Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2017

18:49 Uhr

Schuldenkrise in Griechenland

Athen lotet Rückkehr an Kapitalmarkt aus

Griechenland will sich zurück an den Kapitalmarkt wagen. Voraussetzung ist eine Zusage bei der Schuldenerleichterung. Die Euro-Geldgeber und der IWF haben aber weiterhin unterschiedliche Vorstellungen.

Der griechische Staat kämpft seit Jahren gegen die Überschuldung. dpa

Akropolis in Athen

Der griechische Staat kämpft seit Jahren gegen die Überschuldung.

Athen/LondonGriechenland will sich Insidern zufolge bei einer Einigung mit seinen Geldgebern auf Schuldenerleichterungen erstmals seit drei Jahren wieder an den Kapitalmarkt wagen. Als frühester Termin kommt demnach der Juli infrage, wie Reuters am Dienstag von Regierungsvertretern erfuhr, die anonym bleiben wollten.

Für die Auktion ist eine fünfjährige Anleihe im Gespräch, die einen 2014 aufgelegten Bond ersetzen würde. Dies könnte rund drei Milliarden Euro in die Kasse spülen. Es gehe darum, den Appetit der Anleger auf griechische Schuldenpapiere zu testen, bevor das laufende Rettungsprogramm Mitte 2018 auslaufe. Voraussetzung sei jedoch, dass sich zuvor die internationalen Geldgeber auf Schuldenerleichterungen für Griechenland verständigten.

Griechenland: Athen rutscht wieder in die Rezession

Griechenland

Athen rutscht wieder in die Rezession

Athen hat gerade erst eine Einigung über die Reformen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, erzielt. Nun verkündet das Statistikamt Elstat, dass die Griechische Wirtschaft in die Rezession gerutscht ist.

Dies ist bislang jedoch nicht absehbar: Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht sich für rasche Entscheidungen über konkrete Erleichterungen stark und will sich nur dann am laufenden, bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hellas-Hilfspaket beteiligen.

Deutschland und andere nordeuropäische Staaten wollen dagegen erst nach Ablauf des Programms dazu Entscheidungen treffen, beharren aber zugleich auf einer Beteiligung des IWF. Sie verweisen darauf, dass Griechenland bereits zahlreiche Erleichterungen im Schuldendienst in der Vergangenheit zugestanden wurden.

Zwei weiteren Insidern zufolge hat es zwischen dem IWF und den Euro-Geldgebern bei Beratungen am Montagabend keine Annäherung gegeben. Deshalb müssten die Meinungsverschiedenheiten auf höherer Ebene überbrückt werden, sagte einer von ihnen. Die Eurogruppe hatte bereits vor einem Jahr zugesagt, dass der griechische Finanzierungsbedarf mit Hilfe von Laufzeitverlängerungen und längeren Stundungen bei der Rückzahlung der Schulden mittelfristig nicht über 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen soll.

Slowakischer Minister Kazimir: IWF beteiligt sich wohl an Griechenland-Paket

Slowakischer Minister Kazimir

IWF beteiligt sich wohl an Griechenland-Paket

Nach Einschätzung des Finanzministers der Slowakei wird sich der IWF an den neuen Hilfen für Griechenland beteiligen. Peter Kazimir richtet seine Glückwünsche an die IWF-Chefin Lagarde. Die Expertise des IWF sei wichtig.

Danach soll der Bedarf bei unter 20 Prozent des BIP bleiben. Zudem wurde unter anderem eine Umschichtung von IWF-Krediten auf den Euro-Rettungsschirm ESM in Aussicht gestellt, was für Griechenland eine niedrigere Zinslast bedeuten würde.

Die Euro-Finanzminister treffen sich am Montag, um über den Abschluss der Reformüberprüfung in Griechenland zu beraten und wenn möglich neue Finanzmittel für das hoch verschuldete Land freizugeben. Ob dann auch ein Beschluss über Schuldenerleichterungen erreicht wird, ist noch unklar.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×