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10.01.2014

14:44 Uhr

Schwellenländer

Investments mit Risiken und Nebenwirkungen

Einst galten die Schwellenländer als heißester Anlagetrend. Jetzt gilt das Gegenteil. Die großen Banken raten dazu, Geld aus den Emerging Markets abzuziehen. Warum Anleger nicht mehr auf Schwellenländer setzen.

Zuckerhut in Rio de Janeiro: Die Euphorie der Anleger ist verflogen. dpa

Zuckerhut in Rio de Janeiro: Die Euphorie der Anleger ist verflogen.

New YorkSchwellenländer ließen bis vor kurzem noch die Herzen der Börsianer höher schlagen. BRIC oder MIST waren Abkürzungen, die für steigende Kurse und ertragreiche Investments standen. Doch die Stars des Börsenhimmels verlieren an Glanz. Vergangenes Jahr ging der Ausverkauf in den Schwellenländern los und wird sich nach Ansicht der größten Banken der Wall Street fortsetzen. Es sei kein vorübergehendes Phänomen.

So rät Goldman Sachs den Investoren, ihre Allokation auf Anlagen in den Emerging Markets um ein Drittel zu verringern, von neun Prozent auf sechs Prozent. Die Bank geht von einer „erheblichen Underperformance“ für Aktien, Anleihen und Währungen über die kommenden zehn Jahre aus.

JP Morgan erwartet, dass Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung dieses Jahr nur noch zehn Prozent des durchschnittlichen Ertrags seit 2004 einbringen werden und bis auf ein Prozent abbröckeln können. Morgan Stanley rechnet mit weiteren Kursverlusten bei Währungen wie Real, Rubel und türkischer Lira. Im vergangenen Jahr gab es bereits Verluste von bis zu 17 Prozent.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Überflieger werden zu Nachzüglern

Während der Finanzkrise, als es für die Börsen der Industrienationen kräftig bergab ging, zeigten die aufstrebenden Länder Brasilien, Russland, Indien und China Stärke: Ihre Finanzmärkte lieferten überdurchschnittliche Erträge. Nach Einschätzung von Morgan Stanley dürften nun jedoch einige der Länder zu Nachzüglern werden, da die US-Notenbank Federal Reserve ihre beispiellosen geldpolitischen Anreize zur Konjunkturankurbelung zurückfährt und die Zinsen steigen.

Der MSCI Emerging Markets Index für Aktien hat dieses Jahr bereits drei Prozent verloren und sank am Montag auf ein Vier-Monats-Tief als Konjunkturdaten aus China enttäuschend ausfielen. Zum Vergleich: der Industrieländerindex hat 1,2 Prozent eingebüßt.

„Noch vor kurzem war die Welt so gebannt von den Schwellenländer-Märkten, dass sie nicht zwischen gut und schlecht unterschieden hat“, sagt Stephen Jen, Partner bei SLJ Macro Partners in London. Er hatte im vergangenen Jahr den Ausverkauf in den Schwellenländern korrekt vorausgesagt. „Die Kapitalkosten werden beginnen, sich zu normalisieren und dann wird sich die Wahrheit in diesen Märkten herauskristallisieren.“

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