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16.01.2014

14:41 Uhr

Tool der Woche

Wie Berufseinsteiger am besten sparen

VonSara Zinnecker

Erster Job, erster finanzieller Spielraum. Doch wohin mit den Groschen, wenn die Klassiker Lebensversicherung und Sparbuch nichts mehr abwerfen? Neben Tagesgeld bleibt Berufseinsteigern oft nur ein guter Fondssparplan.

Während des Studiums haben die Wenigsten die Möglichkeit, nebenher zu sparen. Im Job, sind endlich ein paar Euros für die Vorsorge übrig. Doch wohin damit? dpa

Während des Studiums haben die Wenigsten die Möglichkeit, nebenher zu sparen. Im Job, sind endlich ein paar Euros für die Vorsorge übrig. Doch wohin damit?

DüsseldorfIn Zeiten anhaltender Niedrigzinsen spart es sich schlecht – besonders bitter aber trifft es Berufsanfänger. Nach langer Ausbildung sind sie oft erst mit Ende zwanzig in der Lage, regelmäßig ein paar Groschen zur Seite zu legen. Doch bieten die klassischen langfristigen Sparverträge, Zinssparen oder die Lebensversicherung, längst nicht mehr genug, um real Vermögen aufzubauen.

Wie brisant die Lage ist, zeigt ein Beispiel: Wer bis zur Rente jeden Monat 100 Euro abdrücken kann, bräuchte schon eine Jahresverzinsung von etwa 3,1 Prozent, um den Wert des Geldes zu erhalten. Vier oder fünf Prozent Zinsen wären nötig, um nach Abzug der Inflation auf eine nachhaltig positive Rendite zu kommen.

Jobanfänger haben daher nur eine Wahl: Sie müssen mehr denn je flexiblere Sparvarianten ins Auge fassen. Neben Tagesgeld und kurzfristigem Festgeld zählen dazu insbesondere Ratenzahlungen in ausgewählte Fonds. Bei der Suche nach dem passenden Fonds hilft das Tool auf Handelsblatt Online.

Doch im Detail: Angenommen, ein Jobneuling verdient monatlich 2000 Euro netto, hat aber keinerlei Rücklagen und ist auch ansonsten im Umgang mit Wertpapieren unbedarft. Wie könnte er vorgehen, um langsam Vermögen aufzubauen?

Schritt 1: Notfallreserve

„Gerade Berufseinsteiger sollten zunächst eine ordentliche Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto aufbauen“, empfiehlt die unabhängige Finanzberaterin Stefanie Kühn. Faustregel seien drei bis fünf Nettomonatsgehälter, angelegt zu mindestens einem Prozent.

Diese Rücklage sei wichtig, „um flüssig zu sein, wenn einmal die Waschmaschine kaputtgeht“, sagt auch der Mainzer Finanzberater Antonio Sommese. Nur wer sich diese Grundlage in einem ersten Schritt geschaffen habe, könne in einem zweiten darüber nachdenken, Tagesgeld auch strategisch zu nutzen.

So funktioniert die Fondssuche

Parameter

Wer als Jobneuling und Erstsparer auf Fonds-Suche geht, sollte verschiedenen Parameter vorher richtig justieren. Welchen Fondstyp suche ich? Aktien? Renten? Oder einen Mischfonds? Unabhängig vom Typ drücken schließlich Ausgabeaufschlag und Managementgebühr vielen Fonds ordentlich auf die Rendite. Dabei gibt es durchaus günstige Fonds mit guter Renditeentwicklung. Vergleichen lohnt! Wer sich zusätzlich Gedanken über die Stabilität der Wertentwicklung macht, kann auf die Morningstar-Fonds-Rating sehen. Fünf Sterne attestieren dabei eine solide Performance über die Zeit.

Fondstyp

Wer auf der Suche nach dem richtigen Fonds ist, sollte sich zunächst überlegen, ob er an Aktien, Renten, Aktien und Renten gleichzeitig (Mischfonds), Immobilien oder eher an einer Garantieverzinsung interessiert ist.

Morningstar-Rating

Das Fondsanalysehaus Morningstar hält für die meisten Fonds, die länger als drei Jahre existieren, ein Rating bereit. Fünf Sternen erhalten die zehn Prozent Fonds, die die stabilste langfristige Wertentwicklung vorweisen können. Einen Stern dagegen bekommen die zehn Prozent, die über die Zeit meisten geschwankt sind.

Performance

Die Performance eines Fonds misst die Wertentwicklung der vergangenen Monate oder Jahre. Anleger schauen gern zurück, wie sich ein Fonds in Krisen behauptet hat oder ob er von einer Hausse überdurchschnittlich profitiert hat. Fondsmanager bleiben einem Fonds meist über Jahre hinweg treu. Mach einer macht also die langfristige Wertentwicklung eines Fonds an der Person des Managers fest.

Ausgabeaufschlag

Ein Fonds ist nur immer so gut, wie seine Kosten ihm nicht die Performance verhageln. Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von Fondsanteilen anfällt. Er dient unter anderem der Deckung der Vertriebskosten und variiert erfahrungsgemäß zwischen null und sieben Prozent. Die Suche nach Fonds mit geringem Ausgabeaufschlag lohnt sich!

Managementgebühr

Die Managementgebühr soll die Leistung des Fondsmanagers entlohnen. Auch sie variiert stark und kann die Fondsrendite dementsprechend drücken. Vergleichen kann sich auszahlen. Am günstigsten sind die passiven Fonds, unter die auch börsengehandelten Indexfonds (ETFs) fallen.

Schritt 2: Strategisches Tagesgeld

Angenommen, einem Berufseinsteiger bleiben von den 2000 Euro netto nach Abzug der Miete und sonstigen Kosten des täglichen Lebens noch 500 Euro übrig, die er anlegen kann. „Dann könnte er 300 Euro davon aufs Tagesgeldkonto packen“, rät Sommese.

Anstatt eines monatlichen Zinssparens auf dem Sparbuch könnte der Berufseinsteiger etwa einen Spardauerauftrag aufs Tagesgeld einrichten. Der Vorteil: Hier wäre das Geld jederzeit verfügbar. In Kombination mit einer jährlichen Mindestverzinsung von einem Prozent würde sich über die Zeit einige Liquidität ansammeln. „Dieses Cash halte ich, um zu einem späteren Zeitpunkt mit höheren Zinsen einzusteigen“, so Sommese.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

16.01.2014, 14:54 Uhr

Ganz genau, aber bitte nicht bei einem Daxstand von 9700 Punkten damit anfangen.

andrec

16.01.2014, 15:14 Uhr

Wenn man hier schon Fonds empfiehlt sollte man auch auf die steuerlichen Aspekte insbesondere bei ausländischen Thesauriern hinweisen.
Auch die pauschale Aussage der MSCI World könne aktiv leicht geschlagen werden ist fragwürdig. Es gibt reichlich Kritik bezüglich der Kosten gemanagter Fonds, die die Rendite schmälern und hier und da beim Vergleich mit einem ETF vergessen werden.
Zum Einstieg auf höchstständen: Bei einem für Berufseinsteiger auf 40 Jahre angelegten Sparplan, ist der Einstiegszeitpunkt vernachlässigbar. Das ist doch gerade der Witz an Sparplänen.

Account gelöscht!

16.01.2014, 15:25 Uhr

Warum nicht? Einstiegszeit ist immer - langfristig gesehen.

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