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05.10.2016

15:59 Uhr

Sparer und der Nullzins

Es kommt noch schlimmer

VonIngo Narat

Bisher hielten sich die Konsequenzen für Sparer in der Nullzinswelt in Grenzen. Das wird sich nach Meinung der Deutschen Bank bald ändern. Der Blick nach vorne sieht düster aus: 2017 könnte es ein böses Erwachen geben.

Der EZB-Chef will mit Tiefzinsen die Wirtschaft ankurbeln. AFP; Files; Francois Guillot

Mario Draghi

Der EZB-Chef will mit Tiefzinsen die Wirtschaft ankurbeln.

FrankfurtAlle Welt redet vom Nullzins. Die Deutsche Bank auch. In einer aktuellen Analyse titeln die Experten: „Schwierige Zeiten für deutsche Sparer“. Mit einem Zinssatz von Null müssen Anleger zwar schon heute kalkulieren. Das böse Erwachen wird es aber erst im nächsten Jahr geben, schätzen die Experten.

Bisher ist die Welt nämlich noch einigermaßen in Ordnung. Deutsche-Bank-Analyst Oliver Rakau belegt das mit Zahlen. Bisher hielten sich die Effekte der Nullzinspolitik in Grenzen. Die deutschen Privathaushalte erzielten mit ihren Finanzvermögen in den vergangenen vier Jahren eine Rendite von durchschnittlich jährlich 3,4 Prozent. Bei Einführung des Euros lag sie sogar bei rund sechs Prozent. Zu rund drei Vierteln besteht das Finanzvermögen aus Bargeld, Einlagen und Versicherungen.

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Robuste Einnahmen aus Versicherungen, Investmentfonds und Alterssicherungen wirkten stabilisierend. Wichtig waren dabei auch höher verzinsliche Altanlagen und Wertgewinne im Zuge der sinkenden Marktzinsen. Zur Erinnerung: In den vergangenen 25 Jahren sank beispielsweise die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von rund neun auf null Prozent.

Im laufenden und kommenden Jahr werden die Belastungen jedoch steigen. „Die Puffereffekte von langfristigen zinstragenden Anlagen mit hohen Kupons dürften spürbar zurückgehen, da Haushalte immer weniger solcher Anlagen halten“, glaubt Deutsche-Bank-Analyst Rakau. Wer vor einigen Jahren beispielsweise Bundesanleihen mit einer jährlichen Ausschüttung von drei oder vier Prozent gekauft hat, der bekommt heute nur noch null Prozent.

Kommentare (20)

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Herr Peter Delli

05.10.2016, 16:07 Uhr

Die Meinung der DB, jetzt musste ich laut lachen.

Herr Alessandro Grande

05.10.2016, 16:14 Uhr

Bei Draghis Politik verhält es sich wie mit Nahles Rentenpolitik, denn es handelt sich um die größten Volksverbrämungen der Geschichte.
Der Eine vermeidet die Formulierung "Systemisch angelegte Volksenteignung zur perversen Umverteilung und Staatenrettung" und die Andere "Überproportionale Rentenkürzung und systemisch organisierte Altersarmut für die Generation der nach 1965 Geborenen".
Beides gehörte eigentlich nicht nur abgesetzt, sondern auch bestraft, aber wir schauen wie bei Frau Merkels unzähligen Fehltritten einfach nur zu!

Herr Toni Ebert

05.10.2016, 16:17 Uhr

also einfach in Value Aktien anlegen und das Problem ist bereinigt.

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