Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.09.2011

17:22 Uhr

Schuldenkrise

Notenbanken sind zurück im Krisenmodus

Erinnerungen werden wach: Am dritten Jahrestag der Lehman-Pleite pumpen die Notenbanken der Welt Milliarden in die Märkte und versorgen Banken unbegrenzt mit Dollar. Achtung, Anleger: Beim Crash von 2008 war es genau so.

Auch nach dem Crash von Lehman Brothers im September 2009 fluteten die Zentralbanken die Märkte mit Dollars. dpa

Auch nach dem Crash von Lehman Brothers im September 2009 fluteten die Zentralbanken die Märkte mit Dollars.

FrankfurtDer nächste Coup der Notenbanken im Kampf gegen die Vertrauenskrise an den Märkten: Die wichtigsten globalen Zentralbanken wollen den Banken der Eurozone zusätzliche Dollar-Kredite gewähren und sie so bis ins kommende Frühjahr mit Dollar-Liquidität versorgen. Die Finanzinstitute bekommen bei Bedarf so viele Dollars wie sie wollen. Am Finanzmarkt sorgt die gemeinsame Aktion von EZB, Fed & Co. für ein Kursfeuerwerk.   

Wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA sowie die Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz am Donnerstag mitteilten, werden sie im Oktober, November und Dezember jeweils drei Monate laufende Dollar-Refinanzierungsgeschäfte auflegen. Diese ergänzen die bereits seit Mai 2010 laufenden wöchentlichen Dollar-Tender. Die erste Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober und läuft bis Anfang Januar. Der dritte und letzte Tender endet dann Anfang März. Alle drei Geschäfte würden zum Festzins bei voller Zuteilung an alle teilnehmenden Banken abgewickelt.

Am Finanzmarkt sorgte der Coup der Notenbanker für steigende Kurse vor allem von Finanztiteln. Der Leitindex Dax legte am Nachmittag zunächst 3,69 Prozent auf 5537,46 Punkte zu. Auch EuroStoxx und der europäische Bankenindex  zogen kräftig an. Der Euro legte ebenfalls kräftig zu. An der Pariser Börse verteuerten sich die Anteilsscheine von BNP Paribas sogar um 22 Prozent. Aktien von Societe Generale und Credit Agricole zogen um zehn Prozent an. In Frankfurt ging es für das Papier der Deutschen Bank ebenfalls um zehn Prozent nach oben.   

Hintergrund der Aktion waren Refinanzierungsprobleme am Dollar-Interbankenmarkt. Vor allem europäischen Kreditinstituten war es zunehmend schwer gefallen, sich Geld in den USA zu leihen. Ihre dortigen Geschäftspartner, vor allem US-Fonds, hatten zunehmend zögerlicher Geld nach Europa verliehen. Dollar waren zuletzt in Europa Mangelware, vor allem französische Geldhäuser hatten dem Vernehmen nach öfter Probleme. Damit wurde es für viele hiesige Banken zunehmend schwieriger sich zu refinanzieren. Grund für die Zurückhaltung war die Sorge, die europäischen Institute könnten aufgrund der Euro-Schuldenkrise in Schwierigkeiten geraten.

"Die Krise hat nicht so stark zugenommen, dass die Notenbanken etwas ganz Neues erfinden mussten", sagt Lutz Karpowitz, Devisen-Analyst der Commerzbank. Gleichwohl sei die konzertierte Aktion ein Zeichen für die große Unsicherheit im Markt. "Wenn es diese Unsicherheit nicht gäbe, würden die Banken, die Liquidität haben, diese nicht zurückhalten", sagt Karpowitz.

Dass der Geldmarkt nicht rund laufe, zeige sich schon länger daran, dass die Übernacht-Einlagen bei der EZB deutlich zugenommen haben. Nun drohe zudem ein Liquiditätsengpass in Dollar. "Vor diesem Hintergrund versuchen die Notenbanken jetzt rechtzeitig gegenzusteuern und den Geldmarkt zu beruhigen", sagt Karpowitz. "Es ist eine Beruhigungspille der Zentralbanken. Sie haben klar gemacht, dass jede Bank, die solide da steht, in jeder wichtigen Währung Liquidität erhält."

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pendler

15.09.2011, 16:05 Uhr

Ok, also Geldhahn auf = Wohlstand
Geldhahn zu = Kise

Pendler

15.09.2011, 16:12 Uhr

Stimmt, er hat Recht

Die FDP und die Teaparty ist die einzig mir bekannte Bewegung / Partei, die uns evtl davor schützen könnten, dass wir in totale Diktatur der Babnken hinen geraten.

Ohne die FDP haben wir in ein paar Jahren die Totale EU-Diktatur. Selbst die EZB unterliegt heute NICHT mehr der parlamentarischen Kontrolle.

Account gelöscht!

15.09.2011, 17:51 Uhr

Die PDV setzt viele logischen Ziele direkter um, als die FDP. Leider ist sie noch sehr klein - aber das ist die FDP vielleicht auch bald wieder.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×