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25.08.2016

18:55 Uhr

Top-US-Notenbanker

Zinserhöhung in „nicht allzu ferner Zukunft“

Zwei hochrangige Fed-Banker haben sich am Rande des Treffens in Jackson Hole für eine Zinsanhebung ausgesprochen. Nun warten die Märkte auf die Rede von Janet Yellen am Freitag. Läutet sie das Ende der Niedrigzinsen ein?

Mit Spannung erwarten die Märkte die Rede von Janet Yellen am Freitag. AP

US-Notenbankchefin

Mit Spannung erwarten die Märkte die Rede von Janet Yellen am Freitag.

Jackson HoleEinen Tag vor der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chefin Janet Yellen haben sich zwei Top-US-Notenbanker für eine baldige Zinserhöhung ausgesprochen. Dank Fortschritten bei der Inflation und am Arbeitsmarkt sei es an der Zeit, die Leitzinsen anzuheben, sagte die Präsidentin des Fed-Ablegers von Kansas City, Esther George, am Donnerstag in Fernsehinterviews. „Das bedeutet nicht, das es schnell gehen muss“, sagte George dem Sender CNBC. Sie sei für eine behutsame Anhebung. Aus Sicht des Chefs der Fed von Dallas, Robert Kaplan, sollte die Fed in „nicht allzu ferner Zukunft“ zu einem weiteren Zinsschritt in der Lage sein.

An diesem Donnerstag startet die jährliche Fed-Konferenz in Jackson Hole in Wyoming. Dort wird am Freitag Fed-Chefin Yellen eine Schlüsselrede halten, von der sich Akteure an den Finanzmärkten Hinweise zur weiteren Entwicklung der Leitzinsen erhoffen. Die Tagung am Rande der Rocky Mountains diente der Fed-Führungsspitze häufig als Forum, um den Märkten Signale über den geldpolitischen Kurs zu geben. Die Fed hält seit der Zinswende im Dezember 2015 die Leitzinsen in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Notenbankerin George zufolge kann die Fed inzwischen die Zügel etwas anziehen. Die Beschäftigungslage müsse sich aber weiter verbessern und die Inflation niedrig und stabil bleiben. George hatte bei der Sitzung der Fed im vergangenen Monat als einzige gegen die Beibehaltung der Zinsrate gestimmt. Aus Sicht des Präsidenten der Fed von Dallas, Kaplan, bewegt sich die US-Zentralbank immer weiter in Richtung eines weiteren Zinsschritts, wie er dem Sender CNBC sagte. Beim jüngsten Treffen des Führungsgremiums im Juli hatte sich die Notenbank noch nicht zu einer Straffung ihrer Geldpolitik durchgerungen.

Was ist eigentlich „Jackson Hole“

Die Entstehung

Im Jahr 1982 nahm der damalige Fed-Vorsitzende Paul Volcker an der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole teil. Es war das einzige Mal, dass er zu diesem jährlich stattfindenden Ereignis in die Berge von Wyoming flog. Dabei hatte die Fed Kansas City, die die Konferenz seit 1978 ausrichtet, angeblich seinetwegen den Konferenzort in den Rocky Mountains ausgewählt. Denn Volcker liebt das Fliegenfischen, und das soll dort oben besonders ertragreich sein. Wie die Fed Kansas in einem eigenen Buch („Late in August“) beschreibt, entwickelte sich die Konferenz, die sich ursprünglich mit Agrarfragen beschäftigte, zum wichtigsten Notenbanker-Treffen weltweit.

Die Bedeutung

Die wirkliche Bedeutung des Treffens war immer wieder umstritten und hat auch geschwankt. Offiziell ist es nur eine Konferenz einer regionalen Niederlassung der US-Notenbank (Fed). Aber die Prominenz der Teilnehmer hat Jackson Hole eine gewisse Aura verschafft. Die Frage, ob einzelne Teilnehmer anreisen oder nicht, wurde immer wieder Anlass für weitreichende Spekulationen. Als 2013 der damalige Fed-Chef in seinem letzten Amtsjahr das Treffen ausließ, führte das sofort zu Betrachtungen über den angeblichen Niedergang von Jackson Hole. Fed-Chefin Janet Yellen hat 2015 bei dem Treffen gefehlt und ihren Vertreter, Stanley Fischer, geschickt. Sie ist aber 2016 wieder dabei und eröffnet die Konferenz am Freitag.

Von

rtr

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