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08.01.2004

10:22 Uhr

Statistisch gesehen zahlen sich regelmäßige Favoritenwechsel für Investoren aus

Defensivtitel haben 2004 gute Chancen

VonRalf Drescher

Strategen raten im Laufe des Jahres zur Branchenrotation und setzen kurzfristig auf zyklische Aktien.

DÜSSELDORF. Das neue Börsenjahr hat für Anleger in Europa so begonnen, wie das alte endete – mit Kursgewinnen. Und nach Ansicht der Strategen haben die europäischen Leitindizes noch Spielraum nach oben. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, wer den weiteren Aufschwung an den Aktienmärkten tragen wird. Während einige Strategen an den Favoriten des Vorjahres festhalten, also vor allem auf Finanz- und Technologieaktien setzen, raten andere Investmenthäuser zur Neuausrichtung. Sektorrotation heißt das Stichwort, das dem Anleger ein Renditeplus einbringen soll, indem er passend zum Konjunkturzyklus die Branchengewichtung seines Depots verschiebt.

„Eine Sektorrotation ist für 2004 das wahrscheinlichste Szenario“, sagt Carsten Klude, Aktienstratege der Vereins- und Westbank. Wenn die Kurse der zuletzt gefragten zyklischen Aktien gemessen an den Gewinnerwartungen „zu heiß laufen“, sei es Zeit, sich neue Favoriten zu suchen. Der richtige Zeitpunkt für die Rotation sei aber schwer zu bestimmen. „Das kann im zweiten Halbjahr der Fall sein oder auch später, falls die Gewinne in den zyklischen Sektoren sehr stark ansteigen.“

Noch sieht Klude keinen Anlass für einen Favoritenwechsel. „Die Konjunkturerholung ist trotz des schon deutlichen Kursanstiegs noch nicht vollständig eingepreist“, sagt der Stratege. Er setzt daher weiterhin auf Aktien aus dem Technologiesektor sowie auf Industriewerte und Autotitel. Außerdem gefällt ihm die Versicherungsbranche, weil diese „attraktiv bewertet ist“.

Eine ähnliche Gewichtung empfiehlt Gertrud Traud von der Bankgesellschaft Berlin. Sie rät dazu, vorerst weiter Titel von Unternehmen überzugewichten, die von anziehenden Investitionen der Industrie profitieren. Neben Aktien aus der Tech- Branche seien dies vor allem Telekomwerte. Die Strategin rechnet aber damit, dass die Stimmung am Aktienmarkt im zweiten Halbjahr drehen wird. Anleger sollten daher rechtzeitig damit beginnen, ihre Depots defensiver auszurichten.

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