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24.12.2013

08:31 Uhr

Schwellenländer 2014

Warten auf das Comeback

VonJan-Henrik Förster

Schwellenländer-Aktien bleiben auch 2014 ein heißes Eisen. Doch für wagemutige Investoren gibt es unzählige Einstiegsmöglichkeiten – vor allem China scheint weiterhin attraktiv. Doch auch anderswo wartet Rendite.

Anleger in China: Gute Chancen im Land des Drachen.

Anleger in China: Gute Chancen im Land des Drachen.

Zugegeben: Es war ein miserables Jahr für Schwellenländer-Aktien. Und: 2014 dürfte vermutlich auch nicht als Comeback-Jahr der Emerging Markets in die Börsengeschichte eingehen. Gerne versichern vermeintliche Finanzexperten, dass die grundsätzliche Story hinter dem Schwellenländer-Boom – verlockende Fundamentaldaten wie ein starkes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes – weiterhin dieselbe ist.

Das allein ist aber noch kein Einstiegsargument. Wirtschaftswachstum ist historisch gesehen nicht gleichbedeutend mit einer steigenden Aktienrendite. Beispiel China: Der Aktienmarkt entwickelte sich hier längst nicht so rasant wie die Skylines von Shenzhen oder Peking.

Während Aktienmärkte von Frankfurt bis New York 2013 Rekord um Rekord brachen, der MSCI-World-Index um über 20 Prozent zulegte, fiel der MSCI Emerging-Market-Index in diesem Jahr um über sechs Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn.

Gleich zweimal flüchteten Investoren aus den Emerging Markets; immer dann, wenn Ben Bernanke Andeutungen gemacht hatte, seine Anleihekäufe von 85 Milliarden US-Dollar pro Monat zurückzufahren. Zu der Tapering-Diskussion kamen politische Unruhen in der Türkei und Brasilien, ein lahmendes Wachstum in China sowie Unsicherheiten rund um die Euro-Zone.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

„Der größte Druck auf Schwellenländerindizes rührte von Investoren, die Ende 2012 die Liquiditätsschwemme genutzt haben, um in den aufstrebenden Märkten einmal mehr pauschal auf Wachstum zu setzen“, sagt Nick Price, Fondsmanager bei Fidelity. „Bei den ersten Anzeichen einer bevorstehenden Zinswende, stürmten diese Investoren alle gleichzeitig aus dem Ausgang.“

Als die Fed schließlich tatsächlich ernst machte und sein Bond-Kaufprogramm drosselte, fiel der MSCI-Index zwar; der Verlust war allerdings längst nicht vergleichbar mit den Einbrüchen vom Juni oder September. Dies dürfte auch eine Signalwirkung für kommendes Jahr haben. In anderen Worten: Die Schwellenländer als Anlageklasse haben die schlimmsten Einbrüche hinter sich.

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