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10.04.2012

09:18 Uhr

Schutz vor Inflation

Immobilien helfen nur bedingt

VonReiner Reichel

Dass Stein und Beton gegen die Geldentwertung helfen stimmt nur bedingt. Denn die Preise von Eigentumswohnungen und Häusern steigen vor allem in Metropolen. Wo Leerstand herrscht winken dagegen keine Renditen.

Die Fassade eines Hochhauses in München. dpa

Die Fassade eines Hochhauses in München.

DüsseldorfSobald ein Volkswirt in Deutschland das Wort Inflation in den Mund nimmt, preisen Immobilienverkäufer Beton und Steine als das Allheilmittel gegen Vermögensverluste an. Doch damit erzählen sie nur die halbe Wahrheit.

Das hat mehrere Gründe: Zwar sind Gewerbemieten in der Regel an die Preissteigerungsrate gekoppelt, also indexiert. Doch wenn der Mietvertrag ausläuft, wird zur aktuellen Marktmiete neu vermietet. Und die lag in der Vergangenheit häufig unter durch Indexierung gestiegenen Mieten. Wohnungsmieten werden ganz selten an die Inflationsrate gebunden. Es würde auch wenig helfen. In Ballungsgebieten steigen Mieten häufig stärker als die Inflationsrate. Wo Leerstand herrscht, ist es umgekehrt. Verkaufspreise von vermieteten Immobilien orientieren sich an den Mieteinnahmen. Wo die Mieteinnahmen hinter der Inflation zurück bleiben, halten auch die Preise nicht mit.

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Ohnehin fehlt den meisten Menschen das Geld, mehrere Gewerbeimmobilien oder Wohnungen zu kaufen. Ein Ladengeschäft, eine Wohnung oder ein Bürohaus mit wenigen Mietern zu kaufen, ist viel zu riskant. Wenn Mieter nicht zahlen können oder wollen, verlieren sie schnell ein Vermögen. Wer mit wenigen Tausend Euro in Immobilien einsteigen möchte, sollte Anteile an einem offenen Immobilienfonds kaufen. Vorsichtige kaufen Fonds von Anbietern, die den Vertrieb selbst steuern können und ihre Fonds in der Krise mit eigenem Geld gestützt haben – was nicht garantiert, dass sie es wieder tun. Dass gute Fonds über viele Jahre Renditen über der Inflationsrate produzieren, zeigen die Grafiken.

Statt sich mit Zinsen unter Inflationsniveau abspeisen zu lassen, ziehen viele nun in die eigenen vier Wände. Der Maklerverband IVD hat festgestellt, dass die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser von 1977 bis 2010 stärker gestiegen sind als die Inflation, aber vor allem in Metropolen und nicht in Kleinstädten oder auf dem Land.


Kommentare (1)

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trottellumme

10.04.2012, 09:36 Uhr

Natuerlich hilft es, wenn man keine Miete mehr zahlen muss, wenn man selbst in der wohnung wohnt. Das ist vor allem eine gute altersvorsorge. Alles promotionsgeschwafel fuer papier (fonds)

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