Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2015

15:57 Uhr

Schwacher Leitindex

Warum die Bullen den Dax trotzdem kaufen

Unter allen Leitindizes von Industrienationen entwickelte sich der Dax im abgelaufenen Quartal am schwächsten. Investoren finden das nicht schlimm. Sie glauben, dass die Rally weitergeht. Und kaufen deutsche Aktien.

Die Erholung des Euro und ein Ausverkauf bei deutschen Staatsanleihen drückten deutsche Aktien auf ein Vier-Monats-Tief. Kein Grund für die Bullen, skeptisch zu werden. IMAGO

imago62892486h

Die Erholung des Euro und ein Ausverkauf bei deutschen Staatsanleihen drückten deutsche Aktien auf ein Vier-Monats-Tief. Kein Grund für die Bullen, skeptisch zu werden.

FrankfurtWas haben die Bullen zum Beginn des Jahres gejubelt. Der Dax erklomm in nur einem Monat gleich zwei historische Meilensteine: die 11.000- und die 12.000-Punkte-Marke. Der schwache Euro und die lockere Hand vom EZB-Chef „Super-Mario” Draghi trieben den Index auf ein Rekordhoch von 12.391 Punkten.

Im zweiten Quartal des Jahres kam die Ernüchterung. Die Erholung der Währung, ein Ausverkauf bei deutschen Staatsanleihen und die festgefahrenen Griechenland-Verhandlungen drückten deutsche Aktien auf ein Vier-Monats-Tief. Somit hatte der Dax unter allen Indizes der Industrienationen die schlechteste Performance, ergeben die Daten der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Viele Investoren kaufen dennoch weiter fleißig deutsche Aktien. Sie spekulieren auf ein Wiederanspringen der deutschen Aktienrally. Sie verweisen auf Prognosen für ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent für dieses Jahr und auf den Euro, der trotz der jüngsten Gewinne seit Jahresbeginn immer noch acht Prozent gegenüber dem Dollar im Minus liegt.

Jean-Paul Jeckelmann, Investmentchef bei Banque Bonhote im schweizerischen Neuchatel, kaufte Aktien von Volkswagen und Adidas, als der Dax 8,5 Prozent absackte. Er setzt darauf, dass Konsumwerte am stärksten von einem Konjunkturaufschwung profitieren werden.

Börse Frankfurt: Griechenland lässt den Dax nicht los

Börse Frankfurt

Griechenland lässt den Dax nicht los

Das nahende griechische Referendum lässt die Dax-Anleger zögern. Nach einem eher lahmen Handel verbuchte der Dax am Tagesende ein Minus. Die Anleger warten auf den nächsten Akt des Griechen-Dramas.

Und er ist nicht der einzige. So haben in den vergangenen zwei Monaten Investoren, die die Schwäche zum Kaufen nutzen, mehr als 1,3 Milliarden Dollar in einen börsengehandelten Fonds investiert, der deutsche Aktien verfolgt. „Es geht um den Unterschied zwischen ernsthaften Investoren und dem spekulativen 'heißen' Geld”, sagt Jeckelmann. „In den ETFs steckt viel institutionelles Geld, und sie kaufen den Markt immer noch, auch wenn er sich ein bisschen konsolidiert hat.”

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Spiegel

02.07.2015, 19:52 Uhr

Warum die Bullen den Dax trotzdem kaufen"
Der Mogel-Dax ist nicht käuflich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×