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26.01.2009

15:03 Uhr

Schwellenländer

Bric-Börsen: Wende mit Fragezeichen

VonJörg Hackhausen und Christian Panster

Die Rezession trifft die großen Schwellenländer hart - Aktienexperten reden die Bric-Börsen dennoch stark. Sie gehen davon aus, dass die Auswirkungen der Finanzkrise zwar kräftig auf das Wirtschaftswachstum durchschlagen, die Emerging Markets dem weltweiten Abschwung aber besser standhalten als die etablierten Märkte.

Spannung an der Börse in Shanghai: Auch der aufstrebenden Wirtschaftsnation China drohen herbe Einbußen. Foto: Reuters

Spannung an der Börse in Shanghai: Auch der aufstrebenden Wirtschaftsnation China drohen herbe Einbußen. Foto: Reuters

FRANKFURT. Aktienstrategen setzen auf eine Erholung der großen Schwellenländer-Börsen. Zumal einstige Überflieger wie Brasilien, Russland, Indien und China - kurz: die Bric-Staaten - schon einen heftigen Absturz hinter sich haben.

Der MSCI-Bric-Index ist in den vergangenen zwölf Monaten um 55 Prozent abgerutscht. In São Paulo und Moskau wurden die Börsen sogar zeitweise dicht gemacht. Geholfen hat das wenig. Den russischen Leitindex RTX erwischte es am härtesten: um fast 74 Prozent sackte das Börsenbarometer in Moskau ab. Dagegen fällt das Minus von rund 40 Prozent im Dow Jones oder beim Dax geradezu moderat aus.

"Als Reaktion auf die Verschlechterung der weltweiten Wirtschaftslage haben Anleger die Schwellenländer als zu riskant eingestuft und die in den vergangenen Jahren erzielten Gewinne mitgenommen", sagt Allan Conway, Aktienstratege der Investmentgesellschaft Schroders. Die Verluste seien jedoch übertrieben. "Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind gut, sie werden dem weltweiten Abschwung gewachsen sein." Conway räumt jedoch ein, dass Anleger kurzfristig mit starken Schwankungen und weiteren Enttäuschungen rechnen müssten.

Die fetten Jahre sind auch für die aufstrebenden Märkte vorerst vorbei. Investoren werden Geduld brauchen. Fest steht für die meisten Experten, dass das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer bei weitem nicht an die fabelhaften Prozentraten der vergangenen Jahre heranreichen wird. Die WestLB etwa rechnet damit, dass sich die Wachstumsraten in etwa halbieren werden.

Insbesondere China drohen empfindliche Einbußen. Bereits im Schlussquartal 2008 sackte dort das Wirtschaftswachstum nach amtlichen Statistiken um rund 2,2 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent ab. Für dieses Jahr prognostizieren Experten Werte zwischen fünf und acht Prozent. Obschon eine so hohe Rate für die meisten Industriestaaten unerreichbar erscheint, stellt sie für China einen erheblichen Einbruch dar. Denn nur bei einem Wachstum von rund sieben Prozent schaffen die Unternehmen ausreichend Arbeitsplätze für die Millionen Wanderarbeiter.

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