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12.11.2015

08:42 Uhr

Trotz niedriger Inflation

Kartoffelpreis steigt um ein Drittel

Die deutschen Verbraucherpreise sind im Oktober leicht gestiegen. Das liegt vor allem an sinkenden Energiepreisen. Für einzelne Produkte müssen Verbraucher trotzdem deutlich mehr zahlen.

Kartoffeln haben im Oktober ein Drittel mehr gekostet als noch ein Jahr zuvor. dpa

Deutlich teurer

Kartoffeln haben im Oktober ein Drittel mehr gekostet als noch ein Jahr zuvor.

Die deutsche Inflationsrate lag im Oktober um 0,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit habe sich die Inflation gegenüber den Vormonaten leicht erhöht, bewege sich jedoch "weiterhin auf niedrigem Niveau". Im Vergleich zum September gab es im Oktober keine Veränderung bei den Verbraucherpreisen. Das liegt vor allem an den weiterhin gesunkenen Energiepreisen. Sie haben die Verbraucherpreise in Deutschland nur leicht ansteigen lassen.
Gegenüber dem Vorjahresmonat war Energie im Oktober 8,6 Prozent günstiger. Sowohl Kraftstoffe als auch Haushaltsenergie seien "erheblich günstiger" gewesen als ein Jahr zuvor, erklärte das Statistische Bundesamt. "Verbraucherfreundlich" sei trotz Beginn der Heizperiode besonders die Preisentwicklung bei leichtem Heizöl gewesen. Dafür musste 24,5 Prozent weniger gezahlt werden als im Vorjahresmonat.

Das sind die Wachstumsgaranten der deutschen Exporteure

USA

Die Vereinigten Staaten sind erstmals wichtigster deutscher Absatzmarkt und verdrängen damit Frankreich nach mehr als einem halben Jahrhundert. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf 56 Milliarden Euro an. Ein weiterer Grund für diesen Boom ist das robuste Wachstum der US-Wirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent. Wegen geringerer Energiekosten werden zudem viele Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen, für die Maschinen und Ausrüstungen aus Deutschland importiert benötigt werden.

Indien

Lange stand das Land im Schatten des benachbarten China. Doch sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr dürfte Indien deutlich schneller wachsen als die Volksrepublik. Der IWF sagt jeweils ein Plus von 7,5 Prozent voraus. Vom Aufschwung in dem nach China bevölkerungsreichsten Land der Welt profitiert Deutschland bereits: Die Ausfuhren dorthin zogen im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf knapp fünf Milliarden Euro an.

Südafrika

Noch besser läuft es in der nach Nigeria zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas: Die deutschen Exporte dorthin nahmen in den ersten sechs Monaten gleich um 28 Prozent zu - auf insgesamt 4,9 Milliarden Euro. Zwar ist die Konjunktur eher mau, doch der Staat investiert viel Geld in die Infrastruktur - von Energie über Wasser bis hin zu Straßen. Die deutsche Wirtschaft hat die dafür passenden Produkte im Angebot und profitiert davon ebenso wie von einer konsumfreudigen, wachsenden Mittelschicht.

Euro-Zone

Nach Jahren der Krise fasst die Währungsunion wieder Tritt. Bestes Beispiel dafür ist Spanien, das im zweiten Quartal so kräftig wuchs wie seit über acht Jahren nicht mehr. Der Appetit auf Waren "Made in Germany" nimmt entsprechend zu: Die deutschen Ausfuhren nach Spanien legten in der ersten Jahreshälfte um mehr als elf Prozent auf rund 19,5 Milliarden Euro zu, die in die gesamte Euro-Zone um fast fünf Prozent auf rund 220 Milliarden Euro.

Großbritannien

Das Land ist bereits der drittgrößte deutsche Exportkunde. Dennoch legten die Ausfuhren dorthin im ersten Halbjahr um starke 9,4 Prozent auf 45 Milliarden Euro zu. Auch hier sorgt der schwache Euro für einen Extra-Schub, verbilligt er doch deutsche Waren auf der Insel. Außerdem befindet sich auch Großbritannien in einem Aufschwung: In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,5 Prozent deutlich kräftiger wachsen als in der Euro-Zone mit 1,5 Prozent, wie der IWF erwartet.

Teurer wurden dagegen Nahrungsmittel. Hier legten die Preise im Oktober um 1,6 Prozent zu. Deutlich mehr mussten Verbraucher demnach für Obst und Gemüse zahlen. Für Kartoffeln beispielsweise wurden 30,7 Prozent mehr fällig als im Vorjahresmonat, für Äpfel 10,9 Prozent. Auch Süßwaren und Fisch wurden teurer, während Verbraucher für Molkereiprodukte und Eier weniger zahlen mussten.
Während die Preise für Waren wie Unterhaltungselektronik und Telefone im Vormonat sanken, erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen. Deutlich teurer wurden binnen Jahresfrist laut den Statistikern beispielsweise Taxifahrten mit einem Plus von 13,4 Prozent. Auch der Gang zum Friseur, in Restaurants oder Cafés wurde demnach teurer.

Von

afp

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