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16.06.2016

13:00 Uhr

Schweizer Notenbank

Vor dem Brexit-Votum wird nicht an der Zinsschraube gedreht

Die Schweizer Notenbank hält vorerst das Zinsniveau stabil. Sollten die Briten aber für einen EU-Austritt stimmen, werde man aber weitere Maßnahmen ergreifen, kündigt Notenbankchef Thomas Jordan an.

Die Referenzzinssätze bleiben in der Alpenrepublik im Minusbereich. dpa

Schweizer Franken

Die Referenzzinssätze bleiben in der Alpenrepublik im Minusbereich.

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) ist angesichts der bevorstehenden Abstimmung über einen EU-Austritt Großbritanniens in Alarmbereitschaft. Im Zuge des Votums könne es vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag auf einer Pressekonferenz anlässlich der vierteljährlichen Lagebeurteilung der SNB. „In diesem Zusammenhang werden wir die Lage genau beobachten und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen.“

Die historisch tiefen Negativzinsen tastete die SNB nicht an: Das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor beließen die Währungshüter eine Woche vor dem britischen Referendum unverändert bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Die Sichteinlagen der Banken bei der SNB werden weiterhin mit 0,75 Prozent belastet. Auch von Reuters befragte Volkswirte hatten nicht mit Änderungen gerechnet.

„Insgesamt spielt die SNB auf Zeit und wartet das Brexit-Referendum ab“, sagte Daniel Hartmann, Ökonom bei der Bantleon Bank. Sollte es zu einem Brexit kommen, werde die SNB allerdings noch stärker unter Druck kommen und um eine Leitzinssenkung auf minus 0,90 Prozent oder sogar minus 1,0 Prozent nicht umhinkommen.

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Negativzinsen und Stützungskäufe am Devisenmarkt sind seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Anfang 2015 die Hauptinstrumente der SNB im Kampf gegen den starken Franken. Zwischenzeitlich hatten die Währungshüter damit auch Erfolg, und der Franken schwächte sich etwas ab. Doch zuletzt flüchteten viele Investoren aus Angst vor den unabsehbaren Folgen eines Brexits in den sicheren Hafen Schweiz: Der Franken hat zum Euro seit dem Start der vergangenen Handelswoche knapp drei Prozent an Wert gewonnen und die stärkste Aufwertung innerhalb einer Woche seit der Aufhebung des Mindestkurses verbucht. Am Donnerstag lösten die Äußerungen der SNB keine stärkeren Kursbewegungen aus. Euro und Dollar waren mit 1,0825 Franken und 0,9605 Franken praktisch unverändert.

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Das dreiköpfige Direktorium der SNB um Präsident Jordan will den aus Sicht der Notenbanker deutlich überbewerteten Franken schwächen: Denn eine starke Währung macht Schweizer Waren im Ausland teuer und schadet damit der exportorientierten Wirtschaft des Landes. Diese dürfte nach Einschätzung der SNB im laufenden Jahr real um ein bis 1,5 Prozent wachsen - nach einem Plus von 0,9 Prozent im Vorjahr.

Zudem rechnen die Währungshüter für 2017 weiterhin mit einer Rückkehr der Inflation in den positiven Bereich. Nach minus 0,4 Prozent 2016 werde die Teuerung im kommenden Jahr bei plus 0,3 Prozent liegen und 2018 auf plus 0,9 Prozent ansteigen.

Von

rtr

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