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16.08.2013

15:23 Uhr

Soros, Paulson, Buffett & Co.

Börsengurus setzen auf Aktien

VonSerkan Dizbay

Paulson trennt sich von Gold, Buffett verkauft seine Lieblingsaktie, Soros spekuliert gegen die USA. Was hinter den jüngsten Käufen und Verkäufen der bekanntesten Spekulanten der Welt steckt.

In Kauflaune: Anlegerguru Warren Buffett. Reuters

In Kauflaune: Anlegerguru Warren Buffett.

Milliardenschwere Investoren trennen sich von Gold und setzen stattdessen wieder auf US-Aktien. Prominente Börsengurus wie Soros, Paulson und Buffett glauben dennoch an keine nachhaltige Erholung der amerikanischen Wirtschaft.

Das zeigt ein Blick in Daten der US-Börsenaufsicht SEC, bei der Investoren ihre Käufe und Verkäufe vierteljährlich melden müssen. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem zweiten Quartal 2013. Für Spannung ist gesorgt.

Danach haben sowohl George Soros als auch John Paulson ihre Beteiligung am SPDR Gold Trust, dem weltgroßen Goldfonds, deutlich heruntergefahren. Paulson reduzierte seine Anteile am Fonds SPDR Gold Trust auf 10,2 Millionen Anteile. Zum Ende des ersten Quartals lag der Wert mit 21,8 Millionen Anteilen noch mehr als doppelt so hoch. Verkauft wurden überdies Optionen zum Kauf von Aktien des Goldförderers Barrick Gold. 

Damit ändert Paulson seine bisherige Strategie. Lange Zeit galt der US-Investor, der mit Wetten auf ein Platzen der Immobilienblase schwer reich wurde, als größter Gold-Optimist am Markt. Ein Einbruch des Goldpreises um 23 Prozent im zweiten Quartal scheint seine Meinung nun geändert zu haben. Erstmals seit 2011 reduzierte der in New York ansässige Hedgefonds von Paulson seine Goldbestände.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Einst war Paulson der gefeierte Star der Hedgefonds-Szene. Er verdiente Milliarden, weil er auf den Crash am US-Immobilienmarkt wettete. Doch zuletzt geriet Paulson massiv unter Druck. Mit seiner Wette auf steigende Goldpreise fuhr er in diesem Jahr hohe Verluste ein. Das von ihm verwaltete Vermögen schmolz von knapp 40 auf heute 18 Milliarden Dollar zusammen.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

16.08.2013, 15:55 Uhr

So langsam werden auch die alten "Guros" senil.

sirmike

16.08.2013, 16:08 Uhr

Die Summe der Beteiligungen in Buffetts Berkshire Hathaway übertraf erstmals die Marke von 100 MILLIARDEN US-Dollar, nicht Millionen!

pirx

16.08.2013, 17:35 Uhr

Stanilsav Lém soll dafür so eine Geschichte erfunden haben: den Kosmokrator, ein Raumschiff, das deswegen umgekippt war, da der bordeigene Rechner aufgrund der ganzen Raumdaten-Informationen aufgrund der Menge von Informationen schlichtweg kollabiert gewesen sein soll.

7Milliarden Menschen betreiben einen Hyper-Rechner: Kinder, das wird kippen wie der Kosmokrator.

Und der kippt grade dass die Schwarte kracht.

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