Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2015

12:02 Uhr

Strategien gegen den Nullzins

Was für Gold spricht

VonStefan Hajek
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Bei Anlegern ist Gold derzeit unbeliebt, weil das Edelmetall keine Zinsen bringt. Das stimmt zwar, ist aber nicht langfristig gedacht: Denn Gold kann auf Dauer ein Vorteil sein.

Gold ist derzeit keine beliebte Anleihe. Doch langfristig könnte das Edelmetall wieder interessant werden. Reuters

Goldbarren der Deutschen Bundesbank

Gold ist derzeit keine beliebte Anleihe. Doch langfristig könnte das Edelmetall wieder interessant werden.

DüsseldorfGold bringt keine Zinsen. Das ist das Totschlagargument gegen die Anlage in das Edelmetall. Nur sind die entgangenen Zinsen derzeit kaum der Rede wert. Negative Zinsen sprechen so gesehen für Gold.

Selbst steigende Zinsen müssen nicht negativ sein für Gold. Entscheidend ist der Realzins. Steigt die Inflation schneller als der nominale Zins, erleiden Zinsanleger Vermögensverluste. Ein Kilo Gold aber verliert nicht plötzlich an Gewicht. Gold schützt Anleger somit vor Kaufkraftverlusten in ihrer Heimatwährung.

Anleger sollten zudem nicht vergessen, dass der Zins, als er noch am Markt bestimmt und nicht von Notenbanken manipuliert wurde, auch ein Maßstab für Bonität war. Steigende Zinsen signalisierten eine schwächere Bonität und ein höheres Ausfallrisiko des Schuldners. Hinter Gold steht kein Schuldner, der pleitegehen könnte. Sollte die EZB eines Tages ihre Anleihekäufe reduzieren oder gar einstellen und die marktwirtschaftlichen Kräfte an die Anleihemärkte zurückkehren, dann möchte man lieber keine Anleihen im Depot haben.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Auf jeden Fall bietet physisches Gold stets eine Liquiditätsreserve außerhalb des Bankensystems. Auf die zurückgreifen könnten Anleger beispielsweise, wenn ihnen der Zugriff auf Konten, Depots und Bargeld versperrt sein sollte – etwa bei einem Crash der Computersysteme, beim Zusammenbruch der eigenen Bank oder des gesamten Bankensystems. Nur ein Bruchteil der bei Banken sofort abrufbaren Kundeneinlagen ist gedeckt durch Bargeld und Reserven bei der EZB.

Das System funktioniert also nur, solange Kunden ihr Geld auf dem Konto lassen. Jürgen Stark bezeichnet dieses System als „pure Fiktion“. Der ehemalige Chefvolkswirt der EZB empfiehlt Anlegern, einen Teil ihrer „fiktionalen Ersparnisse“ gegen den Zusammenbruch dieses Systems zu schützen und auch in Gold anzulegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×