance auf den Wahlsieg. Die jetzigen Umfragen würden lediglich andeuten, dass die Tories einen relativ knappen Wahlsieg erringen könnten. „Solch ein Ergebnis würde nicht als Freibrief für Mays Brexit-Politik verstanden werden“, heißt es in der Analyse. Die Premierministerin müsste noch mehr Rücksicht auf europapolitische Extremisten und Wirrköpfe nehmen – was das britische Pfund weiter schwächen dürfte.

Kommentare (9)

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Frau Edelgard Kah

31.05.2017, 17:13 Uhr

Das Beste an dem ganzen Artikel ist das Foto von Theresa May. Die Dame sieht aus wie ein Gespenst. Arbeitet wohl auf einem Jahrmarkt in einer Geisterbahn und erscheckt dort die Leute.

Herr Tomas Maidan

31.05.2017, 18:01 Uhr

Theresa May sollte wieder zu Trump fliegen und mit ihm wieder Händchen halten. Nur mit dem Beistand eines echten Vollblut-Idioten wird die britische Katastrophe angemessen zu begleiten sein.

Herr Helmut Metz

31.05.2017, 18:07 Uhr

@ Edelgard Kah

"Unvorteilhafte Fotos" von Politikern in Medienberichten sind auch ein Propagandainstrument. So wurden in den deutschen Medien von Donald Trump vor den US-Wahlen in der überwiegenden Zahl der Fälle nur "unvorteilhafte Fotos" veröffentlicht, von Hillary Clinton dagegen fast ausschließlich "vorteilhafte" (nur bei ihrem Kollaps damals konnte man wirklich nicht mehr anders).
Wenn man das weiß, kann man anhand des Fotos natürlich auch direkt die Intention des Artikels erkennen - und kann sich ihn ersparen.

Ansonsten hat das UK natürlich durchaus ernste Probleme: das Land ist nahezu deindustrialisiert - an den Finanzdienstleistungen und der City of London hängt fast alles.

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