Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2013

17:59 Uhr

Schweiz

Währungshüter im Visier der Strafverfolgung

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Philipp Hildebrand eingeleitet. Der Ex-Präsident der Notenbank soll Amtsgeheimnisse verletzt haben. In der Schweiz kochen Erinnerungen an einen Skandal hoch.

Hildebrand werde mit der Bundesanwaltschaft kooperieren, erklärte ein Sprecher für BlackRock Inc. AFP

Hildebrand werde mit der Bundesanwaltschaft kooperieren, erklärte ein Sprecher für BlackRock Inc.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, Philipp Hildebrand, wegen mutmaßlicher Amtsgeheimnisverletzung eingeleitet.

Eine nicht genannte Einzelperson habe 2012 eine Anzeige erstattet, sagte Marc Bubeck, ein Sprecher für BlackRock Inc., wo Hildebrand, 50, nun als Vice Chairman in London tätig ist. Die Bundesanwaltschaft in Bern bestätigte die Ermittlungen in einer E-Mail am Donnerstag, nannte jedoch keine Einzelheiten.

Hildebrand war zwei Jahre Präsident der SNB in Zürich. Er trat im Januar 2012 wegen eines Devisenkaufs seiner Frau in Höhe von 504.000 Dollar zurück. Die Transaktion erfolgte drei Wochen bevor die SNB im September 2011 eine Franken-Deckelung einführte. Einzelheiten der Transaktion wurden öffentlich, nachdem sie von einem Mitarbeiter der Bank Hildebrands weiter gegeben wurden.

Philipp Hildebrand: In die Versenkung und zurück

Philipp Hildebrand

In die Versenkung und zurück

Der ehemalige Schweizer Notenbankchef geht zum Vermögensverwalter Blackrock.

„Herr Hildebrand weist die Anschuldigungen entschieden zurück und leistet der Bundesanwaltschaft gegenüber jede notwendige Unterstützung, um diese Angelegenheit zu klären“, schrieb Bubeck in einer E-Mail. „Das anhängige Verfahren wurde demnach nicht von der Bundesanwaltschaft selbst initiiert, sondern stützt sich auf diese Anzeige.“

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Etiquette

22.08.2013, 18:44 Uhr

Der Präsident der SNB hat weltweit eine der attraktivsten Positionen, die der öffentliche Sektor zu vergeben hat. Absolute Trading-Zurückhaltung ist de Rigueur. Pflicht ohne Ausnahme für alle Haushaltsangehörigen. Nur schon der geringste Verdacht muss vermieden werden.Tatsächlich. Die Aufgabe als Präsident der SNB ist nicht schlecht dotiert. Aber als Vice-Nobody bei Black-Irgendwas sehen die Gehalts-Zahlen sicher nochmals anders aus.

Account gelöscht!

22.08.2013, 21:02 Uhr

Man mußte damals kein Insider sein, um sich seiner überschüssigen Franken zu entledigen. Man mußte nur die Zeitung lesen.

Oder sollte seine Frau ihn lieber erpressen? Etwa so: "Wegen Dir verzichte ich auf dieses offensichtliche Geschäft, wenn Du mir an Weihnachten den entgangenen Gewinn erstattest."

Da will man immer, daß sich die Frauen emanzipieren, und dann ist es auch wieder nicht recht.

Ehrlich

26.08.2013, 07:20 Uhr

Dass Philipp Hildebrand mit Devisen handelte, kann ich mir nicht vorstellen. Er ist Multimillionär und sicher nicht auf einen Gewinn von 75 000 aus. Jeder, welcher regelmässig die Zeitung las, wusste, welche Veränderung bevorstand, das hat mit Insiderwissen nichts zu tun gehabt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×