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12.01.2005

12:33 Uhr

Steigende Inlandsnachfrage soll Aktien von Banken, Einzelhändlern und Telekomkonzernen beflügeln

Analysten hoffen auf neue Rally in Asien

VonMarkus Gärtner (Handelsblatt)

In Asien locken in diesem Jahr gute Chancen auf Kursgewinne. Dies ist die übereinstimmende Meinung zahlreicher Analysten. Sie erwarten, dass positive Nachrichten aus der Region zwischen Schanghai, Delhi und Singapur die Aktienkurse der Unternehmen beflügeln werden. „Die nächste Phase des asiatischen Wirtschaftszyklus wird die Expansion der heimischen Nachfrage sein“, sagt Michael Koh von JF Asset Management in Hongkong: „Der steigende Inlandskonsum wird die nächste Rally anführen.“

VANCOUVER. Nach Meinung von Koh beziehen die privaten Haushalte, vor allem in Hongkong, China, Singapur und Indien, ihre Zuversicht aus sinkender Arbeitslosigkeit und wieder steigenden Löhnen. Anleger, die von der konsumgetriebenen Entwicklung profitieren wollen, sollten „Banken, Versorger und Telekomaktien bevorzugen“, empfiehlt Markus Rösgen von der Citigroup in Hongkong. Von Aktien aus dem Exportsektor rät er hingegen ab, „weil die stärkeren Asien-Währungen und die nachlassende internationale Nachfrage Asiens Exporteuren schaden“. Michael Kohs Empfehlungen lauten ähnlich: „Banken, Einzelhandelswerte und Telekomfirmen“.

Unterstützung für ihre zuversichtlichen Prognosen erhalten die Analysten von Ökonomen. Die Asiatische Entwicklungsbank erwartet für 2005 in Asien – ohne Japan – 6,3 Prozent Wachstum. Dabei soll stärkerer privater Konsum die negativen Effekte schwächer werdender Exporte dämpfen. Auch die Folgen der verheerenden Flutkatastrophe werden nach Einschätzung von Experten keine gravierenden Einflüsse auf das Wachstum in der Region haben. Denn die über zwei Milliarden Dollar, die weltweit an Unterstützung zugesagt wurden, dürften die Bauwirtschaft in den von der Flut betroffenen Ländern stützen, erwarten Experten wie Adrian Mowat von JP Morgan Chase.

„Anleger sollten sehr aggressiv asiatische Aktien kaufen, weil der Ausblick für asiatische Werte sehr, sehr gut ist“, rät Mowat. Sein Favorit in der Region ist Taiwan, „die beste Erholungsgeschichte in Asien“, wo die lokale Wirtschaft viel stärker sei, als dies öffentlich wahrgenommen werde. Auch hier lautet der Rat des Experten: Banken, Einzelhandelswerte und Hersteller von Baumaterial.

In Hongkong wird sich nach Meinung professioneller Beobachter der jüngste Höhenflug fortsetzen. „Hongkong hatte ein gutes Jahr wegen des wachsenden Optimismus im Einzelhandel und im Immobiliensektor“, sagt Bich Pham von TAL Global Asset Management. „2005 werden wir wahrscheinlich eine Neuauflage der guten Entwicklung sehen.“

Die Begründung: Der Hongkong-Dollar ist an den US-Dollar gekoppelt und sinkt mit dem Greenback, was Hongkongs Exporten hilft. Kenneth Tsang vom Immobilienverwalter Jones Lang LaSalle weist zudem darauf hin, dass die Apartmentpreise in der Stadt 2004 bereits um 35 Prozent gestiegen sind und ein weiterer Anstieg um 20 Prozent zu erwarten sei. Davon profitieren Aktien wie die des größten Immobilienentwicklers in Hongkong, Sun Hung Kai Properties, die im Vorjahr 21 Prozent an Wert gewann.

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