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29.04.2016

06:01 Uhr

Sell in May and go away?

Der Sommer könnte stürmisch werden

VonJessica Schwarzer

Die Brexit-Abstimmung, Konjunktursorgen, politische Krisen – mögliche Auslöser für einen turbulenten Börsensommer gibt es einige. Sollten Anleger getreu der Börsenweisheit „Sell in May“ aussteigen? Was taugt die Regel?

Getty Images

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DüsseldorfAm Wochenende tanzen Millionen Menschen in den Mai – gut gelaunt, voller Vorfreude auf den Sommer. Den einen oder anderen Börsianer plagen allerdings Zweifel. Alles verkaufen? Raus aus den Aktieninvestments? Das könnte beim Blick auf den Kalender nämlich eine gute Idee sein.

Die Sommermonate sind an der Börse schließlich die schlechteren Monate. Wer sich im Mai von der Börse verabschiedet und erst im Herbst wieder einsteigt, erzielt die bessere Rendite. Das zumindest besagt die alte und viel zitierte Börsenweisheit. „Sell in May and go away, but remember to come back in September“. Doch bringt Anlegern diese Börsenregel wirklich Mehrrendite?

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Die Experten der DZ Bank haben errechnet, dass die alte Mai-Regel durchaus ihre Gültigkeit hat. Tatsächlich hat sich der Dax seit 1960 in den Sommermonaten schwächer entwickelt als in den Wintermonaten. Im Zeitraum von Oktober bis April legte der deutsche Leitindex im Schnitt 1,1 Prozent pro Monat zu, von Mai bis September kam er gerade mal 0,1 Prozent pro Monat vom Fleck.

Eigentlich sprechen diese Ergebnisse dafür, dass Anleger entsprechend handeln. „Das ist eine der wenigen Börsenregeln, die so klar sind, dass man ihren Nutzen wissenschaftlich überprüfen kann“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Doch so einfach ist es eben nicht. „Hier scheint es zwar Evidenz zu geben, dass in der Vergangenheit die Monate Mai bis September schlechtere Börsenmonate waren als die übrigen“, ergänzt er. „Allerdings kann man daraus leider nicht schlussfolgern, dass es ratsam sei, in diesen Monaten am Aktienmarkt nicht investiert zu sein.“

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Denn eine ausgeprägte Korrektur, wie sie die Börsenweisheit voraussagt, sieht definitiv anders aus. Der Juli ist laut DZ Bank historisch gesehen sogar einer der stärksten Monate im Jahresverlauf. Meistens bewegten sich die Kurse in den Sommermonaten seitwärts.

Kommentare (3)

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Herr Chris Woodley

29.04.2016, 12:45 Uhr

Die Börse ist kapriziös wie eine schöne Frau oder das Wetter. Sie versteht es, mit tausend Zauberkünsten zu schillern, um ihre Beute anzulocken, und in dem Augenblick, wo man es am wenigsten erwartet, zeigt sie einem die kalte Schulter. Mein Vorschlag: Man sollte die Launen kühl übergehen und vor allem keine logische Erklärung dafür suchen.
(Andre Kostolany)

Account gelöscht!

29.04.2016, 14:38 Uhr

1. An der Börse kann es steigen oder fallen!

2. An der Börse kann es fallen oder steigen!

Natürlich kann zuerst 2. dann erst 1. eintreten.

Natürlich kann 1. und 2. auch mehrmals täglich wechseln.

Wichtige ist nur eines: Einen Kommentar dazu schreiben!

Frau Teresa Freier

29.04.2016, 14:58 Uhr

Wenn man in Aktien investiert macht man es meistens langfristig, ob die um 0,1 oder 1,1 steigen ist langfristig nicht so wichtig. Ich bin ein nervöser Mensch und habe mich für ein Robo Adviser entschieden, sonst würde ich mich nicht trauen zu investieren. Beim durchlesen dieser Artikel würde man jedes Jahr vor Angst alles Verkaufen, bin jetzt schon ein paar Jahre dabei und der Markt hat sich immer wieder erholt.

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