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26.01.2012

01:03 Uhr

Schulden in Griechenland

Währungsfonds dementiert Forderungen an EZB

Der Internationale Währungsfonds fordert doch keine „spezifische Rolle“ der Europäischen Zentralbank in der Debatte um Griechenlands Schuldenerlass. Entsprechende Medienberichte wurden dementiert.

IWF-Chefin Christine Lagarde. dapd

IWF-Chefin Christine Lagarde.

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat dementiert, eine besondere Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Beilegung der griechischen Schuldenkrise gefordert zu haben.

Die EZB sei nicht aufgefordert worden, „eine spezifische Rolle“ bei der Reduzierung der griechischen Schulden auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2020 zu spielen, erklärte IWF-Sprecher William Murray am Mittwoch (Ortszeit) in Washington.

Der IWF habe keine Meinung zu der Aufteilung der Aufgaben zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor. Die „Financial Times“ hatte zuvor von IWF-Forderungen berichtet, die EZB solle auch bei den von ihr gehaltenen griechischen Staatsanleihen im Umfang von rund 40 Milliarden Euro Verluste hinnehmen.

Die Zeitung berief sich dabei auf EU-Kreise. Die EZB ist demnach jedoch dagegen, die Schuldpapiere entsprechend dem Modell privater Gläubiger zu behandeln. Private Gläubiger verhandeln derzeit in Athen mit der Regierung über einen Schuldenschnitt, die Gespräche stocken aber immer wieder.

Es geht um einen Erlass in Höhe von 50 Prozent der Forderungen. Dieser Schuldenerlass, der etwa hundert Milliarden Euro entspricht, ist die Voraussetzung für das im Herbst im Grundsatz beschlossene zweite Griechenland-Hilfsprogramm von IWF und Euroländern in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro.

Wenn es keine Einigung mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt gebe, müssten auch öffentliche Gläubiger wie die EZB sich beteiligen, hatte IWF-Chefin Christine Lagarde am Mittwoch vor Journalisten in Paris gesagt.

Sie verlangte von den Europäern erneut, „Brandmauern“ gegen die Eurokrise einzuziehen. Dann könnten auch die bisher noch zögerlichen Nicht-Euro-Länder ihre Mittel im Kampf gegen die Schuldenkrise erhöhen.

Von

afp

Kommentare (2)

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zonk

26.01.2012, 03:04 Uhr

Heute morgen noch das Gegenteil. Die denken wirklich wir sind bescheuert.

Rene

26.01.2012, 06:53 Uhr

Sind die High Potenzials auch zu anderem in der Lage als nur zu fordern. Können die auch Lösungen anbieten? Also ich meine, Lösungen die über "Deutschland soll zahlen" hinausgehen?

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