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13.06.2013

16:33 Uhr

Schwellenländer

Chancen bleiben trotz Kratzern am Image

Emerging Markets sind auf dem Rückzug. Immer mehr Anleger ziehen ihre Gelder aus Schwellenland-Fonds und -Aktien ab. Renditen können aber weiterhin erzielt werden – allerdings nicht ganz ohne jedes Risiko.

Börsenbulle in Shanghai: Viele Schwellenländer-Aktien verlieren ihren Reiz. AFP

Börsenbulle in Shanghai: Viele Schwellenländer-Aktien verlieren ihren Reiz.

Für die Märkte der Schwellenländer war der Mai ein Monat zum Vergessen. Die Währungen der aufstrebenden Staaten rutschten gegenüber dem Dollar auf das niedrigste Niveau seit Monaten, mitunter seit Jahren. Fonds mit dem Fokus auf Schwellenland-Anleihen verzeichneten zum ersten Mal in diesem Jahr Mittelabflüsse. "Die Saat des Zweifels wurde gesät, was die Entwicklung der Schwellenmärkte angeht", glaubt UBS-Stratege Manik Narain. Andere Experten verweisen jedoch auf die langfristigen Chancen, die sich in Emerging Markets bieten.

Nach Daten des Analysehauses EPFR Global zogen Anleger in der Woche zum 29. Mai unterm Strich 229 Millionen Dollar aus Schwellenland-Fonds ab. Aus Aktien-Fonds floss mit 2,9 Milliarden Dollar sogar so viel Geld wie seit Ende 2011 nicht mehr. Einige Investoren fürchten, dass Emerging Markets von dem sich abzeichnenden Aufschwung in den USA kaum profitieren werden, weil sich die weltgrößte Volkswirtschaft wieder stärker auf die Produktion im Heimatland konzentriert. Importe aus Schwellenländern könnten damit an Bedeutung verlieren.

Investieren in Schwellenländern

Wo können Anleger investieren?

In vielen Schwellenländern ist die Anlage von vornherein ausgeschlossen, weil etliche Barrieren vorliegen, etwa Beschränkungen für ausländische Investoren, Besteuerung oder das Fehlen von Aktienmärkten. Damit ist das Spektrum sehr viel kleiner als die Zahl der 170 Länder.  Mobius setzt nur auf die FELT-Märkte. FELT steht für fair, effizient, liquide und transparent. Er kommt so auf mehr als 60 Länder, in denen sich Investments lohnen könnten.

Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

Wie wichtig sind Schwellenländer-Börsen?

Die Börsen der Schwellenländer werden immer wichtiger. 2011 entfielen bereits 34 Prozent der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Welt auf Schwellenmärkte. Zehn Jahre zuvor waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

Wie entwickeln sich die Börsen in den Schwellenländern?

Die Kursentwicklung kann sich sehen lassen: Die Schwellenländermärkte haben den US-Markt von 1998 bis 2012 um rund 940 Prozent übertroffen und den globalen Markt um mehr als 1.360 Prozent. Natürlich schwankt die Wertentwicklung von Jahr zu Jahr. Und manchmal schneiden die Schwellenmärkte auch schlechter ab.

Welche Anlageinstrumente gibt es?

Anleger können natürlich nicht nur in Investmentfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets und entsprechende börsennotierte Indexfonds (ETFs) investieren, sondern auch in Einzeltitel, die an den dortigen Börsen notiert sind. Außerdem gibt es an Aktienmärkten in Industrieländern notierte Hinterlegungsscheine für Schwellenländeraktien.

Wie viele Fonds gibt es?

Als Templeton 1987 den ersten börsennotierten Schwelländerfonds auflegte, engagierte sich noch kein anderer US-Investmentfonds in nennenswertem Umfang in Übersee. Heute stehen Anlegern mehr als 6000 Aktienfonds mit Schwellenländer-Engagements offen.

Wie stark sind Anleger investiert?

Obwohl bereits mehr als 30 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf die Aktienmärkte der Schwellenländer entfallen, sind sie in den Portfolios institutioneller US-Investoren nur mit drei bis acht Prozent gewichtet.

Attraktiv blieben Staaten wie China oder Indien trotzdem, nachdem sie in den vergangenen zehn Jahren eine gewaltige konjunkturelle Entwicklung hingelegt hätten, sagt hingegen Susanne Hellmann, Geschäftsführerin von ING-Investment Management Germany. Zusammen mit Brasilien, Russland, Mexiko, Südkorea, Indonesien und Taiwan stünden sie heute für mehr als die Hälfte des globalen Wachstums. Hinzu kommt, dass auch die Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit vieler Länder vergleichsweise moderat ausfallen, wie Franz Kaim vom Vermögensverwalter Vertiva erklärt.

Kommentare (1)

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hanji

13.06.2013, 19:13 Uhr

zit. "... meint Hellmann von ING: Vorsichtig muss man weiterhin bei kleineren Staaten wie etwa Korea sein."
Was sucht eines der höchst entwickelten, schon fast post-industriellen Länder der Welt in einem Artikel über Emerging Markets? Wann nennt die Wallstreet die Volkswirtschaften, über die sie urteilt, endlich beim Namen!!?? Also: Neuseeland, Portugal, Zypern und Griechenland = "Agrarländer" (und nicht Industrie- oder gar Schwellenländer). Singapur, Taiwan, Korea(Süd) = Industrieländer (und nicht Schwellenländer), da in fast allen Entwicklungsfeldern dem Westen+Japan weit voraus. Indien = Entwicklungsland, und zwar extrem arm und rückständig in allen Indikatoren.

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