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01.05.2014

09:03 Uhr

Tool der Woche

Kein Grund, besser zu werden

VonJulia Rotenberger

Niedrige Leitzinsen lassen Sparern beim Festgeld schon seit Monaten kaum Hoffnung. Auch seitens der Banken werden gute Angebote immer seltener. Wann sich Festgeld dennoch lohnen kann.

Sparer finden in der Niedrigzinsphase immer weniger gute Konditionen beim Festgeld. Banken haben aber keinen Grund, Besseres zu bieten. dpa

Sparer finden in der Niedrigzinsphase immer weniger gute Konditionen beim Festgeld. Banken haben aber keinen Grund, Besseres zu bieten.

DüsseldorfDie Bigbank ist eigentlich nicht für schlechte Zinskonditionen bekannt. Seit sich das estnische Geldinstitut mit dem Logo des grauen Elefanten 2009 am deutschen Markt etabliert hat, wurde es bereits mehrfach ausgezeichnet. Beim Zinsaward der Max-Herbst-Finanzberatung belegte die Bank 2013 den zweiten Platz in der Kategorie Festgeld. Bei den dreijährigen Sparbriefen lag die Bank sogar auf dem ersten Platz.

Doch inzwischen hat Bigbank – zumindest bei den kurzfristigen Festgeldanlagen – nicht mehr die Nase vorn. Im Handelsblatt-Online Festgeld-Vergleich kommt sie auf gerade einmal 1,3 Prozent Zinsen auf Einlagen für zwei Jahre. Noch mauer sieht es bei einjährigem Festgeld aus: Gerade einmal ein Prozent Zinsen gibt es da. Vorstandsmitglied Kaido Saar, erklärte Anfang April im Handelsblatt-Interview: „Bessere Konditionen braucht es derzeit gar nicht, denn wir wollen unser Geschäftsvolumen in Deutschland für den Moment stabil halten.“

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Mit dieser Einstellung ist die Bank nicht allein. Sparer, die nach guten Konditionen beim Festgeld suchen, dürften enttäuscht sein, denn wirklich lohnende Bedingungen bietet derzeit kaum eine Bank in Deutschland. Und Experten rechnen auch nicht damit, dass es bald besser wird. „Es ist momentan ziemlich ruhig auf dem Markt“, sagt Sigrid Herbst von der FMH Fiunanzberatung. Nur einige der Anbieter würden derzeit überhaupt an ihren Konditionen schrauben, bei der überwiegenden Mehrheit heißt es: Aktion stabil. „Mit einem Hype auf Zinserhöhungen ist nicht zu rechnen“, sagt Herbst. Wo die Zinsen noch hoch sind, zeigt der Handelsblatt Festgeld-Rechner.

Der FMH-Index für Festgeld über 12 Monate liegt mit einem durchschnittlichen Zins von 0,64 Prozent. Bei einer Jahresinflationsrate von 1,3 Prozent, welche das Statistische Bundesamt im April ermittelte, sieht es für das Sparschwein nach wie vor düster aus. Durchschnittliche Zinsen von knapp zwei Prozent auf zwölf Monate gab es zuletzt 2011, zeigt der Index. Da aber die Europäische Zentralbank die Leitzinsen seit diesem Zeitraum beständig senkt, sinken auch die Zinsen für Spareinlagen.

Und: Es scheint zumindest nicht unmöglich, dass die Zentralbank die Zinsen weiter auf Talfahrt schickt. EZB-Ratsmitglied Luc Coene sagte schloss in der vergangenen Woche eine weitere Senkung nicht aus. Sollten die April-Daten zu den Verbraucherpreisen in der Eurozone „erneut eine negative Überraschung“ liefern, würde dies für eine schnelle Reaktion der Europäischen Zentralbank sprechen, so der EZB-Rat.

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