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19.01.2013

13:56 Uhr

Zweifel an der Rally

Wie lange glänzt Gold noch?

VonJörg Hackhausen

Der Goldpreis ist unter Druck geraten. Geht es nach der jahrelangen Rally nun abwärts? Analysten prophezeien das. Doch es gibt einen Grund, der dafür spricht, dass Gold noch lange nicht am Ende ist.

Begehrtes Gold: Nach einer längeren Talfahrt könnte der Preis wieder anziehen.

Begehrtes Gold: Nach einer längeren Talfahrt könnte der Preis wieder anziehen.

DüsseldorfErst ging alles ganz rasant, dann auf einmal ging kaum noch was. Die Rede ist vom Goldpreis. Zehn Jahre in Folge kannte das Edelmetall fast ununterbrochen nur eine Richtung: nach oben. Der Goldpreis hat sich in dieser Zeit versechsfacht, im Sommer 2011 erreichte er ein Allzeithoch bei mehr als 1.900 Dollar. Doch dann fiel der Preis zunächst deutlich. Seitdem kann Gold nicht mehr zulegen. Schon anderthalb Jahre pendelt der Preis um die Marke von 1.700 Dollar, mal ein wenig darüber, mal ein wenig darunter. Aktuell liegt der Goldpreis ziemlich genau bei 1.700 Dollar.

Die Frage, die sich Anleger und Experten stellen, lautet: War es das mit der jahrelangen Gold-Rally – geht es von nun an in die andere Richtung? Oder macht die Rally nur eine Pause – startet Gold bald wieder durch?

Nicht selten seit der Finanzkrise steckte hinter den Goldkäufen: Angst - vor dem Zusammenbruch des Finanzsystems, vor einer Abwertung der Währung, vor Inflation. Gold gilt bei seinen Anhängern als Schutz gegen alle Krisen, weil es schon seit Jahrtausenden seinen Wert behalten habe.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Nur: Das Finanzsystem ist noch nicht zusammengebrochen, der Euro lebt immer noch und Geldentwertung ist bislang nicht eingetreten. Schon melden sich die ersten Kritiker, die sagen, Angst sei ein schlechter Ratgeber – und Gold werde überschätzt.

So manchen, der in den vergangenen Jahren bei Gold zugegriffen hat, beschleichen Zweifel. Immer mehr Anleger in Deutschland rechnen in den kommenden Monaten mit einem fallenden Goldpreis. Jeder fünfte Privatanleger erwartet für die nächsten drei Monate sinkende Preise, wie aus einer veröffentlichten Umfrage der Citigroup Deutschland und TNS Infratest unter hervorgeht.

Befragt wurden 273 private und 38 professionelle Marktteilnehmer im Dezember 2012. In der vorangegangenen Befragung waren nur rund acht Prozent der Meinung, dass der Goldpreis nachgibt.

Kommentare (60)

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Account gelöscht!

19.01.2013, 14:03 Uhr

Und noch vor einem Jahr erzählten die "Analysten" etwas von 2500 Dollar:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/jp-morgan-goldpreis-koennte-auf-2500-dollar-steigen/4477968.html

Pech für diejenige, die diesen Kaffeesatzlesern vertrauen schenkten.

Numismatiker

19.01.2013, 14:33 Uhr

Gold glänzt solange, wie alle Staaten die Inflation anheizen.

Gold ist keine Anlage zum Geldverdienen, sondern eine Absicherung gegen Inflation. Es behält seinen Wert unabhängig davon, welche Papierstücke als Währung gerade in Mode sind.

Numismatiker

19.01.2013, 14:35 Uhr

"Das Finanzsystem ist noch nicht zusammengebrochen, der Euro lebt immer noch und Geldentwertung ist bislang nicht eingetreten."

Die Schlüsselworte sind: "noch" und "bislang"

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