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04.01.2005

07:00 Uhr

Steigende Nickelpreise kommen dem Produzenten zugute

Analysten empfehlen Inco mehrheitlich zum Kauf

VonPatrick Mönnighoff (Handelsblatt)

Die Aktionäre des kanadischen Nickelproduzenten Inco hatten im vergangenen Jahr wenig Grund zur Freude. Zwar blieb das Bergbauunternehmen im Gegensatz zum Vorjahr von größeren Streiks und damit einhergehenden Werksschließungen verschont. Da aber die chinesische Regierung beim Wirtschaftswachstum zunehmend auf die Bremse drückte, ging nicht nur dem Höhenflug des Nickelpreises, sondern auch der Inco-Aktie die Luft aus. Insgesamt verbuchte das Papier im gerade abgelaufenen Jahr sogar ein Minus von über 15 Prozent.

HB DÜSSELDORF. Doch die Furcht der Inco-Anleger vor den chinesischen Bremsmanövern könnte übertrieben sein. Denn nachdem die chinesische Notenbank im Herbst zum ersten Mal seit neun Jahren die Leitzinsen erhöht hatte, gaben die Preise für Industriemetalle nur kurzfristig nach. So markierte der Nickelpreis, der vor gut einem Jahr auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren stieg, kurz vor Weihnachten bereits wieder ein neues Zwei-Monats- Hoch.

Die Nachfrage aus China sei weiterhin ungebrochen, sagt Adam Rowley, Analyst bei der Macquarie Bank in London. Denn Nickel wird vor allem bei der Herstellung von rostfreien Stahl eingesetzt. Und davon benötigt das Riesenreich angesichts der zahlreichen Infrastruktur- und Großprojekte wie der anstehenden olympischen Sommerspiele jede Menge.

Scott Hand, Vorstandschef von Inco, rechnet daher damit, dass China noch im laufenden Jahr Japan als größten Abnehmer ablösen wird. Der Nickelpreis könnte 2005 sogar die Rekord-Marke des vergangenen Jahres übersteigen, sagte der Konzern erst kürzlich voraus. Auch Rohstoffexperten wie Andy Brough von Schroder Investment erwarten weiter steigende Nickelpreise. Und als der Nickelpreis das 14-Jahres-Hoch vor fast genau einem Jahr erreichte, notierte auch das Inco-Papier auf einem Rekordniveau.

Zwei zukunftsträchtige neue Abbaugebiete

Die Perspektiven für Inco sind also alles andere als schlecht. Auch, da Inco, das nach dem russischen Bergbauriesen Norilsk Nickel weltweit auf Platz zwei unter den Nickelförderern rangiert, sogar im abgelaufenen, schwächeren Jahr solide Zahlen präsentierte. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Gewinn legte der Konzern im Vergleich zum Vorjahr sowie zum zweiten Quartal weiter zu. Insgesamt seien die Zahlen sehr stark ausgefallen, sagte Brian MacArthur, Analyst bei UBS. Er spricht der Aktie auf Jahressicht noch maximal 15 Prozent Potenzial zu, warnt aber gleichzeitig vor möglichen starken Kursschwankungen.

Der Erfolg von Inco kommt allerdings nicht von ungefähr. Der Konzern hat seine Hausaufgaben längst gemacht, die Kosten ordentlich gesenkt und verfügt mit Voisey's Bay in Labrador und Goro auf Neukaledonien über zwei zukunftsträchtige neue Abbaugebiete. Bereits Anfang 2006 und damit sechs Monate vor dem ursprünglich anvisierten Ziel soll die Produktion in Voisey's Bay beginnen, schreiben die Anlageexperten von Credit Suisse First Boston. Ein Jahr später soll in Goro Nickel abgebaut werden.

Bei derart günstigen Voraussetzungen fällt auch das Urteil der meisten Analysten positiv aus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg empfehlen elf der 21 befragten Finanzexperten das Papier zum Kauf. Nur zwei Analysten raten gänzlich von Inco-Aktien ab.

Neben den fundamentalen Daten und den Perspektiven spricht auch die Bewertung für das Papier. Mit einem Kurs- Gewinn-Verhältnis von rund sechs ist das Papier nach den jüngsten Kursverlusten alles andere als teuer. Und da viele Experten gerade bei den Herstellern von Industriemetallen weiterhin mit einem kräftigen Gewinnwachstum rechnen, sollte sich daran so schnell auch kaum etwas ändern.

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