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28.04.2011

11:58 Uhr

Schuldenrekord

Investoren misstrauen USA

VonJörg Hackhausen

Die Investoren haben lange stillgehalten. Sie haben den USA immer wieder Kredit eingeräumt. Doch angesichts der Neuverschuldung in Billionenhöhe verlieren sie langsam die Geduld.

Ein kritischer Blick auf frische Dollarnoten: Wie kreditwürdig sind die USA? Quelle: ap

Ein kritischer Blick auf frische Dollarnoten: Wie kreditwürdig sind die USA?

Was, wenn die Amerikaner ihre Schulden nicht in den Griff bekommen? Eine Frage, die früher nicht einmal gedacht werden durfte, wird inzwischen an den Märkten unverhohlen diskutiert. Bill Gross hat den Anfang gemacht. Der führende Kopf bei Pimco, dem weltgrößten Anleiheinvestor, misstraut der Finanzpolitik in Washington und hat sämtliche US-Staatsanleihen verkauft. „Ich habe Wertpapiere, deren Rendite nicht einmal die Inflation ausgleicht. Da gibt es bessere Optionen. Als Firma geben wir uns mit so etwas nicht zufrieden“, begründete Gross den Schritt.

Auch unter deutschen Investoren regt sich Unmut. „Rein rechnerisch sind ja eigentlich viele Länder pleite – auch die USA“, sagt Uwe Zimmer, Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung aus Köln.

Die USA haben allein im laufenden Haushaltsjahr bis zu 1,65 Billionen Dollar neue Schulden angehäuft, rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Gesamtverschuldung der USA liegt über 14 Billionen Dollar. Das heißt noch lange nicht, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden. Die USA sind nach wie vor die größte Wirtschaftsmacht der Welt. Auch zeigt das Beispiel Japan, dass ein Staat lange Zeit ungeniert mit hohen Schulden überleben kann.

„Die Frage ist doch: Können es sich die USA leisten, die Staatsanleihen nicht zu bedienen? Wie viel Zins müssen sie zukünftig zahlen, um bei der Neuausgabe von Treasuries wieder Geld rein zu bekommen, mit dem sie die alten Schulden bezahlen können? Das Thema wird noch einige Jahre gespielt werden, bevor eine der zukünftigen Generationen die Suppe auslöffeln muss“, sagt Zimmer.

Klar ist, dass US-Staatsanleihen (Treasuries) ihren Nimbus als absolut krisensichere Anlagen verloren haben; erst recht, seit es die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) gewagt hat, die Kreditwürdigkeit der Amerikaner anzuzweifeln. S&P hatte Mitte April den Ausblick für das US-Rating von ‚stabil’ auf ‚negativ’ gesenkt.

Kommentare (5)

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Dummschafe

28.04.2011, 13:43 Uhr

Wieso sollen sie nicht kreditwürdig sein ??????
Die FED druckt den USA soviel Dollars wie sie brauchen......damit kann man gut einkaufen gehen.
Es ist eh alles Schuldgeld/Kreditgeld - letztendlich ohne einen Wert.
Aber die dummen Menschen raffen das nicht.
Sehr bald kommt ein BIG BANG - dann bricht weltweit das große Gejammer aus.
Selber Schuld ihr dummen Schafe !!!!!!!

Account gelöscht!

28.04.2011, 13:57 Uhr

Die USA sind zumindest kreditwürdiger als Japan. Die Japanesen würden von den Ratingauguren runtergestuft, die USA aber, die (nicht nur) bei Japan hoch in der Kreide stehen, haben noch ihre AAA-Bonität. Offenbar verzapfen die Ratingfuzzis diesen Irrsinn, weil sie nicht wollen, daß ihnen Flugzeuge in die Bürotürme brettern...

Tilly

28.04.2011, 16:11 Uhr

Es ist das größte Ponzi-Schema aller Zeiten. Mal sehen, wie lange es sich noch hält. Niemand ist wirklich daran interessiert, dass es auseinanderfliegt, aber der Zusammenbruch wird unweigerlich kommen. So ist es mit FIAT-Money: Es kehrt zu seinem eigentlichen Wert zurück, und das ist NULL, falls das einige noch nicht kapiert haben.
Schwachmaten schauen auf den DAX und denken, was Bernanke doch Tolles auf der Pfanne hat. Aber es ist nur eine neue Blase, die da entsteht. Wenn die platzt, dann ist die Kacke am Dampfen... oder so ähnlich!

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