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05.09.2016

17:46 Uhr

Staatsanleihen-Programm

EZB knackt die Billionenschwelle

Mit ihrem Staatsanleihen-Käufen will die EZB der Konjunktur in der Euro-Zone unter die Arme greifen. Inzwischen haben die Währungshüter Anleihen im Volumen 1,001 Billionen Euro erworben.

Das gesamte Kaufprogramm ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt und umfasst außerdem Pfandbriefe und Hypothekenpapiere. dpa

EZB-Anleihenkäufe

Das gesamte Kaufprogramm ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt und umfasst außerdem Pfandbriefe und Hypothekenpapiere.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) durchbricht mit ihren in Deutschland umstrittenen Staatsanleihen-Käufen die Billionenschwelle. Seit Beginn ihres Kaufprogramms (PSPP) im März 2015 haben die Währungshüter inzwischen Anleihen der Euro-Länder und Regionen, sowie Schuldtitel von staatlichen und suprastaatlichen Institutionen im Volumen von 1.001.947.000.000 Euro erworben. Die Notenbank veröffentlichte am Montag neue Daten zu den Käufen bis zum 2. September. In der Woche bis dahin nahmen die Euro-Wächter öffentliche Schuldtitel im Umfang von 11,14 Milliarden Euro in ihre Bücher nach 10,31 Milliarden Euro die Woche zuvor.

Die EZB will mit den Wertpapierkäufen die Konjunktur in der Euro-Zone anschieben und die aus ihrer Sicht unerwünscht niedrige Inflation anheizen. Mit den Transaktionen sollen die Anleiherenditen gedrückt werden, wodurch die Titel als Investment für Banken weniger lukrativ werden. Geldhäuser sollen stattdessen mehr Kredite an Firmen und Haushalte ausreichen, was der Wirtschaft nutzen und auf diesem Weg auch für mehr Inflation sorgen würde.

Bei ihren Wertpapierkäufen orientiert sich die EZB an ihrem Kapitalschlüssel. Das heißt, dass mehr Anleihen jener Länder erworben werden, die der Notenbank mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen. Deshalb nehmen die Währungshüter mehr deutsche Staatstitel als etwa Schuldpapiere aus Portugal in ihre Bücher.

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Zuletzt musste die EZB allerdings immer mehr Bundesanleihen von den Käufen wegen zu niedriger Zinsen ausschließen. Die EZB darf nur solche Schuldtitel kaufen, deren Verzinsung über dem Einlagezins von derzeit minus 0,4 Prozent liegt. Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu sieben Jahren erfüllen dieses Kriterium derzeit bereits nicht mehr. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe liegt aktuell bei minus 0,05 Prozent. Zuletzt hatten Analysten deshalb vor Knappheitsproblemen gewarnt. Manche Experten gehen davon aus, dass das Thema auch auf der am Donnerstag anstehenden EZB-Ratssitzung in Frankfurt angesprochen wird.

Das gesamte Kaufprogramm der Euro-Wächter ist inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegt und umfasst außerdem Pfandbriefe und Hypothekenpapiere. Und seit Juni zählen auch Firmenanleihen dazu. Darunter sind Papiere von deutschen Konzernen wie Siemens, Bosch, Deutsche Telekom und BASF. In der Woche bis zum 2. September erwarben die Währungshüter Schuldtitel von Unternehmen im Volumen von 1,16 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden Euro die Woche zuvor. Neben der Bundesbank beteiligen sich die Zentralbanken Italiens, Frankreichs, Spaniens, Belgiens und Finnlands an diesen Käufen, die von der EZB koordiniert werden.

Von

rtr

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