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21.03.2011

15:27 Uhr

Sichere Investments

Wie Anleger ihr Vermögen schützen

VonJohannes C. Bockenheimer

Wenn die Märkte zittern, fliehen Anleger aus Aktien und stürmen in vermeintlich sichere Anlagen wie Gold. Eine Analyse zeigt, ob sich das ausgezahlt hat. Was Anleger in der aktuellen Situation wissen sollten.

Erste Wahl in Krisenzeiten: Investments in Gold. Quelle: dpa

Erste Wahl in Krisenzeiten: Investments in Gold.

FrankfurtJapan liegt in Trümmern. Der Tsunami hat Tausenden Menschen den Tod gebracht, Schäden in Milliardenhöhe verursacht und jetzt zittert das Land vor dem Atom-Gau. Kein Wunder also, dass auch an den Märkten Panik herrscht. Tokios Leitindex brach zeitweise um mehr als 14 Prozent ein, und auch die Devisen- und Rentenmärkte kamen ins Schleudern. Die Japan-Katastrophe ist damit der heftigste Marktaufreger seit der Lehman-Pleite.

„Wir stehen vor einer undurchsichtigen Situation“, sagt Markus Taubert, Leiter des Private Bankings bei der Berenberg Bank. Die Krisen-Nachrichten würden nur in Häppchen serviert, das sorge für Unruhe an den Märkten, sagt der Banker. Für Japan werde das Beben noch einen spürbaren Wirtschafts-Einschnitt bringen, sagt Taubert. Ob es allerdings die Weltwirtschaft bewegen werde, bezweifelt Taubert: „Es ist ein Vertrauensthema, kein realwirtschaftliches Thema.“ Anleger tun also gut daran, besonnen zu handeln.

Denn die subjektive Wahrnehmung muss nichts mit der objektiven Realität zu tun haben. Der von Handelsblatt.com in Kooperation mit der Privatbank Donner & Reuschel erstellte Rendite-Risiko-Radar hilft, den Überblick zu behalten. Der Betrachter kann darin beliebige Ein- und Ausstiegszeitpunkte definieren und erkennt die Rendite, die seine Anlage erbracht hätte. Dabei räumt das Tool mit populären Irrtümern auf.

Risiken bei Gold

Etwa dem Mythos vom Gold als renditeträchtigster Anlage, um Krisen zu umschiffen. Zwar können Anleger, die 1990 zu Gold griffen, sich heute über eine Wertentwicklung von 7,1 Prozent freuen. Besser schnitt jedoch Silber ab. Satte 11 Prozent Rendite brachte das Edelmetall Investoren ein, die sich vor zwanzig Jahren mit Silberwerten eindeckten.

Noch größer fiel die Rendite für ungeduldige Investoren aus: Wer 2007 in den Silbermarkt ein- und zwölf Monate später wieder ausstieg, konnte eine Rendite von 31 Prozent einstreichen. Von 2009 bis 2010 erwirtschafteten Silberanleger gar eine atemberaubende Rendite von 92 Prozent.

Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten: Gold-Anleger wurden bei der Rendite von den Silber-Investoren zwar abgehängt, allerdings luden sich die Gold-Anleger weniger Risiko auf. Wer in den 90er-Jahren das Edelmetall nur kurzzeitig hielt, musste mitunter Wertverluste zwischen vier und acht Prozent hinnehmen. Drastischer wurden versilberte Depots abgestraft: Anlagen, die weniger als ein Jahr gehalten wurden, verloren in den 90er-Jahren mitunter zwischen 12 und 23 Prozent.

Beim Bankhaus Donner & Reuschel spielen Edelmetalle daher nur eine untergeordnete Rolle: Der Markt sei zu volatil und unberechenbar sagt Sascha Veit, Vermögensverwalter bei der Hamburger Bank. Gerade in Krisenzeiten drohe den Anlegern daher, auf Gold- oder Silber-Zertifikaten sitzenzubleiben. In Krisenzeiten oder Phasen steigender Inflation würden Edelmetalle zwar oftmals als sicherer Hafen angesehen und steigen im Kurs. Langfristig müsse allerdings bedacht werden, dass Gold und Silber keine laufende Rendite wie eine Dividende oder einen Kupon abwirft. Insofern könne Gold oder Silber daher lediglich als Versicherung angesehen werden, die im Notfall einspringt und Verluste in anderen Anlageklassen ausgleicht. „Japan braucht jetzt Kapital, keine Goldbarren“, sagt Veit.

Kommentare (6)

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Martin

21.03.2011, 15:49 Uhr

Und wieder einmal eine Anti-Gold Kampagne.....
Gold dient in erster Linie der Absicherung.
Unsere korrupten und velogenen Politiker und das Privatbankenkartell tun ja ihr möglichstes um die Masse der Menschen in die Abhängigkeit und Armut zu treiben.
Sowohl der Euro als auch der Dollar und noch viele andere Währungen sind nicht mit Wert abgesichert. Es ist FALSCHGELD ohne Wert. Gebohren aus dem NICHTS.
Die dummen Menschen bezahlen auch noch ZINSEN und ZINSESZINSEN für diesen BETRUG !!!!
Wann wachen die Menschen ENDLICH auf ??????????

Freidenker

21.03.2011, 16:30 Uhr

Ein Anstieg des Goldpreises in US-Dollars und besonders ein schneller Anstieg erschüttert das Fundament unter dem US-Dollar und damit aller anderen Papiergelder in der Welt. Warum? Weil dann eine Fluchtbewegung aus diesem Papier, hinter dem nichts als der Glaube an den Staat steht, einsetzt. Diese Papiergelder enden dann bald in einer Hyperinflation. Oder: Inflation ist die ultimative Steuer. “Eine Steuer, von der die Leute nicht wissen, dass sie besteuert werden. Eine Steuer für Leute, die an Papiergeld und an ihre Regierung glauben” (Warren Buffett). Wenn diese „Inflationssteuer“ zu groß wird, wie jetzt, beginnt die Flucht ebenfalls.
"Falls das amerikanische Volk jemals die Kontrolle über die Herausgabe ihrer Währung auf Banken übertragen sollte, werden diese und die Firmen, die sich um sie bilden, unter dem Einsatz von Inflation und Deflation, dem Volk solange ihr Eigentum wegnehmen, bis die Kinder obdachlos auf dem Kontinent, den ihre Väter einst in Besitz nahmen, aufwachen. Die Herausgabe von Geld soll von den Banken weggenommen werden, und zurück auf den Kongress und das Volk übertragen werden. Ich glaube aufrichtig, dass Banken, mit dem Recht Geld herauszugeben, gefährlicher für die individuellen Freiheitsrechte sind als eine stehende Armee." Thomas Jefferson, 3. Präsident der USA (1801-1809)



Besonders bei Silber ist fast nichts mehr da, auch die Eliten gehen jetzt aggressiv in Gold. Die Preise dieser Geldmetalle dürften bald richtig explodieren. Vermutlich sehen wir gerade den großen Preisausbruch, der das Finanzsystem zum Einsturz bringen wird. In der Geschichte wurde immer bei einer Gelddruckerei wie jetzt die Währung einmal abverkauft. Dieses mal wird es wieder geschehen, allerdings gibt es dann keinen Dollar mehr, in den man flüchten könnte. Man muss in die Rettungsboote aus Gold.

PikAs

21.03.2011, 16:33 Uhr

In Anbetracht der vielen alternativlosen Rettunsschirme, der ausufernden Staatsverschuldung und der Gewissheit, dass unsere Regierung seit Jahren bewusste Fehlentscheidungen trifft, sollte man es sich überlegen, wie man sein Geld anlegt.
Geschichte wiederholt sich - tja - Währungsreform und/oder Inflation voraus.

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