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14.11.2013

17:21 Uhr

Senatsanhörung

Yellen spricht sich für Fortsetzung von lockerer Geldpolitik aus

Die neue Fed-Chefin Janet Yellen will den expansiven Kurs in der Geldpolitik beibehalten. Sie machte aber auch deutlich: Die Anleihenkäufe der Federal Reserve werden „nicht für immer“ fortgesetzt.

Janet Yellen vor dem US-Senat. AFP

Janet Yellen vor dem US-Senat.

WashingtonDie designierte US-Zentralbankchefin Janet Yellen hat sich klar für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik ausgesprochen. „Ich halte es für unerlässlich, alles zu tun, um eine sehr starke wirtschaftliche Erholung zu fördern“, sagte Yellen am Donnerstag bei der Anhörung zu ihrer Nominierung vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington. Ein voreiliger Kurswechsel in der Geldpolitik würde dem Land teuer zu stehen kommen.

Unter ihrer Führung werde die Zentralbank „den Willen und das Engagement“ an den Tag legen, das Wachstum und den Arbeitsmarkt zu stärken, sagte Yellen. Zugleich machte sie aber deutlich, dass die milliardenschweren Anleihenkäufe der Federal Reserve „nicht für immer“ weitergeführt werden könnten.

Die designierte Nachfolgerin von Zentralbankchef Ben Bernanke versicherte, dass die Inflation unter der Zielmarke von zwei Prozent liege und auf absehbare Zeit keine Gefahr für die Wirtschaft darstelle. „Ich glaube, dass eine heutige Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung der sicherste Weg ist, zu einem normaleren geldpolitischen Ansatz zurückzukehren“, betonte Yellen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Mit ihrer Politik des günstigen Geldes versucht die Fed seit Ende 2008, gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise anzukämpfen. Der Leitzins verharrt auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Solange die Arbeitslosigkeit in den USA über 6,5 Prozent liegt, will die Zentralbank an diesem Niveau nicht rütteln. Im Oktober betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent.

Darüber hinaus erwirbt die Fed jeden Monat Staatsanleihen im Umfang von 45 Milliarden Dollar sowie Hypothekenpapiere in Höhe von 40 Milliarden Dollar. Mit dem Programm pumpt sie zusätzliches Kapital ins Finanzsystem, um so Kredite billiger zu machen. Die Finanzmärkte erwarten allerdings, dass die Anleihenkäufe in den kommenden Monaten zumindest gedrosselt werden.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

14.11.2013, 17:41 Uhr

"Die neue Fed-Chefin Janet Yellen will den expansiven Kurs in der Geldpolitik beibehalten".

Ich sehe das mal so, dass es keinen Weg zurück gibt. Der Punkt ist schon lange überschritten.

Uns steht ein Jahre lange (Jahrzehntelange) finanzielle Repression bevor oder alles löst sich in einem großen Knall auf.

Keine Ahnung was passieren wird oder was besser ist.

Nur irgendjemand muss die Party bezahlen, eine für alle schmerzlose Lösung kann es nicht geben.

Account gelöscht!

14.11.2013, 18:37 Uhr

Da stimme ich zu. Es ist doch so, dass niemand genau hinschauen möchte. Augen zu und durch! Das wird aber in Zukunft nur noch schlimmer zurück schlagen.

Frank3

14.11.2013, 18:43 Uhr

Fresst das Schuldengeld ABER IST NIEMAND MEHR DA , der euch Zinsen verdienen könnte mit Kaufkraft UND GESUNDE MACHEN IMMER WENIGER SCHULDEN , UM euch Zinsen zu bezahlen ? SELBER ERARBEITEN , MIT WAS FÜR ERDE BLEIBEND ? ihr doch NICHT UND keine Idioten mehr für euch . . . VIEL SPASS MI DEN GELDSCHULDEN DIE AN BÖRSE INVESTIERT HABT !!! In Deutschland wird Geld verdient aber NICHT STEUERZAHLEND IN Deutschland . . . .
WACH WERDEN : WAS IST GELDKREISLAUF und wer hat RECHT STAAT GENOMMEN von Steuer zu leben ? UM ?

Frank Frädrich . . .

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