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04.05.2015

10:46 Uhr

Starinvestor

George Soros droht eine Milliarden-Steuernachzahlung

Der Starinvestor fordert in der Öffentlichkeit gerne höhere Steuern für Reiche. Jetzt stellt sich heraus: George Soros hat offenbar selbst jahrelang Steuerzahlungen verzögert. Nun droht ihm ein Milliarden-Steuerbescheid.

Der Starinvestor George Soros soll sein Vermögen unter anderem über Steuertricks vergrößert haben. Nun droht ihm eine Milliardennachzahlung. AFP

Probleme für George Soros?

Der Starinvestor George Soros soll sein Vermögen unter anderem über Steuertricks vergrößert haben. Nun droht ihm eine Milliardennachzahlung.

DüsseldorfIn der Öffentlichkeit fordert der Investor George Soros gerne höhere Abgaben für Reiche. Noch 2011 sagte er in einem Interview: „Auch ich müsste mehr Steuern zahlen.“ Nun sieht es so aus, als wären das nur leere Worte gewesen. Soros soll einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge jahrelang ein Schlupfloch im US-Steuerrecht genutzt haben, mit dem er 13,3 Milliarden Dollar am amerikanischen Fiskus vorbeischleuste. Durch eine Lücke im Gesetz konnte der 84-Jährige offenbar Steuerzahlungen auf Kundengebühren hinauszögern, indem er sie in seinen eigenen Fonds zurückinvestierte. Das soll aus irischen Akten hervorgehen.

Diese Praktiken könnten für Soros nun teuer werden. Denn der amerikanische Kongress schloss das Schlupfloch bereits im Jahr 2008 und forderte Hedgefonds-Manager auf, die aufgehäuften Schulden bis 2017 zu bezahlen. Für George Soros bedeutet das laut Berechnungen von Bloomberg eine Nachzahlung in Höhe von 6,7 Milliarden Dollar. Soros wollte den Vorwurf gegenüber der Nachrichtenagentur nicht kommentieren.

Vita

Politischer Philanthrop

Erste Erfahrung sammelte George Soros in einer kleinen Handelsbank. Im Jahr 1968 machte er sich mit Jim Rogers selbstständig und gründete den Quantum-Fonds. Bekannt wurde er, als er im September 1992 auf die Abwertung des britischen Pfunds wettete. Damit verdiente er mehr als eine Milliarde Dollar in einer Nacht und zerstörte den Mythos der britischen Zentralbank. Der US-amerikanische Investor bezeichnet sich selbst als politischen Philanthropen.

Der Mensch

Soros wurde 1930 in Budapest geboren, studierte und promovierte an der London School of Economics and Political Science (LSE) im Fach Philosophie. Daneben hat er die Ehrendoktorwürden der New Yorker Universität The New School, der Universität Oxford, der Wirtschaftshochschule Budapest und der Yale-Universität erhalten. Das „Forbes Magazine“ schätzt Soros' Vermögen in seiner Liste der Milliardäre auf 24 Milliarden Dollar. In den USA lebt er seit 1956 und war zwei Mal verheiratet.

Der Investor soll einen Teil seines Vermögens noch vor Schließung der Gesetzeslücke nach Irland gebracht haben. Bloomberg-Angaben zufolge zeigen die Unterlagen, dass Soros über solche Steuertricks einen Großteil seines Geldes anhäufte. Das Vermögen des Investors wird auf fast 30 Milliarden Dollar geschätzt.

Von

lih

Kommentare (8)

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Herr Michael Müller

04.05.2015, 11:23 Uhr

Wasser predigen und Wein saufen!
Höhere Steuern für Andere zu fordern ist immer leicht, besonders wenn es sich um die "Neidsteuern" handelt.

Herr M. M.

04.05.2015, 11:51 Uhr

Es geht längst nicht mehr um"NEIDSTEUERN"!!!
Wer immer noch dieses Pferd reitet,hat nichts kapiert.
Die legalen "Steuervermeider",die das nur mit Hilfe der Politik tun können,müssen zur Kasse,genau wie die Steuerhinterzieher.

Herr Fred Meisenkaiser

04.05.2015, 12:02 Uhr

"mit dem er 13,3 Milliarden Dollar am amerikanischen Fiskus vorbeischleuste"

Perverse Welt! Andere verrecken, weil sie 1000$ für eine Operation nicht aufbringen können!

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