Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2013

15:19 Uhr

Schwellenländer

Die Chance auf eine Renaissance

Zuletzt lief es nicht gut. Doch nach der Entscheidung der US-Notenbank, an der Politik des billigen Geldes festzuhalten, legten die Schwellenländer-Börsen stark zu. Analysten sagen sogar eine neue Rally voraus.

Das Taj Mahal: Indiens Währung war zuletzt kräftig unter Druck. AFP

Das Taj Mahal: Indiens Währung war zuletzt kräftig unter Druck.

Frankfurt/DüsseldorfNicht nur an der Wall Street kam die Entscheidung der US-Notenbank Fed gut an, auch weiterhin über Anleihekäufe Monat für Monat satte 85 Milliarden Dollar in den Markt zu pumpen. Auf diese überraschende Nachricht reagierten die Börsen weltweit mit steigenden Kursen. Besonders in Schwellenländern wie Indien, Indonesien und der Türkei war die Erleichterung der Investoren spürbar.

Die Kurse an den Börsen in Mumbai, Jakarta und Istanbul schnellten nach der überraschenden Ankündigung der Fed zwischen drei und sieben Prozent nach oben. Am Devisenmarkt kletterte die indische Rupie auf den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen, die indonesische Rupie und die türkische Lira zogen ebenfalls kräftig an.

Mark Mobius: Das Erfolgsgeheimnis eines Altmeisters

Mark Mobius

Das Erfolgsgeheimnis eines Altmeisters

In seinem neuen Buch schreibt er über Chancen und Risiken.

Zuletzt hatten Investoren die sogenannten Emerging Markets verschmäht. Milliarden war abgeflossen. Wer investiert blieb, musste herbe Verluste verkraften. Doch nun könnte sich das Blatt wenden. Analysten sagen den Börsen der Schwellenländer eine länger anhaltende Renaissance voraus. „Die Signale der Fed lassen uns den Markt radikal anders bewerten“, verkünden beispielsweise die Analysten der Société Générale. „.Einen pessimistischen Blick auf die Schwellenländer halten wir nicht länger für angemessen“.

In den vergangenen Wochen hatten sich Investoren von den einst beliebten Schwellenländern abgewandt und auf attraktive Renditen in den USA gesetzt. Auslöser waren Anzeichen für eine nachhaltige Konjunkturbelebung der weltgrößten Volkswirtschaft. In der Hoffnung darauf gingen die US-Börsen auf Rekordjagd; der Leitindex Dow Jones hat seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent zugelegt.

Bedeutung der Schwellenländer für Anleger

Welche Länder sind Schwellenländer?

Schwellenmärkte sind die Finanzmärkte von Volkswirtschaften im Wachstumsstadium ihres Entwicklungszyklus und weisen ein niedriges bis mittleres Pro-Kopf-Einkommen auf. Diese Länder liegen in aller Regel in Asien (ohne Japan), dem Nahen Osten, Osteuropa, Zentral- und Südamerika und auch in Afrika. Insgesamt sind es etwa 170 Länder.

Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

Wie bedeutend sind diese Länder?

Auf Schwellenländer entfallen 77 Prozent der globalen Landmasse, mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung, mehr als 65 Prozent der globalen Devisenreserven und rund 50 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

Wie viele Menschen leben in den Emerging Markets?

2010 lebten rund 5,7 Milliarden Menschen in Schwellenländern – etwa fünf Mal so viele wie in den Industrieländern mit ihren 1,2 Milliarden Einwohnern. Allein China und Indien haben mehr als 2,5 Milliarden Menschen – in etwa das Vierfache der rund 700 Millionen Bürger der USA und der Europäischen Union.

Wer sind die „Big Five“?

China, Indien, Indonesien, Brasilien und Russland sind die sogenannten Big Five und sind nach sämtlichen Maßstäben rentable Schwellenmärkte. Sie sind nicht nur in der Entwicklung begriffen, sondern gehören auch zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt, China, Brasilien und Indien sogar zu den Top Ten. Marc Mobius ist überzeugt: „Diese Volkswirtschaften sind ganz klar die Wirtschaftsmotoren des 21. Jahrhunderts.“

Wie stark wachsen die Emerging Markets?

Von 2000 bis 2010 wuchsen die Volkswirtschaften von vier maßgeblichen Schwellenländern, nämlich Brasilien, Russland, Indien und China (Bric), um 112 Prozent. Die USA, Großbritannien und Japan brachten es nur auf vergleichsweise magere auf 14 Prozent.

Einhergehend mit den Hoffnungszeichen aus den USA geriet das Wirtschaftswachstum in einigen Schwellenländern ins Stocken. Hohe Leistungsbilanzdefizite und Verschuldung bereiteten den Investoren Kopfzerbrechen, und sie zogen massiv ihr Geld ab. Die Börsen gerieten unter Druck. Der brasilianische Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn mehr als acht Prozent verloren, die indische Börse hat lediglich bescheidene vier Prozent gewonnen. Währungen der aufstrebenden Länder fielen im Sog der Kapitalflucht der Investoren teilweise auf Rekordtiefs zum Dollar. Das ließ die Verluste der Euro- und Dollar-Anleger ansteigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×