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10.04.2013

16:58 Uhr

Staatsanleihen

Anleger gehen am Bondmarkt auf Rendite-Jagd

Auf der Suche nach mehr Rendite haben die Anleger der europäischen Bondmärkte wieder spanische und italienische Staatsanleihen gekauft. Deutsche und französische wurden an den Depots geworfen.

Die Anleger der europäischen Bondmärkte haben wieder spanische und italienische Staatsanleihen gekauft. dpa

Die Anleger der europäischen Bondmärkte haben wieder spanische und italienische Staatsanleihen gekauft.

FrankfurtDie Anleger an den europäischen Bondmärkten haben am Mittwoch auf der Suche nach mehr Rendite wieder spanische und italienische Staatsanleihen gekauft. Dagegen warfen sie deutsche und französische aus ihren Depots. Entsprechend gaben die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen auf 4,68 (Dienstag 4,73) und 4,34 (4,36) Prozent nach, während die der französischen und deutschen auf 1,86 (1,79) und 1,29 (1,26) Prozent stiegen. Damit ignorierten die Anleger die Warnung der US-Ratingagentur Moody's, die am Dienstag auf Risiken hingewiesen hatten, die sich aus dem spanischen Haushaltsdefizit ergäben.

Zudem nahmen die Anleger die Auktion italienischer Geldmarktpapiere gut auf. "Das war eine positive Auktion, denn die Nachfrage war hoch, obwohl die Renditen gesunken sind", erklärte Chiara Cremonesi, Rentenstrategin bei UniCredit. Die Zinsen sanken auf das Niveau von Januar. Insgesamt nahm das Land Kredite für elf Milliarden Euro über drei und zwölf Monate auf. Börsianer sahen zudem in den Bemühungen um eine Regierungsbildung ein gutes Zeichen. Nach wochenlangem Stillstand hatten am Dienstagabend Mitte-Links-Chef Pier Luigi Bersani und sein Mitte-Rechts-Rivale Silvio Berlusconi über einen Ausweg aus der politischen Pattsituation beraten.

Ratings der europäischen Länder (Buchstaben A - M)

Albanien

S&P Rating: B+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: B1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Andorra

S&P Rating: A-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Bulgarien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Dänemark

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Island

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Kroatien

S&P Rating: BB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Lettland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Liechtenstein

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Litauen

S&P Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Mazedonien

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moldawien

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Montenegro

S&P Rating: BB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba3
Ausblick: Stabil

Auch Deutschland nahm am Mittwoch Kredite bei den Anlegern auf: Die Finanzagentur verkaufte zweijährige Schatzanweisungen im Volumen von 4,2 Milliarden Euro. Die Überzeichnung betrug das 2,2fache, obwohl die durchschnittliche Rendite auf 0,02 von 0,06 Prozent zur letzten Auktion zurückging. Händler begründeten das Kaufinteresse der Anleger mit Spekulationen, wonach die EZB bald schon die Zinsen weiter senken könnte.

Ratings der europäischen Länder (Buchstaben N - Z)

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Norwegen

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Polen

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A-
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Rumänien

S&P Rating: BB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweden

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Serbien

S&P Rating: BB-
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BB-
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Tschechien

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Türkei

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Ukraine

S&P Rating: CCC
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: B3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Ungarn

S&P Rating: BB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Weißrussland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: B3
Ausblick: Negativ

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

"Das würde dann vor allem die kurzlaufenden Anleihen betreffen", erklärte ein Händler. "Die Märkte erwarten, dass die Renditen für eine lange Zeit nahe null Prozent bleiben werden oder sogar ins negative Terrain fallen", erklärte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti. Daher kauften viele die Schatzanweisungen. Die Rendite der am Sekundärmarkt gehandelten Schätze lag am Mittwoch bei 0,037 (0,030) Prozent.

Kommentare (2)

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observer

10.04.2013, 17:05 Uhr

Ich bereite mich auf heftige Verwerfungen an den Kapitalmärkten noch in diesem Jahr vor.

Aus meiner Sicht wird bei der nächsten wirtschaftlichen Schwächephase, die im EU-Kernland Frankreich gerade vom Sozialisten Holland zielsicher auf den Weg gebracht wird, ein Bank-Run in den Problemstaaten Italien, Spanien, Portugal, Griechenland etc. einsetzen. Die Enteignung von Sparguthaben in Zypern wird zur Blaupause für andere Länder, die in Finanzschwierigkeiten stecken.

Sobald in Spanien und Italien das Thema Staatschulden und Haushaltsdefizite an den Anleihemärkten wieder akut wird, startet der Bank-Run. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wohlhabende EU-Bürger nach den Erfahrungen in Zypern höhere Geldbeträge noch auf Geldmarktkonten parken. Ich glaube auch, dass der Euro in seiner jetzigen Form in den nächsten beiden Jahren zerfallen wird, bzw. konkreter, dass einige EU-Länder aus dem Euro austreten werden.

Ich sehe das nicht als problematisch an. Im Gegenteil. Der gemeinschaftliche Währungsraum hat sich zum Hasstreiber zwischen den Nationen entwickelt. Der Euro eint Europa nicht, sondern treibt einen Keil des Misstrauens zwischen starke Länder wie Deutschland und schwachen Ländern wie Griechenland.

Eine europäische Gemeinschaft braucht den Euro nicht.

(*) Mastertrtaders

Account gelöscht!

10.04.2013, 17:36 Uhr

Hauptsache die auf Renditejagd gehenden "Anleger" sind Erwachsene, die ihre Risiken auch selber tragen können, und nicht wieder anfangen zu jammern, wenn ein Emittent/Staat sich mal wieder übernommen hat. Es wir Zeit dass wieder rational gewirtschaftet wird, statt im illusionären Falschgeldtaumel Schlaraffenland zu spielen.

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