Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2011

19:13 Uhr

Schattenrat

Volkswirte empfehlen deutliche Zinssenkung

VonNorbert Häring

Der Schattenrat der Europäischen Zentralbank glaubt an klare Signale zur Beruhigung der Märkte. Die EZB solle den Leitzins auf unter einen Prozent senken. Die Mehrheit hält einen halben Prozentpunkt für sinnvoll.

Die EZB soll ein deutliches Signal senden. dpa

Die EZB soll ein deutliches Signal senden.

DüsseldorfProminente europäische Volkswirte empfehlen der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins am Donnerstag auf unter ein Prozent zu senken. Außerdem soll die EZB zusätzliche unkonventionelle Maßnahmen gegen die neu aufgeflammte Bankenkrise beschließen. Dies ist das Ergebnis der letzten Sitzung des EZB-Schattenrats, wie das Handelsblatt vorab aus seiner Montagsausgabe berichtet.

Der EZB-Schattenrat ist ein 2002 auf Initiative des Handelsblatts gegründetes Gremium, dem 15 renommierte europäische Volkswirte angehören.

„Kleine Schritte verpuffen in diesem Umfeld nur“, sagt der Europa-Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland, Jacques Cailloux. Er wirbt dafür, dass der EZB-Rat den Leitzins gleich um einen vollen Prozentpunkt auf nur noch 0,25 Prozent senkt. Drei Schattenräte stimmten für eine Zinssenkung um 0,75 Prozentpunkte, elf hielten eine Senkung um einen halben Punkt für angemessen. Als einziger der 15 Experten war Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer gegen eine Zinssenkung.

Zusätzlich sollte die EZB nach Ansicht der Mehrheit der Experten lang laufende Refinanzierungsgeschäfte für die Banken einführen und die Liste der Wertpapiere, die als Sicherheiten akzeptiert werden, erweitern.  

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Stefan

04.12.2011, 19:52 Uhr

Zusammengefasst: Chefvolkswirte der Banken empfehlen Lösung der Schuldenkrise (und damit Rettung der Banken) durch Verstärkung der Inflationspolitik der EZB auf Kosten des deutschen Sparers (und letztlich, über die früher oder später nötige Rekapitalisierung der Bad Bank EZB, des deutschen Steuerzahlers).

Wie schön.

Account gelöscht!

04.12.2011, 20:18 Uhr

Das war aber doch abzusehen, eine andere Lösung gibt es doch gar nicht mehr.
Zumindest betrifft das dann mal wirklich alle Länder gleich.

Steuerzahler

04.12.2011, 20:47 Uhr

@guenni7
Unsinn, es betrifft die Länder absolut nicht gleich. Länder, die massiv über ihre Verhältnisse gelebt haben und in denen darum Staat und Private hoch verschuldet sind, proftieren von Inflation. Länder, die solide wirtschaften, sparen und auch noch dumm genug sind, kapitalgedeckte private Altersvorsorge zu betreiben, werden per Inflation enteignet. Der deutsche Michel blutet also wie ülich weit, weit überproportional. Was glaubst du denn, warum die Südländer die Inflationspolitik der EZB so toll finden?

Welcher Steuerzahler de facto den griechischen, portugiesischen, irischen, zypriotischen, maltesischen, slowenischen, spanischen und ggf. auch italienischen Anteil an der Rekapitalisierung der EZB zahlen wird, findest du wahrscheinlich auch selbst heraus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×