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05.05.2012

19:36 Uhr

Starinvestor Buffett

"Ich fühle mich blendend!"

VonRolf Benders

Der an Krebs erkrankte US-Starinvestor Warren Buffett versucht seine Anhänger beim Jahrestreffen am Firmensitz in Omaha mit Witzelein und Filmchen zu beruhigen. Die Krankheit belastet aber den Aktienkurs seiner Firma.

Warren Bufft (rechts) mit Bill Gates in Omaha. dapd

Warren Bufft (rechts) mit Bill Gates in Omaha.

OmahaWarren Buffett verbreitet gute Laune: „Ich fühle mich blendend. Es gibt keinen Grund zur Sorge!“ Applaus brandet auf. Knapp 40 00 Aktionäre von Berkshire Hathaway, der Firma des drittreichsten Mannes der Welt, sind ins abgelegene Omaha im US-Bundesstaat Nebraska gekommen, um ihren an Prostatakrebs erkrankten Helden zu sehen. Und der versucht sie mit Witzen zu beruhigen. „Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist hoch. Ich habe Zahlen von 99 Prozent auf zehn Jahre gelesen. Vermutlich erschießt mich vorher ein eifersüchtiger Ehemann“, so der 81-Jährige am Samstag.


Mitte April hatte Buffett überraschend eingeräumt, er habe Prostatakrebs im Frühstadium. Er werde sich Mitte Juli einer zweimonatigen ambulanten Behandlung unterziehen. Die Erkrankung heizt die seit Jahren schwelende Debatte darum, wer Buffett an der Spitze von Berkshire Hathaway ablösen wird, erneut an. Analysten sehen in dieser Debatte auch einen Grund, warum die Aktie der Firma sich im dritten Jahr in Folge schlechter entwickelt als der breite US-Aktienmarkt.

Aber neue Details zur Nachfolge gibt es nicht. Stattdessen versucht Buffett mit Humor und Lockerheit über die Situation hinwegzukommen. "Wir werden niemanden mit einem Abschluss in Kunstgeschichte die Führung der Firma überlassen", witzelte Buffett. Zu Beginn des Aktionärstreffens zeigt er wie jedes Jahr eine Serie teilweise klamaukartiger Kurzfilme über das zurückliegende Jahr in der Firma. In einem Zeichentrickfilm rettete er persönlich sein Lieblingsfootballteam, die Nebraska Cornhusker, mit Geschick und Energie vor einer Niederlage gegen eine Mannschaft riesiger Football-Roboter. Die Botschaft: Warren Buffett ist voll da.

Kommentare (6)

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heydo

05.05.2012, 22:02 Uhr

was soll diese Formulierung....ich fühle mich blendend? So zu tun, als stünde man über der Krankheit, oder? Diese Menschen ....."aus der hüteren Gehaltsklasse" wie der Kölner sagt, finden es nicht nötig, eine gewisse Portion Demut Stille und Ehrfurcht an den Tag zu legen, wenn sie wissen und dieses auch der Gesellschaft offiziell mitteilen, daß sie schwer krank sind. Aber das ist das Zeichen unserer Zeit, die geprägt ist von Gier und Gottlosigkeit, Dummheit und Überheblichkeit. Es läßt sich nichts mehr daran ändern, darum soll jeder sein Leben so gestalten wie er es für richtig hält. Die Abrechnung für jeden folgt nachfolgend.

@heydo

06.05.2012, 00:05 Uhr

So lange nicht irgendwann etwas "voraus-folgt", steht die alte Weltenordnung noch.

(Mal davon abgesehen, dass man sich auch krank blendend fühlen kann und darf. Und bevor man Buffet Gier vorwirft, sollte man sich vielleicht mal a) seinen Lebensstil anschauen und b) was er mit dem übrigbleibenden Geld tut.)

FelixHefner

06.05.2012, 02:48 Uhr

@anonym:
Was soll das, was du schreibst?? Wenn Warren Buffet sagt, er fühlt sich blendend, dann ist das doch hervorragend.
Weißt du überhaupt, was Prostatakrebs ist? Viele bezeichnen es als Todesurteil, Buffet hat hohe Überlebenschancen, da es bei ihm früh entdeckt wurde.
Soll er sich jetzt verkriechen? Oder soll er sagen, ich hatte ein schönes Leben, nun spende ich meinen Besitz den Neokommunisten?
Nein, er geht an die Öffentlichkeit und sagt mir geht es blendend. Daran ist doch nichts auszusetzen! Bei vielen schweren Krankheiten lautet das Zauberwort Einstellung, was 60% ausmacht. Wenn Warren Buffet eine positive Einstellung besitzt, so wird er meines Erachtens auch den Krebs überleben. Was Buffet sagt hat nichts mit Überheblichkeit und schon gar nichts mit Gier zu tun! Es ist Hoffnung und Lebensfreude, die er ausstrahlt. Er sollte ein Vorbild für uns alle sein. Anstatt zu resignieren, nimmt er seine Krankheit an und zeigt der Öffentlichkeit, dass er keine Angst vor ihr hat. Nur weil du natürlicher Pessimist bist, hast du kein Recht, der gesamten Gesellschaft ein pessimistisches Bild aufzudrücken!
Eines möchte ich dir noch auf den Weg geben:
Entweder man nimmt sein Schicksal in die Hand oder man weint weiter im stillen Kämmerlein!

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