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12.12.2013

12:56 Uhr

Schweiz

Notenbank hält an expansiver Geldpolitik fest

Weil die Konjunktur im anliegenden Ausland so labil ist, setzt die Schweizer Notenbank weiterhin auf expansive Geldpolitik. Der Zins soll auf Rekordtief bleiben und weitere Devisenkäufe hält sich die Bank offen.

Sie wollen Kurs halten: Die Notenbänker der SNB um  Thomas Jordan wollen die Geldpolitik noch nicht straffen. Reuters

Sie wollen Kurs halten: Die Notenbänker der SNB um Thomas Jordan wollen die Geldpolitik noch nicht straffen.

DüsseldorfDie Schweizer Notenbank (SNB) traut der Konjunkturerholung noch nicht und hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Der Schlüsselzins bleibt bei null, den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken wollen die Währungshüter weiterhin mit aller Kraft durchsetzen. Sie stehen bereit, wenn nötig Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen. „Der Franken ist nach wie vor hoch bewertet“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag in Bern. Und die hohe Bewertung werde anhalten.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor beließ die Notenbank bei null bis 0,25 Prozent. Diese Niedrigzinspolitik fällt der Notenbank angesichts der geringen Teuerung in der Schweiz nicht schwer. „Gegenwärtig gibt es keine Anzeichen für einen Anstieg der Inflation in der Schweiz“, sagte Jordan. Die SNB rechnet im kommenden Jahr mit 0,2 Prozent Teuerung, nach einem Preisrückgang von 0,2 Prozent in diesem Jahr. 2015 erwarten die Währungshüter dann einen Preisanstieg von 0,6 Prozent.

In der Schweiz rechnen die Währungshüter im kommenden Jahr mit einer Wachstumsbeschleunigung auf rund zwei Prozent, nach einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 bis zwei Prozent in diesem Jahr. Aufgrund der verletzlichen Konjunkturlage im Ausland dominieren aber noch immer die Abwärtsrisiken, hieß es.

Das Sorgenkind der Notenbank bleibt der Immobilienmarkt, der angefeuert von den niedrigen Zinsen zu überhitzen droht. Die Hypotheken seien 2013 stärker gewachsen als die Wirtschaft und die Situation habe sich im Laufe des Jahres verschärft, erklärte Vizepräsident Jean-Pierre Danthine. „Dies bedeutet, dass gesamtschweizerisch die bereits hohe Verschuldung weiterhin rascher zunimmt als die Fähigkeit, diese Schuld mit dem Einkommen auch zu tragen.“ Die Notenbank prüft regelmäßig, ob der sogenannte antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden sollte. Wegen der Gefahr eine Immobilienblase müssen Banken für Wohnbauhypotheken seit Ende September bereits ein Prozent mehr Eigenmittel als normalerweise halten. Auf Antrag der SNB kann die Regierung von den Banken verlangen, bis zu 2,5 Prozent mehr Eigenmittel als normalerweise vorzuhalten.

Von

rtr

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