Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2006

12:18 Uhr

UBS-Studie

Alterspyramide bremst Finanzmärkte nur begrenzt

Die fortschreitende Alterung der Weltbevölkerung wird einer Studie zufolge langfristig nur begrenzte Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.

Senioren beim Schachspiel in einer Parkanlage (Symbolbild, Foto: dpa). dpa

Senioren beim Schachspiel in einer Parkanlage (Symbolbild, Foto: dpa).

HB FRANKFURT. Die Experten der Schweizer Großbank UBS widersprechen in einer aktuellen Analyse damit vielfach verbreiteten Auffassungen, dass sich die Alterung gravierend auf die Entwicklung der Finanzmärkte auswirken werde. „Wir halten solche Bedenken für weit übertrieben und gehen nur von moderaten Folgen der demographischen Trends aus.“

Die Alterung der Bevölkerung sollte zwar in den Industrieländern in den nächsten Jahrzehnten zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führen. Auf Aktien und Anleihen wirke sich dies aber nicht eindeutig aus. In den Industrieländern rechnen die Experten allerdings in den nächsten beiden Jahrzehnten mit etwas niedrigeren Aktienmarktrenditen als in den letzten fünfzig Jahren.

Denkbar sei zwar, dass etliche Privatanleger von Aktien in weniger riskante Anlageformen umschichten könnten, wenn sie älter sind. Die Annahme, dass ein höheres Alter aber zwangsläufig zu einer geringeren Risikotoleranz in alternden Gesellschaften führe, sei „ein Trugschluss“, heißt es in der Studie mit dem Thema „Alterung der Bevölkerung“. Weitaus entscheidender seien vor allem die Bildung, das Einkommen und die Kenntnis der Finanzmärkte.

Pensionskassen dürften allerdings verstärkt von Aktien in Anleihen umschichten. Grund dafür sei unter anderen der Rückgang beim Anteil der aktiven Versicherten, während das Durchschnittsalter der Mitglieder steige. Einen belebenden Einfluss auf die Finanzmärkte ergebe sich durch den Vertrauensrückgang bei der staatlichen Rente. Dies könnte dazu führen, dass die Bürger das Geschick ihrer Altersvorsorge immer mehr in die eigene Hand nehmen - dies führe dann auch zu einer vermehrten Nachfrage nach Finanzanlagen. In Schwellenländern rechnen die Experten der UBS wegen der potenziell höheren Renditen mit mehr Investitionen von Anlegern. „Ein solcher Effekt ist bereits im Gang.“ Anleger müssten aber genauer hinsehen bei der Auswahl, da die Wachstumsaussichten nicht in allen Ländern gleich seien.

Mit Blick auf Immobilienanlagen werde sich die Stadt gegenüber dem Land durchsetzen. Auch in einer alternden Gesellschaft würden Geschosswohnungen in Innenstädten vermehrt nachgefragt. „Während die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in Vorstädten nachlassen oder gar zurückgehen wird, kann in dem Markt für innerstädtische Kleinwohnungen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren mit einer anhaltend boomenden Nachfrage gerechnet werden.“ Grundsätzlich dürften weiter sinkende Risikoprämien als Folge der hohen Nachfrage nach Immobilien als Alterskapital und die zunehmende Transparenz der Märkte die Preise für Immobilien stützen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×