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29.08.2014

14:38 Uhr

Temporärer Rückgang

„Der Ausverkauf ist übertrieben“

Viele Banken halten deutsche Aktien wieder für attraktiv, nachdem die Ukraine-Krise den deutschen Leitindex an den vergangenen Tagen belastet hatte. Welche Werte aus dem Dax besonders interessant sind.

Börse am Mittag

Sorgen lasten auf dem Dax - Einzelhandel im Minus

Börse am Mittag: Sorgen lasten auf dem Dax - Einzelhandel im Minus

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DüsseldorfDeutsche Aktien, die wegen der engen Handelsbeziehungen zu Russland und der Ukraine vom Markt bestraft wurden, sind inzwischen so billig geworden, dass einige der größten Investoren nicht mehr Nein zu ihnen sagen können. Raiffeisen Capital Management beispielsweise baut die Bestände an deutschen Titeln aus.

Die im Dax-Index abgebildeten Titel werden in diesem Jahr immerhin ihre Gewinne um etwa 21 Prozent steigern, geht aus den Prognosen von mehr als 1000 Analysten hervor, die Bloomberg News zusammengetragen hat.
JP Morgan Chase & Co. und ABN Amro Bank zufolge sind die Bewertungen deutscher Aktien attraktiv, nachdem die Ukraine- Krise den deutschen Benchmark-Index auf das 13,2-fache der erwarteten Gewinne gedrückt hat. Das ist das nahezu niedrigste Niveau im Vergleich zum Rest der europäischen Märkte seit mindestens dem Jahr 2005.

Keine andere Nation im Westen Europas hat derart enge Handelsbeziehungen mit Russland und der Ukraine. Deutsche Aktien lagen bis einschließlich der vergangenen Woche 2,2 Prozent im Minus, verglichen zum Jahresanfang. Der Stoxx Europe 600 Index verzeichnete indes ein Plus von 2,6 Prozent.

Verhalten und Präferenzen deutscher Aktionäre

Entwicklung der Zahl der direkten Aktionäre in Deutschland

2013: 4.855 Millionen

2012: 4.534 Millionen

2011: 3.891 Millionen

Quelle: Deutsche Post DHL/Deutsches Aktieninstitut

Anlageziele der Aktionäre

Welche Bedeutung haben Anlageziele bei Aktionären?

Für 81 Prozent hat der langfristige Vermögensaufbau eine hohe Bedeutung.

67 Prozent stellen den Schutz vor Inflation in den Vordergrund.

Bei der Frage, welche Bedeutung das regelmäßige Einkommen aus Dividenden und Verkauf haben, gaben 44 Prozent an, dass es für sie sehr wichtig sei.

Lediglich 12 Prozent setzen ihre Priorität auf kurzfristige Gewinne.

Anteil des in Aktien investierten Vermögens

Wie viel Prozent des Vermögens legen Investoren in Aktien an (Durchschnittswert)?

2013: 26,8 Prozent

2008: 25,2 Prozent

2004: 23,9 Prozent

Bedeutung von Dividende und Aktienrückkauf

Wie beurteilen Anleger die Ausschüttungen durch Aktienrückkäufe im Verhältnis zu Dividendenzahlungen?

Gleich: 37 Prozent

Eher schlechter: 34 Prozent

Eher besser: 20 Prozent

Viel schlechter: sechs Prozent

Viel besser: drei Prozent

Bedeutung von Dividende und Kurssteigerungen

Würde die Rendite sich aus Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen zusammensetzen, dann würden...

... 43 Prozent eine mittlere Dividende und mittlere Kurssteigerung bevorzugen;

... 33 Prozent eine hohe Dividende und eine geringe Kurssteigerung wählen;

... 13 Prozent eine geringe Dividende und eine hohe Kurssteigerung sich aussuchen.

Orientierung an fundamentalen bzw. technischen Daten

Woran orientieren sich Anleger beim Ankauf oder Verkauf von Aktien?

Sowohl an der wirtschaftlichen Entwicklung als auch an der Kursentwicklung: 60 Prozent

Eher an der Kursentwicklung: 16 Prozent

Eher an der wirtschaftlichen Tätigkeit: 14 Prozent

Ich treffe meine Entscheidungen nicht selbst, vertraue jemand anderem. Acht Prozent

Vertrauenswürdigkeit von Informationsquellen für Privatanleger

Anteil der Anleger, die auf Zeitungen, Zeitschriften und Wirtschaftssendungen vertrauen.

2013: 69 Prozent

2008: 65 Prozent

2004: 65 Prozent

Anteil der Anleger, die Beratern der Bank, Sparkasse oder Broker Vertrauen schenken.

2013: 39 Prozent

2008: 49 Prozent

200446 Prozent

Der Ausverkauf ist zu weit gegangen, sagt Herbert Perus von Raiffeisen. Sein Unternehmen hatte zuletzt Aktien von K+S, Deutsche Bank und Eon gekauft. „Für uns ist das auf diesem Niveau ein Kauf“, erklärt der Chef für Aktien mit Sitz in Wien, in einem Bloomberg-Interview. „Wenn man sich die deutschen Unternehmen anschaut, dann sieht man, dass sie eine Menge verdienen. Und viele von ihnen sind Marktführer. Auf mittlere bis lange Sicht sind deutsche Märkte sehr billig im Vergleich mit Europa.“

Kommentare (1)

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Herr Tom Karcht

29.08.2014, 15:42 Uhr

5% vom Allzeithoch ist also ein Ausverkauf (!) der zu weit ging. Europa fällt nach den letzten Daten zurück in die Rezession und alles ist rosig? Es wurden also 135 Mrd ausgelöscht, die vorher wie genau entstanden sind? Die EZB ist am Ende ihres Lateins und will nun sog. ABS Papiere aufkaufen, wo die vorherigen angewandten Instrumente genau was gebracht haben? Staatsschulden steigen unaufhörlich ohne den gewünschten Effekt auf das Wirtschaftswachstum gehabt zu haben. Also liebe Bankanalysten und Investmentprofis, das sind also die Rahmenbedingungen für ein Investment in Aktien nahe am Alltime-High, die durch verpuffte EZB-Maßnahmen und die baldige Hoffnung auf Besserung bereits völlig abseits der realwirtschaftlichen Situation notieren. Ich vergas das Argument, es gibt keine Anlagealternative. Oh doch die gibt es sehr wohl, aber daran verdient ihr aber nix und die ist auch eher ein Armutszeugnis für euch und die Politikerkaste.

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