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23.10.2015

18:52 Uhr

Sinkende Leitzinsen

Chinas Notenbank sieht's locker

Die Zentralbank in Peking kämpft gegen Konjunkturschwäche. Mit einer Zinssenkung bringt die Notenbank frisches Geld unter das Milliardenvolk. Das Problem: Die Methode nutzt sich langsam aber sicher ab.

Pekinge

Nicht nur die EZB lässt die Zügel locker. dpa

Chinesische Notenbank

Nicht nur die EZB lässt die Zügel locker.

Anfang der Woche meldete China erstmals seit Beginn der Finanzkrise weniger als sieben Prozent Wachstum. Nun schreitet die Notenbank ein. Die Verantwortlichen in der People's Bank of China (PBoC) sehen die zweitgrößte Volkswirtschaft unter „Abwärtsdruck“, wie sie in einer Stellungnahme auf ihrer Internetseite schreiben. Daher sei eine Senkung des Leitzinses nötig gewesen.

Die Notenbank senkte den Leitzins am Freitag bereits das sechste Mal seit Ende vorigen Jahres. Zudem räumte sie den Banken mehr Spielraum zur Kreditvergabe ein. Falls nötig wollen die Währungshüter nachlegen, um der Konjunktur den nötigen Schub zu verpassen. Sie war zuletzt unter die Marke von sieben Prozent gerutscht. Die Wirtschaftslenker laufen somit Gefahr, ihr angepeiltes Wachstumsziel für dieses Jahr zu verfehlen. Daher wollen sie nun alle Hebel in Bewegung setzen und auch Spielräume in der Haushaltspolitik ausloten, wie Ministerpräsident Li Keqiang ankündigte.

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Mit ihrer zusehends lockeren Geldpolitik stehen die Chinesen nicht allein: Erst am Donnerstag hatte EZB-Chef Mario Draghi angesichts durchwachsener Konjunkturaussichten die Tür für eine noch größere Geldflut in der Euro-Zone weit geöffnet. Das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik hat sich zuletzt auf 6,9 Prozent verlangsamt. Viele Experten hatten daher zwar erwartet, dass die Zentralbank ihre Schatulle weiter öffnen wird.

Dass sie nun aber schon einen Tag nach den Draghi-Äußerungen reagierte, kam den Märkten höchst gelegen: Der Dax sprang um bis zu 3,3 Prozent auf 10.834 Punkte, der Eurostoxx gewann knapp drei Prozent auf 3450 Punkte. Auch an der Wall Street ging es bergauf. „Die Hoffnung auf noch mehr billiges Geld wird nun wieder einmal zur treibenden Kraft an den Aktienmärkten”, sagte Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets.

Laut Ökonom Ilan Solot von der US-Privatbank BBH hat China den Termin für die Zinssenkung klug gewählt. Die Wirtschaft brauche Unterstützung und zugleich bereite die Inflation der Notenbank noch keine Sorge: „Die Währungshüter haben das Zeitfenster sofort genutzt. Davon dürften die Aktienmärkten in China profitieren.”

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