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17.12.2014

16:37 Uhr

Rubel-Talfahrt

Maßnahmen gegen „Devisenmarkt-Orgien“ greifen

Die russische Zentralbank stemmt sich weiter gegen die Rubel-Talfahrt: Gemeinsam mit der Regierung wollen die Währungshüter Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt wieder in Balance bringen. Es gibt bereits erste Erfolge.

Russlands Zentralbank schließt einen erneuten Wertverlust des Rubels nicht aus. dpa

Russlands Zentralbank schließt einen erneuten Wertverlust des Rubels nicht aus.

MoskauNach massiven Stützungsmaßnahmen sieht Russland die rasante Talfahrt des Rubels vorerst gebremst. „Die Regierung und die Zentralbank haben gemeinsam mit ernsthaften Schritten begonnen, diese Orgie auf dem Devisenmarkt anzuhalten“, sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Wladimir Putin, Andrej Beloussow, der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Ein erneuter Wertverlust der russischen Währung sei aber nicht auszuschließen. „Von der Preisschwankung beim Erdöl wird sehr viel abhängen“, sagte der frühere Wirtschaftsminister.

Vize-Zentralbankchefin Xenia Judajewa sagte, Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt sollten wieder in eine Balance gebracht werden: „Das wird helfen, den Wechselkurs des Rubel schneller zu stabilisieren.“ Die Landeswährung erholte sich nach der Ankündigung der Notenbank weiter. Bereits zuvor hatte die Regierung für eine Stabilisierung des Kurses gesorgt und angekündigt, zur Stützung der Währung Devisenreserven zu verkaufen.

Der Wirtschaftsexperte Andrej Klepatsch rechnet nach zwei massiven Leitzinsanhebungen der Zentralbank auf nun 17 Prozent mit einem weiteren solchen Schritt der Behörde. „Die Zentralbank wird diese Politik noch ein halbes Jahr lang fortsetzen“, sagte der ehemalige Vizewirtschaftsminister. „Dass die Zentralbank im kommenden Jahr zunächst weiter unter Druck sein und Russland eine Rezession von vermutlich drei Prozent erleiden wird, ist realistisch“, meinte er.

Bei einem Treffen mit den Vorsitzenden der Energiekonzerne Gazprom und Rosneft sowie mit Zentralbankchefin Elvira Nabiullina beriet Ministerpräsident Dmitri Medwedew über die Lage. Er sprach sich erneut gegen eine starke Regulierung des Devisenmarktes aus. Die Rubelkrise sei zum Großteil „Psychologie“, meinte der Regierungschef.

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