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10.01.2012

21:30 Uhr

Schweizerische Nationalbank

Notenbank sucht unter Zeitdruck neuen Präsidenten

Nach dem Rücktritt des SNB-Präsidenten Hildebrand sucht der Bankrat einen geeigneten Nachfolger. Viel Zeit bleibt nicht - angesichts der Eurokrise ist jederzeit ein Ansturm auf den Franken möglich.

Hansueli Raggenbass, Präsident des schweizerischen Bankrates, vor dem Parlamentsgebäude in Bern. dpa

Hansueli Raggenbass, Präsident des schweizerischen Bankrates, vor dem Parlamentsgebäude in Bern.

ZürichNach dem Rücktritt des SNB-Präsidenten Philipp Hildebrand hat der Bankrat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Dienstag in einer ersten Runde über einen Nachfolger beraten. Über das Ergebnis der Sitzung wurde nichts bekannt. Ein Sprecher der SNB bestätigte am Abend lediglich, dass das elfköpfige Gremium die gegen Mittag begonnenen Beratungen um etwa 18.00 Uhr beendet habe.

Der Geschäftsverteilungsplan des Bankrates sieht vor, dass eine dreiköpfige Ernennungskommission eine erste Kandidatenliste erstellt, die dann vom gesamten Bankrat abgesegnet und der Schweizer Regierung (Bundesrat) zugeleitet wird. Der Bundesrat kann einen der Kandidaten ernennen, aber selbst keine neuen Namen ins Spiel bringen. Wie lange der Ausschuss für eine erste Kandidatenliste braucht, ist offen.

In früheren Fällen dauerte die Auswahl mehrere Wochen. Dieses Mal dürften sich die Bankräte nicht so viel Zeit lassen können, um die Lücke an der SNB-Spitze zu füllen. Angesichts der Euro-Krise sei jederzeit wieder ein Ansturm auf den ohnehin überbewerteten Franken möglich und dann müsse die Notenbank-Spitze voll besetzt und handlungsfähig sein, argumentierte ein Beobachter.

Der Zeitdruck dürfte für SNB-interne Kandidaten sprechen. Da kommen vor allem die drei stellvertretenden Direktoren Thomas Moser, Thomas Wiedmer oder Dewet Moser infrage. Wenn es auf internationale Erfahrung ankommt, hat wohl Thomas Moser die besten Chancen. Bevor er Anfang 2010 zur SNB kam, vertrat er die Schweiz beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Wiedmer, der viel länger als Thomas Moser bei der SNB ist, ist für die innenpolitisch heikle Frage der Banken- und Finanzmarktstabilität zuständig. Dewet Moser, ebenfalls schon lange bei der Notenbank, leitet die geldpolitischen Operationen der SNB.

Als potenzielle von außen kommende Kandidatin genannt wurden am Dienstag wie schon bei früheren Neubesetzungen der SNB-Spitze die aus der Schweiz stammende und in Mainz lehrende Professorin Beatrice Weder di Mauro. Sie ist auch Mitglied des deutschen Wirtschaftsweisen. Genannt wurden auch die beiden Spitzenbeamten beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern, Aymo Brunetti und Serge Gaillard.

Aus dem dreiköpfigen Direktorium wählt die Regierung dann den Präsidenten der SNB. Es gilt als ausgemacht, dass Hildebrands bisheriger Stellvertreter Thomas Jordan dieses Amt erhält. Am Montag wurde Jordan als Interims-Präsident eingesetzt und er erklärte sich bereit, das Amt auch auf Dauer zu übernehmen.

Von

rtr

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