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15.06.2016

20:37 Uhr

Sitzung der US-Notenbank

Fed lässt Leitzins vor Brexit-Votum unverändert

Die US-Notenbank hat sich auf der Juni-Sitzung wie erwartet gegen eine Erhöhung des Leitzinses entschieden. Zu unkalkulierbar scheinen die Risiken des drohenden Brexits zu sein. Die Wall Street reagiert mit Kursgewinnen.

Die US-Notenbank hatte zuletzt im Dezember 2015 den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben, nachdem er zuvor seit der Finanzkrise Ende 2008 auf einem Niveau nahe Null gelegen hatte. AP

Fed-Chefin Janet Yellen

Die US-Notenbank hatte zuletzt im Dezember 2015 den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben, nachdem er zuvor seit der Finanzkrise Ende 2008 auf einem Niveau nahe Null gelegen hatte.

WashingtonDie US-Notenbank Fed schiebt die erste Leitzinserhöhung in diesem Jahr weiter auf die lange Bank. Die Währungshüter entschieden am Mittwoch einstimmig, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in der Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent zu belassen. Experten hatten angesichts des bevorstehenden britischen Votums über einen EU-Ausstieg damit gerechnet, dass die Fed wegen möglicher Folgen für die Finanzmärkte vorerst stillhalten wird. Die Fed erwähnte dieses Risiko zwar nicht explizit im Begleittext zum Zinsentscheid. Allerdings hieß es, sie werde die Entwicklung der globalen Konjunktur und der Finanzwelt im Auge behalten.

Der maue Start der Wirtschaft ins Jahr und ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht für Mai lieferten der Notenbank weitere Gründe, die Zügel noch nicht anzuziehen. Die Fed erwartet jedoch, dass sich die Lage am Jobmarkt nach dem jüngsten Durchhänger wieder aufhellt. Experten rechnen damit, dass die Fed den nächsten Schritt nach oben frühestens im Juli oder September wagen wird.

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Die Währungshüter ließen sich in Sachen Zeitplan nicht in die Karten blicken. Sie signalisierten aber, dass sie dieses Jahr weiterhin zwei Erhöhungen anpeilen. Das Zinsniveau dürfte dann Ende 2016 wie bereits im März avisiert bei 0,875 Prozent liegen. Die US-Börsen bauten ihre Gewinne weiter aus. Der Dollar gab gegenüber dem Euro und dem Yen nach.

Experten erhofften sich von der Pressekonferenz mit Fed-Chefin Janet Yellen nach dem Zinsentscheid Aufschluss darüber, wie die Notenbank weiter vorgehen will. Die einflussreichste Währungshüterin der Welt hatte zunächst eine Anhebung in den nächsten Monaten in Aussicht gestellt, diese Formel jedoch jüngst in einer Rede kassiert.

Von

rtr

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