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26.11.2014

14:20 Uhr

Staatsanleihenkauf

EZB will Anfang 2015 Entscheidung treffen

EZB-Präsident Mario Draghi hat die Tür für Staatsanleihenkäufe weit aufgemacht. Bereits Anfang 2015 könnte die Notenbank eine Grundsatzentscheidung treffen. Doch ein Solcher Schritt ist in Europa heftig umstritten.

EZB-Präsident Mario Draghi in der Frankfurter Oper: „Wir werden das tun, was wir tun müssen“. dpa

EZB-Präsident Mario Draghi in der Frankfurter Oper: „Wir werden das tun, was wir tun müssen“.

Frankfurt/LondonDie Europäische Zentralbank (EZB) könnte bereits im ersten Quartal kommenden Jahres eine Grundsatzentscheidung über den Kauf von Staatsanleihen im Kampf gegen die drohende Deflation treffen. Die EZB erwarte zwar, dass sich ihre Bilanz durch die bereits beschlossenen Maßnahmen wie Geldspritzen für die Banken und den Kauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen wieder auf das Niveau von Anfang 2012 und damit um gut eine Billion Euro aufblähe. „Wir müssen aber natürlich genau darauf gucken, ob sich das Tempo der Ausweitung mit dieser Erwartung deckt“, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Mittwoch in London. „Während des ersten Quartals kommenden Jahres sollten wir in der Lage sein, besser zu beurteilen ob das der Fall ist.“

„Falls nicht, müssen wir überlegen andere Wertpapiere zu kaufen, auch Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt, dem umfangreichsten und liquidesten Markt, den es gibt“, fügte der Portugiese hinzu und setzte den Euro am Devisenmarkt unter Druck. Eine solche Entscheidung der EZB wäre nach seinen Worten dann rein geldpolitisch motiviert. Die Käufe würden entsprechend des Kapitalschlüssels der Euro-Länder an der EZB vorgenommen, im Rahmen des EZB-Mandats und ihrer rechtlichen Möglichkeiten. Die Option breit angelegter Staatsanleihenkäufe nach dem Vorbild anderer Notenbanken ist in Europa heftig umstritten, vor allem in Deutschland.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht enorme Risiken einer solchen Politik und Umverteilungseffekte zwischen den Volkswirtschaften in der Währungsunion. Erst vor wenigen Tagen hatte Weidmann rechtliche Hürden eines solchen Schritts der Notenbank betont. Kritiker bemängeln zudem, dass die EZB den auf den Regierungen der 18 Euro-Länder lastenden Druck zu Strukturreformen mildern würde. Constancio hielt dagegen: Es sei nicht Aufgabe einer dem Ziel stabiler Preise verpflichteter Notenbank, Druck auf Regierungen zu erhöhen oder abzumildern.

Mario Draghis Krisenkurs in Zitaten

Amtsantritt am 3.November 2011 in Frankfurt

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung.“

26. Juli 2012 in London

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

EZB-Sitzung am 4. Juli 2013

„Der EZB-Rat erwartet, dass die Zinssätze der EZB für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben werden.“

Nach der Leitzinssenkung am 7. November 2013

„Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern – das sehen wir nicht.“

Gespräch mit Altkanzler Schmidt am 7. November 2013

„Ich bin sehr bewegt von Helmut Schmidts Worten und sollte dafür wirklich dankbar sein. Komplimente sind Mangelware in diesen Tagen.“

EZB-Sitzung am 3. April 2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

EZB-Sitzung am 8. Mai 2014

„Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln.“

EZB-Konferenz am 26. Mai 2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

EZB-Präsident Mario Draghi hatte vergangenen Freitag die Tür für Staatsanleihenkäufe – im Fachjargon der Zentralbanker QE oder Quantitative Easing genannt – sperrangelweit aufgemacht. Draghi hatte erklärt, die EZB werde tun, was sie tun muss, um eine für die Wirtschaft desaströse Deflation zu verhindern. Darunter versteht man einen Verfall der Preise auf breiter Front, mit der Folge, dass Verbraucher in Erwartung weiter fallender Preise weniger konsumieren, Unternehmen Investitionsentscheidungen auf die lange Bank schieben und die Löhne sinken. Am Ende einer solchen Abwärtsspirale, wie sie Japan in den 1990er-Jahren erleben musste, steht der konjunkturelle Totalschaden.

Ökonomen werteten Constancios Aussagen als bislang klarsten Hinweis auf den möglichen Zeitpunkt einer Entscheidung der EZB für oder gegen QE. „Diese Rede hat sicherlich die Chancen erhöht, dass wir im ersten Quartal Staatsanleihenkäufe sehen könnten“, sagte Christian Schulz, Ökonom bei der Berenberg Bank. „Die Finanzmärkte könnten enttäuscht sein und das Vertrauen könnte einen weiteren Knacks bekommen, sollte die EZB nicht liefern.“ Der EZB-Rat entscheidet im ersten Vierteljahr 2015 zweimal über den Einsatz geldpolitischer Maßnahmen: am 22. Januar und am 5. März. Beide Male ist auch Bundesbank-Chef Weidmann stimmberechtigt.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr J.-Fr. Pella

26.11.2014, 15:15 Uhr

Wann endlich stoppt ein Politiker oder gar ein EU-Land diesen größenwahnsinningen EU-Despoten.

Herr Helmut Paulsen

26.11.2014, 15:52 Uhr

„Als Beschuldigte bzw. Tatverdächtige“ seien sie „mit Diebstahlsdelikten, Körperverletzungsdelikten, Raubdelikten, Bedrohung, Sachbeschädigung, Widerstand, Hausfriedensbruch, Erschleichen von Leistungen, gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und Verstößen gegen das Ausländerrecht polizeilich in Erscheinung getreten“, schreibt der Senat weiter.

De Vries: „Fraglich, ob die Jugendlichen überhaupt ein Aufenthaltsrecht haben. Wenn das nicht der Fall ist, muss die Ausländerbehörde alles dafür tun, dass Herkunft und Identität geklärt werden, damit die Rückführung ins Herkunftsland schnellstmöglich erfolgen kann.“

http://m.bild.de/regional/hamburg/hamburg/so-narren-kriminelle-fleuchtlings-kids-die-stadt-38704414,variante=L.bildMobile.html

Es gibt 1000 gute Gründe GEGEN vieles zu sein in unserer ferngesteuerten "von-oben"-Republik.

GEGEN: TTIP, Gen-Essen, Fracking, Gelddrucken und Schrottkaufen von EZB, Uferlose ungesteuerte Einwanderung, Medien-Politik-Kartell "Politik-Nutten" (Zitat Steinmeier), Agression gegen und Ausgrenzung von Russland, und und und

Bei der AfD wird eben diskutiert - sie LEBT ! Bei den Block-Parteien TOTENSTILLE mit der Rauten-Königin oben drauf.

Das ist der Unterschied. Wie stellen sie sich eigentlich gelebte Demokratie und Bürgerrechte vor ??

Demo's der Bürger werden gezielt von Linken Antifa-Schlägern und Autonomen angegriffen in Deutschland. Bezahlt aus "Gegen Rechts"-Geldern. Ein Skandal !

Herr Helmut Paulsen

26.11.2014, 15:55 Uhr

Deutschland ist zur offenen Bahnhofshalle verkommen.

Die Bürger ohne MItbestimmung - aber abgezockt mit Steuern und Abgaben.

http://www.focus.de/politik/deutschland/sie-demonstrieren-fuer-mehr-rechte-sozialschmarotzer-so-extrem-gehen-muenchner-mit-fluechtlingen-im-hungerstreik-um_id_4298568.html

DEMO's in Dresden und 160 anderen Städten. PEGIDA.

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