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02.02.2015

17:14 Uhr

Rohstoffe

Goldman rät von einem Investment ab – jedenfalls jetzt

Aktien und Staatspapiere werden in den nächsten Monaten besser laufen als Rohstoffe, sagt die Investmentbank Goldman Sachs. Die Bank nennt aber auch einen Zeitpunkt, wann Anleger wieder einsteigen sollten.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät von einem Investment in Rohstoffe ab – vorerst. dpa

Die US-Investmentbank Goldman Sachs rät von einem Investment in Rohstoffe ab – vorerst.

New YorkRohstoffe werden nach Ansicht der Goldman Sachs Group in den kommenden drei Monaten als Anlageklasse hinter Aktien, Staatspapieren und Unternehmensanleihen zurückbleiben. Erst zum Jahresende ist mit einer Erholung des Ölpreises zu rechnen, der sich positiv auf andere Rohstoffnotierungen auswirken wird, wie die Experten in einer vom 27. Januar datierten Studie voraussagten.

Goldman Sachs senkte den kurzfristigen Ausblick für Rohstoffe auf „Untergewichten“, womit Verluste von bis zu zehn Prozent in Aussicht gestellt werden. Aktien werden sich mit einem Gewinn von 0,4 Prozent der Prognose zufolge wesentlich stabiler entwickeln. Auf Sicht von zwölf Monaten hingegen werden sich laut Goldman Rohstoffe noch vor Aktien als stärkste Anlageklasse erweisen und eine Rendite von zehn Prozent erreichen.

Der Bloomberg Commodity Index ist in dieser Woche auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gefallen, wobei Erdöl, Schweinehälften und Kupfer im laufenden Jahr die bislang stärksten Verlierer waren. Nach einem über zehn Jahre anhaltenden Bullenmarkt steigen derzeit bei Rohstoffen die Lagerbestände, denn die Produktion wurde angesichts der steigenden Preise aufgestockt. Ein aufwertender US-Dollar und fallende Energiekosten verbilligen derzeit in vielen Fällen die Produktion, womit die Marktverwerfungen länger anhalten können.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

„Trotz der zuletzt deutlich gefallenen Rohstoffpreise sind weiterhin kurzfristig Abwärtsrisiken zu erkennen“, stellten die Goldman-Strategen Jeffrey Currie, Christian Mueller-Glissmann und Peter Oppenheimer in ihrer Studie fest. Sinkende Ölpreise lassen die Kosten im weiteren Rohstoffkomplex insgesamt weiter sinken, wie es darin weiter hieß.

Damit wäre der Preisverfall für Rohöl, Gold und Kupfer noch nicht beendet. Goldman rechnet mit einem Ölpreis für die Sorte West Texas Intermediate nahe 40 Dollar über das erste Halbjahr 2015. Seit einem Hoch im Juni hat die Notierung nahezu 60 Prozent verloren und lag zuletzt bei 45,55 Dollar je Barrel.

Ein gebremstes Wachstum der Fördermenge und eine Normalisierung der Lagerbestände bis 2016 wird den Ölpreis nach Ansicht von Goldman zum Jahresende wieder in Richtung der Produktionsgrenzkosten bewegen, die auf etwa 65 Dollar je Barrel im Falle von WTI und 70 Dollar für Brent geschätzt werden. Brent wurde in London zuletzt bei 49,95 Dollar gehandelt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.02.2015, 09:50 Uhr

ROHSTOFFE
Goldman rät von einem Investment ab – jedenfalls jetzt

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Muss sich erst Goldman mit entsprechende Optionen erst selber eindecken...

um es dann zum späteren Teuren Zeitpunkt an seine Kunden weiter zu verkaufen ?


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