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01.04.2006

14:33 Uhr

HB DÜSSELDORF. Die Idee hat Charme: Anleger brauchen nicht mehr darauf achten, ob ein bestimmter Index steigt oder fällt. Marktneutrale Strategien versprechen immer eine Rendite - ein Alpha, wie es in der Fachsprache heißt. Wenn die Strategie aufgeht, haben einen Anleger ein neues Instrument, um ihr Depot zu diversifizieren. Damit sind sie unabhängiger von der Wertentwicklung von Aktien, Anleihen und Rohstoffen.

Die Konstruktion dieser Produkte ist einfach. Die Rendite entspricht der Performance-Differenz zwischen zwei Werten. Voraussetzung ist also, dass ein Wert stets besser läuft als der andere. Wenn sich der Euro-Stoxx-50-Index zum Beispiel stets besser entwickelt als der Dow Jones-Index, sieht ein marktneutrales Zertifikat wie folgt aus: Der Emittent geht "short" auf den Dow-Jones-Index und "long" auf den Euro-Stoxx-Index. Die Differenz zwischen beiden Werte ergibt die Rendite: Wenn der US-Index um 50 Prozent fällt, der europäische Leitindex aber nur um 40 Prozent, erhält der Anleger zehn Prozent Rendite. Wenn beide Werte gleich laufen, beträgt die Rendite null. Der Anleger macht erst Verluste, wenn der Dow-Jones den Euro-Stoxx schlägt.

Ob sich diese einfache Theorie ebenso einfach in die Praxis umsetzen lässt, ist noch offen. "Ich bin skeptisch, ob sich damit ein signifikanter Mehrwert erzielen lässt, sagt beispielsweise Michael Hinz, Vorstand für Portfoliomanagement bei der Vermögensverwaltung Michael Pintarelli.

Pionier dieser Produkte ist die Schweizer Bank Vontobel, die mit "Euro Alpha Generator" bereits Mitte Dezember ein entsprechendes Zertifikat auf den Markt gebracht hat. Basiswerte sind der Euro Stoxx und das Dynamik-Voncert-European-Sector-Rotation-II-Zertifikat, das in den vergangenen zwei Jahren den europäischen Vergleichsindex um gut 20 Prozent outperformt hat. Als Vergleich dient der Preisindex, da Vontobel auch alle Dividenden-Ausschüttungen reinvestiert.

Bei diesem "Rotations-Zertifikat" als Basis für das Alpha-Produkt werden mit Hilfe von fünf fundamentalen Indikatoren aussichtsreiche Branchen im Euro-Stoxx bis zu fünf Prozent übergewichtet, weniger aussichtsreiche untergewichtet. Dadurch ergaben sich in der Rückrechnung während der vergangenen zwei Jahre 20 Prozent Alpha. Allerdings fehlen bislang Erfahrungen über die Entwicklung in fallenden Märkten.

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