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20.01.2014

16:18 Uhr

Schulden

Argentinien vor neuem Angebot an Gläubiger

Argentinien will neu verhandeln. Die internationalen Gläubiger des Landes sollen ein neues Angebot über ausstehende Schulden erhalten. Bei Deutschland steht Argentinien mit mehreren Milliarden Dollar in der Kreide.

Eine Frau schwenkt die argentinische Flagge in Buenos Aires. Das Land will mit seinen Gläubigern neu verhandeln. dapd

Eine Frau schwenkt die argentinische Flagge in Buenos Aires. Das Land will mit seinen Gläubigern neu verhandeln.

ParisArgentinien will nach mehr als zehn Jahren seinen Streit mit staatlichen Gläubigern aus dem Ausland wie etwa Deutschland beilegen. Das südamerikanische Land kündigte nach Angaben aus argentinischen Delegationskreisen am Montag an, es werde den im Pariser Club zusammengeschlossenen Gläubigern ein Angebot unterbreiten, wie die ausstehende Schuldensumme von rund 9,5 Milliarden Dollar mit veränderten Konditionen zurückgezahlt werden könnte.

Deutschland zählt neben Japan zu den großen Gläubigern des Landes. Auf die beiden Länder zusammen sollen allein rund 60 Prozent der Schuldensumme entfallen. Die Bundesregierung hatte Mitte vergangenen Jahres in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage den damaligen Schuldenstand Argentiniens gegenüber dem deutschen Staat mit 2,43 Milliarden Euro angegeben. Argentinien hatte seit seiner Staatspleite 2002 darauf keine Tilgungen und Zinszahlungen mehr geleistet.

Argentinien: Chronik einer Pleite

November 2001

Die Argentinier heben täglich große Summen Peso ab, um sie in Dollar zu tauschen. 1,5 Milliarden Dollar fließen an einem Tag aus dem Finanzsystem ab.

3. Dezember 2001

18 Millionen Konten werden gesperrt, insgesamt 66 Milliarden Dollar eingefroren. Ab sofort dürfen die Argentinier pro Woche nur 250 Pesos (250 US-Dollar) abheben.

19. Dezember 2001

In Buenos Aires werden Supermärkte geplündert und Banken attackiert.

20. Dezember 2001

Präsident De la Rúa flieht aus dem Land.

Januar 2002

Präsident Eduardo Duhalde hebt die Wechselkurs-Bindung auf.

März 2003

Néstor Kirchner wird zum neuen Präsidenten gewählt. Er setzte gegen die Gläubiger einen Verzicht auf ihre Gelder von rund 70 Prozent durch.

„Wir werden ein Angebot machen“, hieß es von argentinischer Seite unmittelbar vor dem Beginn von Gesprächen von Wirtschaftsminister Axel Kicillof in Paris. Im Pariser Club wurden die offensichtliche Bereitschaft des Landes zur Zusammenarbeit mit seinen großen Gläubigern mit großem Interesse aufgenommen. Mit Spannung wurde dem angekündigten Angebot des Landes entgegengesehen. Die Länder des Pariser Clubs bestehen allerdings auf einer vollständigen Rückzahlung des Schuldensumme. Alles andere könnte von anderen Schuldnern als Präzedenzfall interpretiert werden, dem man nacheifern sollte, lautet die Befürchtung. Argentinien wiederum hofft auf einen Durchbruch in Paris, weil es sich davon wieder mehr Zugang zu den Kapitalmärkten und zu anderen internationalen Geldquellen verspricht, von denen das Land seit der Staatspleite weitgehend abgeschnitten war.

Im Pariser Club sind staatliche und öffentliche Gläubiger zusammengeschlossen - keine privaten. Derzeit hat der Club 19 ständige Mitglieder.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Seismograph

20.01.2014, 14:41 Uhr

Gerade fuer die beiden Laender sollte Argentinien den Hahn einfach zudrehen, kommt es denn bei deren Freigiebigkeit und der produzierten Gelschwemme doch wirklich nicht auf diese laecherlichen Betraege an!

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