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17.06.2015

16:31 Uhr

Sitzung der US-Notenbank

Wann kommt die Zinswende?

Wann erhöht die geldpolitische Supermacht den Preis für Geld? Kaum eine Frage beschäftigen die Wall Street und Finanzexperten rund um den Globus derzeit stärker. Heute könnte es einen Hinweis auf den Zeitpunkt geben.

ineUS-amerikanische Dollar-Noten mit einer USA-Fahne. Die US-Notenbank Federal Reserve denkt derzeit über Zinsanhebungen nach. Einen Hinweis über das Datum könnte es heute nach der Sitzung geben. dpa

US-Notenbank - Dollar

ineUS-amerikanische Dollar-Noten mit einer USA-Fahne. Die US-Notenbank Federal Reserve denkt derzeit über Zinsanhebungen nach. Einen Hinweis über das Datum könnte es heute nach der Sitzung geben.

Mit Spannung gibt die US-Notenbank am Mittwoch um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit die mit Spannung erwarteten Ergebnisse ihrer Zinssitzung bekannt. Zwar wird in Finanzkreisen nicht erwartet, dass die Fed erstmals seit 2006 ihre Zinsen erhöht. Allerdings gehen Experten davon aus, dass es Hinweise gibt, wann die weltweit größte Volkswirtschaft die Politik des superbilligen Geldes vorsichtig hinter sich lässt.

Wenn die geldpolitische Supermacht Federal Reserve den Preis für Geld erstmals seit fast einem Jahrzehnt erhöht, werden die Karten an den Devisen- und Aktienmärkten neu gemischt. Die USA werden für Kapital tendenziell attraktiver, Schwellenländer wie China müssen sich auf Turbulenzen einstellen. Trotz steigender Nervosität an den Finanzmärkten wird Notenbankchefin Janet Yellen sie am Mittwoch wohl noch weiter auf die Folter spannen - zu diffus ist das Bild, das die US-Wirtschaft derzeit abgibt.

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Die Notenbanken pumpen weiter unvorstellbare Summen in die Märkte. Experten fürchten den nahenden Kollaps. Nobelpreisträger Robert Shiller sieht die Börsen auf einem ähnlichen Weg wie vor der Finanzkrise.

An der Wall Street wird damit allgemein gerechnet, dass die Zinswende erst im dritten Quartal erfolgt. Die USA haben seit der schweren Finanzkrise historisch niedrige Leitzinsen von null bis 0,25 Prozent.
Also dürfte sich der Nebel wird sich aber wohl bis zum Spätsommer lichten. Und dann der Weg für eine Erhöhung frei sein - das Ende einer Ära, die die Notenbank zum Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 mit historisch niedrigen Zinsen nahe null Prozent eingeläutet hat.

Derzeit kann sich die Fed jedoch noch nicht ausreichend sicher sein, dass die USA dieses geldpolitische Wendemanöver unbeschadet überstehen. Zu Jahresbeginn schrumpfte die Wirtschaftsleistung - auch wegen des ungewöhnlich kalten Winters. Nach Ansicht von Fed-Beobachter Bernd Weidensteiner ist nun Besserung in Sicht. Er erwartet, dass das Wachstum im zweiten Quartal anziehen wird. „Wenn sich die Konjunktur in halbwegs geordneten Bahnen weiter bewegt, dürfte sich die Notenbank im September sicher genug für eine Zinserhöhung fühlen“, sagt der Commerzbank-Ökonom.

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Weil starke Verbindungen zwischen den Volkswirtschaften bestehen, will die US-Notenbank Fed die globalen Auswirkungen der bevorstehenden Zinswende berücksichtigen. Auch mit anderen Folgen rechnen die Geldpolitiker.

Doch Hypotheken in den USA sind so teuer wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Und auch die Kosten für Auto-Kredite ziehen an. Dies sind nicht gerade beste Voraussetzungen dafür, dass der Konsum und das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte anspringen. Wenn die Fed im September dennoch die Zinswende wagt, wäre es ein kleiner und zugleich historischer Schritt: Die letzte Erhöhung datiert vom Juni 2006.

Womöglich wird sich Yellen zu der Aussage durchringen, dass die Konjunkturerholung für höhere Zinsen in diesem Jahr spricht. Diese Botschaft dürfte beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei der Weltbank nicht gut ankommen. Beide mahnen, die Zinsentscheidung aufs nächste Jahr zu verschieben: „Sie befürchten Turbulenzen in Schwellenländern, dass dort Kapital abfließt und Wachstum beeinträchtigt wird“, meint Weidensteiner. Weltbank-Chefvolkswirt Kaushik Basu empfiehlt diesen wirtschaftlich aufstrebenden Ländern, vorsorglich Sicherheitsgurte anzulegen.

Denn steigende Zinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft lassen den Dollar aufwerten und führen womöglich zu Wechselkursturbulenzen in den Schwellenländern. Investoren, die mit ihrem Geld den Boom in Staaten wie der Türkei und China befeuert haben, legen es dann auf der Jagd nach Rendite wohl lieber in den USA an. Das könnte China hart treffen.

Kommentare (4)

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Herr Helmut Metz

17.06.2015, 17:46 Uhr

Ich gebe Frau Yellen lieber einen anderen Hinweis:
Ihr Verein hat die Grafik ja selbst angefertigt, dann könnens das auch sicher beantworten. Na, werte Dame, was gedenkens denn gegen diese Steigerung zu tun?? (Okay, ich kenn die Antwort ja schon: das ist nicht Ihr Job...)
1990: 3 Billionen USD
2000: 5,5 Billionen USD
2010: 13 Billionen USD
2015: 18 Billionen USD
https://research.stlouisfed.org/fred2/series/GFDEBTN

Herr Renatus Isenberg

17.06.2015, 18:31 Uhr

Höhere Zinsen für $ Anleihen bedeutet die Talfahrt des Euro setzt sich fort. Der Schweizer Franken würde ohne Intervention über den Euro steigen. Auslandsresien werden für Europäer deutlich teurer. Mit einem Euro unter einem Dollar sind die Exportchancen für Europa sehr gut, die der USA immer weniger weniger gut. Sind die USA wirklich in der Lage , das Ungleichgewicht auszuhalten? Nein, wirtschaftlich können die USA sich das nicht erlauben. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie aufwerten. Die USA können sich die Zinserhöhung politisch erlauben, weil Obama nichts mehr zu bestellen hat und der Wähler sowieso einen neuen Präsidenten wählen muss. Die Order zur Zinserhöhung kommt natürlich von der "Weltregierung", bestehend aus der FED und deren Umfeld der Reichsten der Reichen.

Herr Manfred Zimmer

17.06.2015, 18:52 Uhr

"Wann kommt die Zinswende?"

Stellen Sie die Frage doch anders: "Wer will die Wende?"

Bei dieser Fragestellung nähert man sich der Antwort m.E. klarer.

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