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12.10.2015

12:47 Uhr

Russen flüchten nach Kursverlusten

Londons Börse gleicht einem sinkenden Schiff

Für russische Firmen war die Londoner Börse lange Zeit ein Muss. Doch nun machen drei Rohstoffriesen einen Rückzieher – und flüchten. Weitere könnten bald folgen. Der Exodus wurzelt in gleich zwei Krisen.

Londoner Börse wird für Russlands Firmen zum sinkenden Schiff: Die Aktienverkäufe russischer Firmen sind in diesem Jahr auf nur wenige Milliarden geschrumpft. IMAGO

Londoner Börse

Londoner Börse wird für Russlands Firmen zum sinkenden Schiff: Die Aktienverkäufe russischer Firmen sind in diesem Jahr auf nur wenige Milliarden geschrumpft.

LondonOb Gazprom, Rosneft oder Sberbank – die Londoner Börse ist voll von großen russischen Firmen. Lange galt: Wer als russisches Unternehmen weltweit Kapital einsammeln wollte, der ging an die Londoner Börse. Damit ist das jetzt vorbei. Gleich drei von Russlands führenden Firmen aus dem Rohstoffbereich bereiten einen Rückzug von der Börse vor. Es ist nicht wirklich überraschend: Die Rohstoffpreise brechen weltweit ein, das lässt auch die börsennotierten Riesen leiden. Die Aktienverkäufe russischer Unternehmen sin in diesem Jahr auf weniger als eine Milliarde Dollar eingebrochen – verglichen mit mehr als 30 Milliarden Dollar im Jahr 2007.

Eurasia Drilling, die größte Ölbohrfirma des Landes, teilte vergangene Woche mit, ihre Eigentümer und Führungsriege böten den Aktionären ein Buy-Out und einen Rückzug des Unternehmens von der Börse an. Vorher hatte bereits der Kalikonzern Uralkali einen Großteil seines Streubesitzes zurückgekauft und im August ein Delisting in London in Aussicht gestellt. Die Familie von Milliardär Suleiman Kerimow plant ebenfalls, Polyus Gold International wieder als nicht- börsennotierte Gesellschaft zu führen.

Kirill Chuyko, Leiter Aktienanalyse bei der BCS Financial Group in Moskau, glaubt, dass viele kleinere Firmen dem Beispiel der Großen folgen werden. Das Interesse der Eigentümer, ausländische Aktien als eine Expansionsmöglichkeit zu nutzen, nehme im Gleichschritt mit dem Interesse der ausländischen Anleger an Rohstoff- und Schwellenmarkt-Aktien ab.

„Jedes Unternehmen hat einen bestimmten Grund, aber der gemeinsame Nenner ist, dass der Appetit der Investoren auf Aktien aus dem Rohstoffbereich, insbesondere aus Schwellenmärkten, erschöpft ist”, sagte Chuyko. „Gleichzeitig sehen die Eigentümer, dass die Bewertungen der Unternehmen nicht ihre Hoffnungen und Wünsche widerspiegeln, während die Beibehaltung der Börsennotierung Einsatz und Geld kostet.”

Die gesamten Aktienverkäufe russischer Unternehmen dürften in diesem Jahr etwa 30 Mal niedriger als bei ihrem Höchststand im Jahr 2007 liegen, als die globalen Rohstoffpreise rund 90 Prozent über ihrem aktuellen Niveau gelegen hatten. Ein weltweiter Index für Aktien aus Schwellenländern ist in den vergangenen zwölf Monaten um 14 Prozent gefallen. Der Preiseinbruch von Gas und Öl hat Russland dabei mit am stärksten zugesetzt. Die Wirtschaft des Landes schrumpfte im zweiten Quartal auf Jahressicht um 4,6 Prozent.

Kommentare (13)

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Herr Walter Gerhartz

12.10.2015, 13:17 Uhr

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Herr Walter Gerhartz

12.10.2015, 13:17 Uhr

Henry Paul, Sie haben alles sehr gut analysiert.
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Bleibt nur zu hoffen, dass die „Falschspieler“ jenseits des Atlantik sich keine neuen Schweinereien ausdenken, um in Nordafrika Terrain zurück zu erobern.
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Die Zeit spielt jedenfalls gegen die USA.
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Wenn es zu keinem großen „Knall“ kommt und immer mehr Staaten das US-Monopoly Spielgeld als Zahlungsmittel ablehnen, kann die USA Griechenland die Hand reichen und den Offenbarungseid leisten.
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Auf diesen Tag scheint die US – Administration sich schon vorzubereiten, indem sie die FEMA- Camps und Zig-Tausende großer „Familiensärge“ bauen lässt, um die aufgebrachte Bevölkerung einzusperren oder „nieder zu mähen“.
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Bevor sich die US -„Elite“ in Australien, Neuseeland oder anderswo rechtzeitig absetzt.
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Doch man wird die Verbrecher suchen und sie auch in ihren Verstecken finden!

Herr Walter Gerhartz

12.10.2015, 13:18 Uhr

Hinter den Kulissen der Öffentlichkeit unterstützen die USA weiterhin AL KAIDA und deren Ableger....sie wollen also weiterhin den Nahen Osten destablisieren !!
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EU und NATO machen mit und wollen die Sanktionen IM AUFTRAG DER USA nicht beenden !!
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Wir leben wirklich in einer WUNDERBAREN DEMOKRATIE !?!?

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