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10.03.2011

13:35 Uhr

Streitgespräch

Wie lange Gold noch glänzt

VonJörg Hackhausen

Gold ist begehrt wie nie. Anleger fragen sich, ob die Preisrally weitergeht, oder bald der Ausverkauf droht. In einem Streitgespräch verraten zwei Vermögensberater, ob ein Kauf lohnt oder die Blase platzt.

Markus Stahl (l.) und Gottfried Urban: Über die Entwicklung des Goldpreises sind beide sich nicht einig. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

Markus Stahl (l.) und Gottfried Urban: Über die Entwicklung des Goldpreises sind beide sich nicht einig.

Handelsblatt: Erst gestern hat der Goldpreis ein neues Allzeithoch erreicht. Geht die Rally weiter oder haben wir es mit einer Blase zu tun?

Urban: Die Krise ist nicht vorbei, in den Köpfen ist sie sehr präsent. Die Menschen haben immer noch Angst um ihr Geld. Sie wollen etwas Beständiges, sozusagen als Versicherung. Deshalb kaufen sie Gold. Die Nachfrage wird sogar noch steigen und damit auch der Preis.

Stahl: Da bin ich anderer Meinung. Wenn Gold eine Versicherung sein soll, dann ist die Versicherungsprämie viel zu hoch. Das ist wie bei einer Feuerversicherung, deren Kosten den Wert der Immobilie übersteigt. Gold ist jetzt schon viel zu teuer. Es wird fast nur über die Chancen gesprochen, kaum über Risiken. Eine solche Situation ist ideal, um Gold zu verkaufen.

Handelsblatt: In den Medien wird beinahe täglich über Gold berichtet. An Bahnhöfen und Flughäfen stehen Goldautomaten. Kann man schon von einem Hype sprechen?

Urban: An diesem Punkt sind wir längst noch nicht. Der Goldpreis ist nicht sprunghaft nach oben geschossen, es war eine langsame Bewegung. Das zeigt mir, dass es noch keinen Hype gibt. In den Medien wird zwar über das Thema berichtet, aber die Euphorie bei der breiten Masse sehe ich noch nicht. Die meisten Menschen fühlen sich immer noch wohl mit ihrem Tagesgeld oder Sparbuch.

Stahl: Es gab mal Zeiten, da hat sich niemand für Gold interessiert. Noch vor zehn Jahren galt das als esoterisches Thema von Spinnern. Heute wird über Gold in jeder Provinzzeitung berichtet. Wenn das nicht alle Züge eines Hypes trägt, dann weiß ich es auch nicht. Es ist wie am Neuen Markt.

Urban: Der Anteil von Gold und Goldminenaktien in den Depots ist immer noch verschwindend gering. Das war in echten Hypephasen wie Anfang der 1980er-Jahre ganz anders. Heute ist die Welt vor allem in Staatsanleihen investiert.

Handelsblatt: Staatsanleihen galten früher immer als sichere Zuflucht in Krisenzeiten.

Urban: Das sind sie nicht mehr. Die Schuldenkrise in Europa könnte sich noch einmal zuspitzen. Auch die USA machen so viele Schulden wie noch nie. Wenn die Menschen das merken und das Vertrauen in die Staaten verlieren, dann werden sie ihr Geld umschichten – von Zinspapieren in Anlagen wie Gold. Dann könnte der Goldpreis noch einmal einen enormen Sprung machen.

Stahl: Der Markt hat die Schuldenkrise doch schon längst eingepreist. Abgesehen davon bietet Gold gar nicht die Sicherheit, die die Leute erwarten. Der Goldpreis war immer starken Schwankungen unterworfen. Und es gab auch schon Zeiten, in denen sich Gold sehr schwach entwickelte: zwischen 1980 und 1999 fiel der Goldpreis um 70 Prozent.

Handelsblatt: Wer kauft Gold im Moment: Profis oder Privatanleger?

Urban: Mit dem Ausbruch der Finanzkrise haben einige Finanzinvestoren Gold gekauft. Aber Privatanleger haben nach wie vor wenig Gold.

Stahl: Gekauft wird Gold im Moment von Privatanlegern, die Angst vor Schuldenkrise oder Inflation haben. Außerdem haben einige Notenbanken aus den Schwellenländern zugekauft. Jedem Käufer steht aber auch ein Verkäufer gegenüber. Die Profis, die vor Jahren günstig gekauft haben, steigen längst wieder aus.

Urban: Das stimmt nicht. Ein Investor wie George Soros hat gerade erst seine Goldpositionen aufgestockt!

Stahl: Das ist zumindest, was er sagt. Das könnte aber auch ein Täuschungsmanöver sein. Soros versteht es wie kein Zweiter, mit Stimmungen zu spielen. Es könnte doch sein, dass er auf der einen Seite einen Goldfonds kauft, weil er weiß, dass er dies der Börsenaufsicht melden muss, während er unbemerkt über andere Instrumente die doppelte Menge dagegen setzt.

Kommentare (13)

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Martin

10.03.2011, 14:46 Uhr

Immer wieder die gleichen überflüssigen Debatten......
Es ist doch so einfach.....
Gold und Silber waren früher Geld - und werden es sehr bald wieder sein.
Jedes Fiat-Money System hat schon sein Ende gefunden......
Allerdings ist inzwischen fast alles Gold der Bevölkerungen in PRIVATEN HÄNDEN !!!!!
Dorthin ist es geziehlt umverteilt worden.
Einmal dürft ihr raten wer bald wieder die Dummen sind......

kaielves

10.03.2011, 15:20 Uhr

Den letzten beissen die Hunde!

AnonymerBenutzer

10.03.2011, 15:58 Uhr

Es wäre interessant zu wissen, was die beiden Streitparteien arbeiten, woher sie kommen und welche Interessen sie vertreten. Der Artikel ist isoliert betrachtet totaler Quatsch. 0 Informationsgehalt. Verstehe es nicht warum er hier eingestellt wurde.

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