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08.12.2011

16:20 Uhr

Studie

Deutsche fürchten massive Geldentwertung

Die Deutschen sind verunsichert: Die Furcht vor Inflation wächst, das Vertrauen in den Euro bröckelt. Aktien und Anleihen büßen an Beliebtheit ein. Gefragt sind vor allem Klassiker.

Was ist der Euro noch wert? Die Angst der Deutschen vor Inflation sitzt tief. dpa

Was ist der Euro noch wert? Die Angst der Deutschen vor Inflation sitzt tief.

MünchenAngesichts der Euro-Schuldenkrise wächst in Deutschland die Furcht vor einer massiven Geldentwertung. Zugleich steigt laut einer Studie die Verunsicherung darüber, wo das eigene Vermögen möglichst verlustfrei angelegt werden kann. Immerhin 33 Prozent der Befragten haben kein oder kaum mehr Vertrauen in die Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Allianz Bank ergab. Trotzdem sind die meisten Deutschen mit ihrer Vermögenssituation durchaus zufrieden. Noch überwiegt der Optimismus.

Bundesweit haben inzwischen 46 Prozent der Befragten Angst davor, dass ihr Vermögen durch Inflation seinen Wert verliert. Bei der ersten Umfrage im Frühjahr waren es 37 Prozent. Im gleichen Maße wuchs die Verunsicherung über die richtige Geldanlage: 45 Prozent gaben an, nicht sicher zu sein, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Für die Umfrage Allianz Bank Money Trends wurden Mitte November 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen entscheiden oder mitentscheiden.

Anlagetipps: So vermeiden Sie Pleiten

1. Streuen

Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.

2. Vorsicht vor Krediten

Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.

3. Weitere Meinungen

Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.

4. Lesen Sie Verträge

Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.

5. Risiko

Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.

6. Vor Ort prüfen

Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind

7. Baulicher Zustand

Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.

8. Spezialisierter Anwalt

Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.

9. Vorausschau

Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.

10. Kein Zeitdruck

Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.

11. Produkte, die Sie verstehen

Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.

12. Beratungsprotokoll

Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.

13. Schriftliche Bestätigung

Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.

14. Prospekte

Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.

15. Keine Telefonangebote

Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

Während ohnehin wenig beliebte Anlagen wie Aktien oder Fonds weiter an Beliebtheit einbüßten, wuchs der Zuspruch für Immobilien oder Anlageformen wie Betriebsrenten. Weiter ganz vorne auf der Liste der beliebten Anlagen liegen Klassiker wie Sparbuch oder Sparbrief - 53 Prozent gaben an, dort Geld zu parken. Ein Plus von zwei Punkten. Zugleich werden kurzfristige Anlagen beliebter, um schnell auf das Ersparte zugreifen zu können - vor allem bei jüngeren Befragten.

Kommentare (84)

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Account gelöscht!

08.12.2011, 16:11 Uhr

Hier ist ersichtlich, wie langsam die Mühlen des deutschen Michels arbeiten. Aber sie arbeiten ganz unermüdlich. Wenn der deutsche Michel ENDLICH bemerkt, dass er mit dem Euro gnadenlos beschissen wurde, dass ihm für ein "politisches Projekt" der gesamte Wohlstand genommen wird, weil er doch bitteschön ein "mitfühlendes Herz" haben solle, dann wird es spannend. Darauf freue ich mich. Auf die langen Gesichter der Euromantiker, dieser eurotischen Planwirtschaftler wie der unerträgliche Bofinger... Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Auch wenn die Propagandamaschine nach wie vor auf Hochtouren läuft und es immer noch genügend Spinner gibt, die an den "Endsieg" denken - diese Typen sind in einer Weise DEUTSCH, dass es geradezu eine Zumutung ist!

karstenberwanger

08.12.2011, 16:34 Uhr

Man sitzt nach wie vor in der Komfortzone Zuhause, frisst Hamburger, säuft sein Bier und lässt sich vom Blödsinn der Medien beriseln und glaubt tatsächlich dass sog. kompetente Politiker etwas lösen würden.

Viel Spass deutsches Volk...am Schluss werden alle wieder kucken wie dumme Schafe auf der Weide denen man gerade ans Fell will. Man will es ja aber nicht anders... Bis heute hätte es längst Massenproteste schlimmster Art wie in der damaligen DDR geben müssen aber es passiert NICHTS!

Wo das enden wird? Da muss man nicht lange nachdenken... das werden die meissten merken wenn es zu spät ist und es plötzlich heissen wird das ihre Sparverträge, Versicherungen, Papiere und co. nichts mehr wert sind. Manch einer lacht da heute noch drüber aber vor 6 Monaten hat man auch drüber gelacht wenn man das Wort Staatsbankrott oder 1 Billion, oder gar Inflation in den Mund nahm.

goldhamster

08.12.2011, 16:35 Uhr

Genauso DEUTSCH, wie DEUTSCH keine Staatangehörigkeit ist. Lieber Schlafmichel: Alles, ALLES Papiergeld ist nichts wert, ein Versprechen, dass man immer brechen kann.

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