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06.04.2017

15:40 Uhr

Tschechien

Nationalbank gibt Euro-Mindestkurs auf

Dreieinhalb Jahre hat die tschechische Nationalbank den Mindestkurs von 27 Kronen pro Euro gehalten. Damit verhinderte sie, dass tschechische Ausfuhren zu teuer wurden. Nun haben die Währungshüter die Bindung aufgehoben.

Mit der Bindung von 27 Kronen je Euro wollte die Tschechische Nationalbank verhindern, dass tschechische Ausfuhren ins Ausland zu teuer werden. dpa

Bindung an den Euro

Mit der Bindung von 27 Kronen je Euro wollte die Tschechische Nationalbank verhindern, dass tschechische Ausfuhren ins Ausland zu teuer werden.

PragDie tschechische Nationalbank hat ihren seit dreieinhalb Jahren geltenden Mindestkurs von 27 Kronen pro Euro aufgegeben. Das gab ein Sprecher der Währungshüter am Donnerstag in Prag bekannt. Mit dem Mindestkurs sollte verhindert werden, dass die tschechischen Ausfuhren ins Ausland zu teuer werden und zudem die Inflation angekurbelt werden. In einer ersten Reaktion gab die Krone zu Euro und US-Dollar nach, drehte aber kurz darauf ins Plus.

Im vorigen Jahr musste die Notenbank Euro im Gegenwert von 455 Milliarden Kronen (etwa 16,8 Milliarden Euro) kaufen, um ihr Ziel zu halten. Weil der Druck der Spekulanten zuletzt deutlich zunahm, dürfte es allein im März nach einer Schätzung der Zeitung „Lidove noviny“ fast genauso viel gewesen sein. Mit den massiven Euro-Käufen sollte neben dem Export auch die Inflation angekurbelt werden. Dieses Ziel hatte die Bank nach eigenen Angaben erreicht – die Preissteigerung lag im Februar bei 2,5 Prozent.

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Die Einführung des Euro – und damit der Wegfall der Wechselkursrisiken unter den Teilnehmerländern – steht in dem stark exportorientierten Land derzeit nicht zur Debatte. Im Januar 2015 war die Aufregung auf den Kapitalmärkten groß gewesen, als die Schweizer Nationalbank völlig unerwartet ihre Kopplung des Franken an den Euro aufgegeben hatte. Die Finanzwelt sprach damals vom „Franken-Schock“.

Am Devisenmarkt hat die tschechische Krone nach Aufgabe des Mindestkurses aufgewertet. Der Euro gab gegenüber der Landeswährung um rund 1,4 Prozent auf 26,66 Kronen nach. Der Dollar verlor zur Krone 1,6 Prozent. Einige Händler spekulierten bereits am Donnerstag auf Interventionen, andere Experten hielten das angesichts der relativ moderaten Kursausschläge für nicht wahrscheinlich. „Wir denken die Zentralbank schreitet nur bei exzessiven Sprüngen ein, etwa bei zehn Prozent“, sagte ING-Devisenstratege Petr Krpata.

Von

dpa

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